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Einer New Yorker Studie zufolge behaupten drei Viertel der Männer, die Sex mit Männern haben, sie seien hetero.

Von Dennis Klein

Aus einschlägigen Sexfilmchen kennt man die Geschichte: Der arme verkannte Ehemann wird von der gemeinen Frau einfach nicht mehr befriedigt - und rennt zu einem Gleichgesinnten, der den Job gerne übernimmt. Zwar handelt es sich bei solchen Low-Budget-Produktionen um Produkte der Fantasie. Dennoch zeigt eine neue Studie der New Yorker Gesundheitsbehörde, dass die meisten Männer in der Stadt, die mit anderen Männern sexuelle Abenteuer erleben, sich selbst als heterosexuell bezeichnen - und zu allem Überfluss mit einer Frau verheiratet sind.

Forscher haben Ergebnisse einer Umfrage aus dem Jahre 2003 ausgewertet, in der rund 4.200 erwachsene Männer nach ihrem Sexualverhalten befragt worden waren. Das Ergebnis haben sie jetzt in den "Annals of Internal Medicine" veröffentlicht: Demnach bezeichnen sich 3,7 Prozent der Männer als homosexuell und 1,2 Prozent als bisexuell, während über 91 Prozent eine heterosexuelle Orientierung angeben (die anderen sagten, sie seien sich unsicher oder beantworteten die Frage nicht).

Fast jeder zehnte sexuell aktive "Hetero" schläft nur mit Männern

Überraschend war dabei, dass 9 Prozent der "heterosexuellen" Männer im letzten Jahr ausschließlich Sex mit Männer hatten. Das wären Hochrechnungen zufolge in New York City immerhin 175.000 Heteros "auf Abwegen". Zum Vergleich: Die Studie errechnete nur 66.000 sexuell aktive Schwule, die sich auch als "Gay" bezeichnen. Fast drei von vier Männern, die "schwulen Sex" betreiben, fühlen sich demnach als Heterosexuelle. Von allen Aktiven gaben 12,4 Prozent an, nur mit Männern Geschlechtsverkehr gehabt zu haben; weitere 1,2 Prozent hatten Sex mit Männern und Frauen.

Besonders überraschend für die Forscher: Mehr als zwei Drittel der homosexuell aktiven "Hetero-Männer" sind zudem mit einer Frau verheiratet. "Wir haben erwartet, dass viele von ihnen verheiratet sind, aber wir dachten nie, dass es 70 Prozent sind", erklärt Dr. Susan Blank von der New Yorker Gesundheitsbehörde. "Niemand kann also voreilige Schlüsse ziehen: Der Familienstand ist kein Indikator für sexuelles Verhalten."

"Pseudo-Heteros": Migrationshintergrund und schlecht ausgebildet

Die Autoren erklären die große Diskrepanz mit kulturellen Normen. Viele der Männer, bei denen sexuelles Verhalten und ihre Selbsteinschätzung der sexuellen Orientierung nicht übereinstimmen, seien im Ausland geboren. Dort werde Homosexualität meist kritischer gesehen. Zudem kämen sie meist aus unteren sozialen und Bildungsschichten, in denen Homosexualität weniger anerkannt sei.

Männer, die sich als heterosexuell bezeichnen, haben zudem weniger sexuelle Kontakte als bekennende Schwule. Dennoch sei das HIV-Risiko größer, da der Kondomgebrauch weniger verbreitet sei. Außerdem unterzögen sie sich weniger einem HIV-Test. Das sei "besorgniserregend", so die Forscher. Die Präventionsarbeit dürfte daher nicht nur auf die schwule Community ausgerichtet sein - denn dort erreicht man die "Heterosexuellen" nicht.

19. September 2006



20 Kommentare

#1 Angela A.Anonym
  • 19.09.2006, 16:35h
  • Ja, das merkt man doch spätestens hier in Köln am Aachener Weiher, wenn zur Mittags- und Mitternachtszeit die ganzen Familienväter vorbeischaun, um sich einen ... zu lassen. Die sind auch "hetero"!!! ;-))
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#2 SvenAnonym
  • 19.09.2006, 16:47h
  • Ich bin mir nicht so sicher, ob ich jetzt lachen soll ...

    Überraschend?
    Eigentlich nicht wirklich.
    Typische Doppelzüngigkeit der Amis, untere Bildungssichten und der schöne Migrationshintergrund.

    Sieht in Bayern und anderen deutschen Nazi-/Kirchen-Gebieten sicherlich nicht anders aus
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#3 tobi-acAnonym
  • 19.09.2006, 16:53h
  • Also sich selbst zu verachten und nicht zu sich selbst zu stehen ist wohl das Schlimmste und Ungesündeste, was ein Mensch machen kann!!

