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Gleich fünf Premieren locken zur Neueröffnung des Hans Otto Theaters in Potsdam. Mit dabei: Désirée Nick.

Von Carsten Weidemann

Vom 22. bis 24. September wird in Potsdam das neue Hans Otto Theater eröffnet – auf dem Gelände Schiffbauergasse, direkt am Ufer des Tiefen Sees. Das soll natürlich mit fünf exklusiven Premieren gebührend gefeiert werden. Auch für Homos gibt es interessante Inszenierungen: Unter den Premieren befindet sich nicht nur das Theaterstück "Am Ziel" mit Lästerzunge Désirée Nick, sondern auch "Katte", ein Schauspiel um die Freundschaft zwischen dem preußischen Kronprinzen (und späteren König) Friedrich und dem ihm schwärmerisch zugeneigten Leutnant Hermann von Katte.

Das Stück zeigt das private Aufbegehren des Sohnes gegen den Vater Friedrich Wilhelm, den "Soldatenkönig", der die Armee zum Mittelpunkt seines Staates machte. Es darf als Ironie der Geschichte gesehen werden, dass nicht der Vater, sondern erst später der Sohn es war, der diese Armee für seine zahlreichen Kriege nutzte. Aufklärung gepaart mit militärischem Drill: das Stück wendet sich einer Traditionslinie innerhalb der preußischen Geschichte zu. In der Rolle des "Soldatenkönigs" Friedrich Wilhelm ist Manfred Karge zu sehen, Uwe Eric Laufenberg inszeniert.

Private Gegenentwürfe beschreiben die zwei weiteren Schauspielproduktionen des Eröffnungsprogramms: Frédéric Blanchettes pointiert geschriebenes Beziehungsdrama "Der Sicherheitsabstand" (Regie: Petra Luisa Meyer) und "Am Ziel" von Thomas Bernhard. Letzteres zeigt eine wohlhabende Theatergängerin, gespielt von Désirée Nick, die ein von ihr besuchtes Stück, mit dem Titel "Rette sich wer kann", zwar in ihrem eigenen Leben umgesetzt hat, dem Stück selbst und seinem Autor jedoch so gar nichts abgewinnen kann.

Das üppigste und vielleicht auch originellste Programm der Eröffnungsfeiern findet am Samstag statt. Unter anderem gibt es von 14 bis 18 Uhr die Möglichkeit, das ganze Haus und noch dazu neue Dramatik kennen zu lernen: Zwölf junge Autoren lesen ihre Texte beim Pförtner und in der Garderobe, im Aufzug und selbst im WC! Am Abend gibt es die Premiere von "Nathan, der Weise".

Am Sonnabend gegen 23:00 Uhr erstrahlt dann erstmals einer der Höhepunkte des Eröffnungswochenendes – die Lichtinstallation "Lichtachsen" auf dem Tiefen See, in dem 30 im Wasser schwankende "Neonstabbojen" leuchten. Die Installation wird bis zum 8. Oktober zu sehen sein. Am Sonntag wird dann im Foyer eine Büste Hans Ottos enthüllt und der Theaterjugendclub spielt dazu sein Hans-Otto-Stück "ad acta?".

19. September 2006



#1 avex1Anonym
  • 19.09.2006, 12:47h
  • Naja, in einem Theaterzelt, vor einigen Jahren in Berlin, fand ich sie richtig toll. Alles was danach kam, war mir persönlich penetrant nervig. Jetzt kann ich auf das "Gesamtkunstwerk Nick" incl. übertriebener Selbstinszenierung, glatt verzichten.
    Vermutlich werden im Hans Otto Theater viele Kameras dabei sein. Logisch, sonst wär sie nicht dort.......
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#2 FrankAnonym