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  • 18. September 2006, noch kein Kommentar

Vielen kennen noch den Superhit "Street Life". Fast 30 Jahre später haben Crawford und Sample ein ganzes Album eingespielt.

Von Jan Gebauer

Wer hat nicht schon einmal auf einer 70s-Party zu "Street Life" von den Crusaders abgetanzt? Einst lieh Soulsängerin Randy Crawford (54) dieser zeitlosen Aufnahme ihre Stimme. Auf der Single wurde ihr Name zwar nicht genannt, allerdings war es auch ihrer Leistung zu verdanken, dass der Song 1978 weltweit in den Charts stand. In England ein Top-5-Hit, hat sich "Street Life" im Laufe der Jahre zum Klassiker gemausert. Die entspannte Mischung aus Fusion, Jazz, Disco und Soul wird immer noch aufgelegt, ob im Radio oder auf 70s-Partys. Crawford hatte danach vor allen Dingen im Reich von Queen Elizabeth Erfolg. "One Day I’ll Fly Away" (1980), "Rainy Night In Georgia", "You Might Need Somebody" (1981) und "Almaz" (1986) waren dort große Hits und machten Crawford auch in Deutschland bekannt. Mit Jazz hatten ihre Alben eigentlich nur am Rande etwas zu tun, eher bediente sie Freunde von gepflegten Soul- und Pop-Aufnahmen.

Joe Sample (67) ist auch heute noch Teil der Crusaders, klimperte schon 1976 auf dem Debüt von Crawford und arbeitete über die Jahre immer wieder mit der talentierten Sängerin zusammen. Erstmals haben die Beiden nun ein gemeinsames Album veröffentlicht: "Feeling Good". Und ein "gutes Gefühl", wie der Albumtitel übersetzt heißt, hinterlässt dieses Werk beim Hörer. Schon die Vorfreude auf die erneute Zusammenarbeit mit der Sängerin muss Sample ungeheuer inspiriert haben. Anders ist die fabelhafte Mixtur aus Soul, Jazz, Gospel, Pop und einer satten Portion Blues nicht zu erklären.

Die nimmt einen von den ersten groovigen Takten des Titelsongs bis zum letzten Ton der Schlussnummer "Mr. Ugly" gefangen. Die Songauswahl ist sehr ausgewogen: bekannte Crawford-Nummern wie "Rio De Janeiro Blue" und "Last Night At Danceland", ein Peter-Gabriel-Stück ("Lovetown", bekannt aus dem Film "Philadelphia") oder das durch Nilsson bekannte Stück "Everbody’s Talkin’". Etwas überflüssig wirkt die Fassung des Leo-Sayer-Kitschklassikers "When I Need You", der schon Céline Dion zu einem schlechten Remake animierte. Ansonsten zeigen sich die Vollprofis makellos. Crawfords Stimme ist wie immer: samtig, elegant und kraftvoll. Sample passt sich dem mit seinem starken Tastenspiel an.

18. September 2006