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Cardiff (queer.de) - Ein christlicher Aktivist durfte beim CSD im walisischen Cardiff Flugblätter verteilen, in denen er mit Bibelzitaten Homosexualität verdammt. Das hat gestern ein Amtsgericht entschieden. Stephen Green von der evangelikalen Gruppe Christian Voice hatte vor drei Wochen während des CSD Flyer mit dem Titel "Gleichgeschlechtliche Liebe - gleichgeschlechtlicher Sex: Was sagt die Bibel dazu?" verteilt und war daraufhin von der Polizei verhaftet worden (queer.de berichtete). Die Beamten argumentierten, der Christ rufe zum Hass gegen Schwule und Lesben auf; die Anklage widersprach aber und meinte, es gebe dafür nicht genügend Beweise. In einer Erklärung sagte Green: "Ich danke Gott dafür, dass ich dafür eingesperrt wurde, das Wort von Jesus Christus zu verkünden", so der 55-Jährige. "Es ist wichtig, dass sich Christen für das Evangelium einsetzen und sich gegen den Versuch der Polizei zu wehren, unsere Bürgerrechte mit Füßen zu treten." Green will nun seinerseits die Polizei verklagen, weil die sein Recht auf freie Meinungsäußerung eingeschränkt habe. (dk)



19 Kommentare

#1 LuxuriaAnonym
  • 29.09.2006, 16:02h
  • Zitat: "Ich danke Gott dafür, dass ich dafür eingesperrt wurde, das Wort von Jesus Christus zu verkünden"

    Aha? An welcher Stelle sagt JESUS was gegen gleichgeschlechtliche Liebe? Paulus sagt was, das AT hat solche Stellen, aber Jesus? Von welcher Bibel redet der Mann?
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#2 manni2Anonym
#3 ralphAnonym
  • 29.09.2006, 16:18h
  • Der soll eben nicht hinter Gittern, weil er sich sonst selbst als Märtyrer hochstilisieren kann. Einfach solche Leute ignorieren und ins Leere laufen lassen. Alles andere unterstützt die nur noch in ihren verdrehten Gedanken
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#4 TimoAnonym
  • 29.09.2006, 18:29h
  • Jaja, die Bibel:

    a] Wenn ich am Altar einen Stier als Brandopfer darbiete, weiß ich, dass dies für den Herrn einen lieblichen Geruch erzeugt [Lev 1,9]. Das Problem sind meine Nachbarn. Sie behaupten, der Geruch sei nicht lieblich für sie. Soll ich sie niederstrecken?

    b] Ich würde gerne meine Tochter in die Sklaverei verkaufen, wie es in Exodus 21,7 erlaubt wird. Was wäre Ihrer Meinung nach heutzutage ein angemessener Preis für sie?

    c] Ich weiß, dass ich mit keiner Frau in Kontakt treten darf, wenn sie sich im Zustand ihrer menstrualen Unreinheit befindet [Lev 15,19–24]. Das Problem ist: Wie kann ich das wissen? Ich habe versucht zu fragen, aber die meisten Frauen reagieren darauf pikiert.

    d] Levitikus 25,44 stellt fest, dass ich Sklaven besitzen darf, sowohl männliche als auch weibliche, wenn ich sie von benachbarten Nationen erwerbe. Einer meiner Freunde meint, das würde auf Mexikaner zutreffen, aber nicht auf Kanadier. Können Sie das klären? Warum darf ich keine Kanadier besitzen?

    e] Ich habe einen Nachbarn, der stets am Samstag arbeitet. Exodus 35,2 stellt deutlich fest, dass er getötet werden muss. Allerdings: Bin ich moralisch verpflichtet, ihn eigenhändig zu töten?

    f] Ein Freund von mir meint, obwohl das Essen von Schalentieren, wie Muscheln oder Hummer, ein Gräuel darstellt [Lev 11,10], sei es ein geringeres Gräuel als Homosexualität. Ich stimme dem nicht zu. Könnten Sie das klarstellen?

