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Wien (queer.de) - Der österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel von der konservativen ÖVP hat sich in einem Radiointerview gegen die Gleichstellung von Schwulen und Lesben gewandt. "Ich setze mich dafür ein, dass Ehe und Familie einen besonderen Schutz erfahren", so der 61-Jährige in einer Ö3-Sendung. Eine Familie, die er nur als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert, könnte deswegen in Feldern wie dem Erb- oder Steuerrecht anderen Lebensformen gegenüber bevorzugt werden. "Wenn wir für Förderung eintreten, dann können Sie nicht gleichzeitig die totale Gleichheit fordern", wirft er Kritikern entgegen. Als der Moderator fragte, ob es Schüssel störe, dass Österreich in punkto Gleichstellung europaweit im letzten Drittel liege, antwortete der Kanzler: "Ich weiß nicht, was Sie für ein Ranking im Auge haben. Ich glaube, dass Österreich eines der freisten und tolerantesten Länder ist und darauf bin ich stolz."
Homo-Gruppe kritisiert Schüssel scharf
Die Homosexuelle Initiative (HOSI Wien) warf Schüssel vor, er bestrafe mit seiner Politik Kinder für die sexuelle Orientierung ihrer Eltern. "Diese Gleichsetzung von Ehe, Familie und Kindern ist nicht nur völlig weltfremd angesichts des Umstands, dass in Österreich rund ein Drittel der Kinder unehelich geboren wird, sondern auch eine Verhöhnung allein erziehender Mütter und Väter", kommentiert Bettina Nemeth, Vorsitzende der HOSI Wien, die Ansichten des Kanzlers. "Zusätzlich bedeutet diese Gleichsetzung aber auch, dass Schüssel alle Eltern zur Heirat zwingen will, falls sie und ihre Kinder in den vollen Genuss jener Privilegien kommen wollen, die an die Ehe geknüpft sind." In Österreich wird am Sonntag ein neuer Nationalrat gewählt. (dk)



#1 hwAnonym
  • 27.09.2006, 18:02h
  • "...Wenn alle Gläubigen verpflichtet sind, gegen die rechtliche Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften Einspruch zu erheben, dann sind es die katholischen Politiker in besonderer Weise, und zwar auf der Ebene der Verantwortung, die ihnen eigen ist. Wenn sie mit Gesetzesvorlagen zu Gunsten homosexueller Lebensgemeinschaften konfrontiert werden...Wird der gesetzgebenden Versammlung zum ersten Mal ein Gesetzesentwurf zu Gunsten der rechtlichen Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften vorgelegt, hat der katholische Parlamentarier die sittliche Pflicht, klar und öffentlich seinen Widerspruch zu äußern und gegen den Gesetzesentwurf zu votieren. Die eigene Stimme einem für das Gemeinwohl der Gesellschaft so schädlichen Gesetzestext zu geben, ist eine schwerwiegend unsittliche Handlung...Wenn ein Gesetz zu Gunsten homosexueller Lebensgemeinschaften schon in Kraft ist, muss der katholische Parlamentarier auf die ihm mögliche Art und Weise dagegen Einspruch erheben und seinen Widerstand öffentlich kundtun: Es handelt sich hier um die Pflicht, für die Wahrheit Zeugnis zu geben.....",
    Rom, am Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre

    Joseph Card. Ratzinger
    Präfekt
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#2 rudolfAnonym
  • 27.09.2006, 19:57h
  • @hw

    Auch in Uruaguay, Belgien, Spanien und Tschechien sind die meisten Menschen irgendwie katholisch und sei es nur zu Weihnachten. Es kommt auch drauf an, was man aus solchen Gewissens-Diktaten macht.
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#3 madridEUAnonym
  • 27.09.2006, 20:31h
  • @rudolf: Wie hier im Forum bereits bekannt, so gehört der Bürgermeister von Madrid Alberto Ruiz Gallardón der konservativen PP an. Natürlich ist er, wie fast alle Spanier, ebenfalls katholisch und hat trotzdem schwule Parteimitglieder getraut, weil es Gesetz ist. Der Klerus und seine Anhänger haben das mit allen Mitteln zu verhindern versucht, können aber rein gar nichts gegen ihn unternehmen.Sie langweilen mittlerweile die übergrosse Mehrheit der Bevölkerung.
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#4 tux2006Anonym
  • 27.09.2006, 21:16h
  • @madridEU: Ich denke auch, das es die Spanische Bevölkerung nach über 20-Jähriger Faschistischer Diktatur satt hat, bevormundet zu werden. Bei diesem Europäischen land verhält es sich nämlich, mal abgesehen von der Geschichte, wie in vielen anderen EU-Ländern: Wenn der Bevölkerung etwas nicht passt, geht sie auf die Straße. Und zwar nicht nur 10000 oder 20000, sondern gleich Millionen. etwas, was in Deutschland wohl noch lange dauern wird..... Leider.

    Ansonsten wird die Katholisch-Christliche Religion nicht vor die Zukunft gestellt, was ich sehr gut an den Spaniern finde.
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#5 madridEUAnonym
  • 27.09.2006, 22:09h
  • Ach @tux: Zu unserem Leidwesen hat aber auch die Kirche mit ihrer Hetero-Familien-Hysterie von der Kanzel her eine Million in Madrid auf die Strasse gebracht, wo sie gegen die schwule Gleichstellung und gleichzeitig gegen den ihnen verhassten Zapatero protestiert haben.
    Es ist anzunehmen, dass man aber überall
    Riesen-Demos organisieren kann, die nicht unbedingt Mehrheiten wiedergeben. Der Gang zur Wahlurne ist wohl immer noch der Strasse vorzuziehen. Das gilt doch wohl auch für Deutschland ?
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#6 madridEUAnonym
  • 27.09.2006, 22:19h
  • @tux: Noch eine kleine Korrektur zur neueren faschistischen Geschichte Spaniens: Die Franco- Diktatur hat mit der Kirche als einer ihrer wichtigen Stützen 40 Jahre gedauert und nicht 20. Wie Du schon andeutest, so haben unerbittliche Verfolgungen Andersdenkender und Homosexueller viele Menschen hier geprägt. Das ist der Unterschied zu Ländern mit längerer demokratischer Tradition.
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#7 AlexAnonym
  • 28.09.2006, 12:37h
  • Ist doch nichts Neues, dass die Konservativen nicht nur in Deutschland, sondern überall Schwule weiter diskriminieren wollen!
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