    Wem wollen die was vormachen? Nur sich selbst!

    Wer nach der Pubertät noch schwulen Sex hat ist definitiv entweder schwul oder bi, aber sicher nicht hetero! Auch wenn die das nicht wahrhaben wollen!

    Am gesündesten wäre es, sie würden zu sich selbst stehen!

    Und ich denke mal, die Statistiken müssen noch viel höher liegen - was gerade auch die Politik veranlassen sollte, endlich Schwule und Lesben nicht mehr zu diskriminieren und endlich gleichzustellen!!
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#4 DannyAnonym
  • 19.09.2006, 17:01h
  • ...erinnert mich ein wenig an Gayromeo... Wenn ich mal so sehe, wer/wieviele sich bei jener Plattform als "bi" darstellen, aber bei genauerem Nachfragen seit Jahren nur noch Typen im Bett hatten ausschließlich, wundert mich o.g. Ergebnis incl. George-Bush-Bonus nicht wirklich.

    Daher gilt: ICH bin SCHWUL und das ist auch gut so!
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#5 FelixAnonym
  • 19.09.2006, 17:04h
  • "Und ich denke mal, die Statistiken müssen noch viel höher liegen - was gerade auch die Politik veranlassen sollte, endlich Schwule und Lesben nicht mehr zu diskriminieren und endlich gleichzustellen!!"

    Naja, solange noch so viele Schwulen begeistert der FDP und Spaßkanzler Guido hinterherrennen und sich mit Almosen wie weiterem Ausbau der regsitrierten Partnerschaft abspeisen lassen (wenn die FDP dies überhaupt machen würde) statt echte Gleichberechtigung durch Öffnung der Ehe zu fordern, wird sich in Deutschland wohl nicht viel ändern.

    Ich verstehe das nicht:
    - die FDP will die registrierte Partnerschaft weiter festschreiben, aber echte Gleichberechtigung (= Öffnung der Ehe statt Ehe 2. Klasse) nicht

    - die FDP wollte das ADG verhindern. Wieso muss man denn alle möglichen Leute vor Diskriminierung schützen, aber nicht Schwule und Lesben

    - in den Bundesländern, wo die FDP mit der CDU regiert ist sie das Schoßhündchen der CDU, die zu allem Ja und Amen sagen, sei es Verbannung von Partnerschaftszeremonien aus den Standesämtern, woe sie eigentlich hingehören, sei es die Einführung von Gebühren für Kirchenaustritte um das zu erschweren, sei es der Unterrichtsmaterial-Skandal in NRW, etc.

    - etc etc etc

    Und dennoch lassen sich noch genug Schwule von denen blenden und verarschen!

    Leute macht endlich die Augen auf und beschäftigt Euch mit Fakten statt Marketing bevor ihr das nächste Mal wählt...
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#6 LinusAnonym
#7 madridEUAnonym
  • 19.09.2006, 17:25h
  • Wer von uns hat nicht selber schon einmal seine schwule und damit wahre Identität verleugnet ? Jahrhundertelange sexuelle Heuchelei, Aufklärungsdefizite und besonders unsere Erziehung zum zeugungsfähigen Ehemann waren hervorragende Lehrmeister !
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#8 gayluziferAnonym
  • 19.09.2006, 19:56h
  • muss man den wirklich ne studie über sowas machen is doch traurig die ganze Verleumnungsscheiße... das wir in einer umgebung leben in der überhaupt jemand an sowas denkt, es tun zu "müssen"
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#9 SaschaAnonym
  • 19.09.2006, 21:54h
  • Und wieder einmal wären wir bei der dringenden Notwendigkeit, die Vielfalt und Gleichwertigkeit sexueller Identitäten als fächer- und jahrgangsübergreifendes Thema an ALLEN Schulen zu etablieren, und zwar ohne Rücksicht auf die verlogene Angstmoral kirchlicher und sonstiger faschistoider Gruppierungen.

    Junge Homosexuelle bedürfen einer besonderen Unterstützung gerade im schulischen Umfeld, damit sie sich frei, unabhängig und selbstbewusst entfalten können!
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#10 ichAnonym
  • 19.09.2006, 22:06h
  • "... und zu allem Überfluss mit einer Frau verheiratet sind."

    Was soll der Mist denn jetzt wieder? Ist doch jedem selbst überlassen, mit wem er weshalb und wie lange verheiratet ist.Müssen wir uns jetzt auf das spießige Niveau der Konservativen herablassen?
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