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  • 22. September 2006, noch kein Kommentar

Durch einen Unfall hat ein 44-jähriger Chinese seinen Penis verloren. Er bekam ein Transplantat eines 22-Jährigen. Das war aber zu viel für den Mann.

Von Carsten Weidemann

Chinesische Ärzte haben etwas geschafft, was die meisten für unmöglich halten: Sie haben erfolgreich einen Penis transplantiert, nachdem ein 44-jähriger Patient seinen eigenen bei einem Unfall verloren hatte. Zwei Wochen später mussten sie das beste Stück aber wieder abnehmen, weil der Mann psychologische Probleme hatte. Das ist der erste Fall einer Penistransplantion, die in einem medizinischen Journal ("European Urology") beschrieben wurde.

Chirurgen unter Führung von Dr. Hu Weilie haben die Transplantation bereits im September 2005 vorgenommen. Es liegen keine Informationen vor, warum der Penis verstümmelt wurde. Es ist lediglich von einem "unglücklichen, traumatischem Unfall" die Rede. Übrig geblieben sei nur "ein kleiner Stumpf, mit dem der Mann nicht urinieren konnte und Sex unmöglich war." Der Spender des neuen Penis war ein 22-jähriger Hirntoter, dessen Eltern der Organspende zugestimmt haben.

"Der Amputierte und seine Frau wollten unbedingt die Operation durchführen lassen", so die Ärzte laut dem Artikel. Der Eingriff sei "wieder und wieder besprochen worden" und wurde von der Krankenhausleitung abgenickt.

Aus medizinischer Sicht sei "die funktionsgemäße Wiederherstellung" ein großes Problem, kommentiert Dr. Andrew Lee von der Uni-Klinik in Pittsburgh den Vorgang für die Nachrichtenagentur AP. So sei von Arm- und Beintransplantationen bekannt, dass das Nervenwachstum oft nicht zu einer völligen Wiederherstellung ausreicht. Aber auch die psychologischen Probleme seien in diesen Fällen immens. So müssten ein Leben lang Medikamente eingenommen werden, um die Abstoßung des neuen Organs zu verhindern. Das würde auch deshalb oft als Fremdkörper empfunden. So berichtet Lee, er haben mit dem ersten Patienten gesprochen, dem beiden Hände transplantiert worden waren. Der habe Monate gebraucht, diese zu akzeptieren. Anfangs habe er seine eigene Hand nur als "es" bezeichnet.

Die Psychologie ist hier also ganz wichtig: Die Penistransplantion hätte dem Artikel in "European Urology" zufolge auch ein Erfolg sein können. Hätte der Empfänger bessere psychologische Fürsorge erfahren, "hätte die Penis-Amputation höchstwahrscheinlich vermieden werden können", so die Autoren. Denn die Funktionalität des neuen Organs sei sehr gut gewesen.

22. September 2006