    g] In Levitikus 21,20 wird dargelegt, dass ich mich dem Altar Gottes nicht nähern darf, wenn meine Augen von einer Krankheit befallen sind. Ich muss zugeben, dass ich Lesebrillen trage. Muss meine Sehkraft perfekt sein oder gibt es hier ein wenig Spielraum?

    h] Die meisten meiner männlichen Freunde lassen sich ihre Haupt- und Barthaare schneiden, inklusive der Haare ihrer Schläfen, obwohl das eindeutig durch Levitikus 19,27 verboten wird. Wie sollen sie sterben?

    i] Ich weiß aus Levitikus 11,8, dass das Berühren der Haut eines toten Schweins mich unrein macht. Darf ich aber dennoch Fußball spielen, wenn ich dabei Handschuhe anziehe?

    j] Mein Onkel hat einen Bauernhof. Er verstößt gegen Levitikus 19,19, weil er zwei verschiedene Saaten auf ein und demselben Feld anpflanzt. Darüber hinaus trägt seine Frau Kleider, die aus zwei verschiedenen Stoffen gemacht sind [Baumwolle und Polyester]. Er flucht und lästert außerdem recht oft. Ist es wirklich notwendig, dass wir den ganzen Aufwand betreiben, das komplette Dorf zusammenzuholen, um sie zu steinigen [Lev 24,14–16]? Genügt es nicht, wenn wir sie in einer kleinen familiären Zeremonie verbrennen, wie man es ja auch mit Leuten macht, die mit ihren Schwiegermüttern schlafen [Lev 20,14]?

    Aber das fehlt wahrscheinlich alles in seiner Comicausgabe... Oder er verheimlicht bewusst, dass man die Bibel nicht 1:1 auslegen kann (zumal sie ja auch ständig von Theologen geändert wurde)
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#5 borutAnonym
  • 29.09.2006, 20:03h
  • Es gibt auch Stellen im Alten Testament, wo befohlen wird, Homosexuelle zu töten. Ich würde gerne wissen, ob man im Namen der religiösen Freiheit auch diese Botschaft auf Flugblättern verbreiten kann.
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#6 DanielAnonym
  • 29.09.2006, 20:22h
  • Ich fände es unfair, wenn der Mann dafür in den Knast wandern würde. Freiheit ist manchmal schwer auszuhalten, aber Freiheit heißt auch, dass nicht nur eine Seiten reden darf.

    Wir können und doch auch beim nächsten Gottesdient vor eine evangelikale Kirche stellen und Flyer verteilen "Fehler in der Bibel"...?!
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#7 gerdAnonym
  • 30.09.2006, 03:25h
  • Natürlich hat dieser Mann ein Recht auf Meinungsäußerung und Demonstrationsfreiheit.

    Und wenn er auf einem CSD kommt, so ist dies erstmal sogar zu begrüßen.

    Wir sollten einem solchen Menschen nicht mt Aggression sondern mit Ehrlichkeit begegnen, und ihn argumentativ mit seinen eigenen Waffen schlagen: indem wir ihm auf liberaler Bibelauslegungsebene ("wenn man religös ist") oder auf wissenschaftlich-humanistischer Ebene, wenn man Atheist ist, begegnen.

    Auf jeden Fall empfehle ich jedem homosexuellen Menschen einmal die Seiten der www.huk.org, damit man dort sich argumentativ/interlektuell stärkt.
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#8 ManuAnonym
  • 30.09.2006, 07:02h
  • Gut, stell ich mich doch nächste Woche in die Kirche und werd mal meine Meinung dazu verkünden....
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#9 dirxxAnonym
  • 30.09.2006, 09:30h
  • Zu diesem Thema pflege ich stets Lynn Lavnerzu zitieren:

    Die Bibel enthält 6 Ermahnungen an Homosexuelle
    und 362 Ermahnungen an Heterosexuelle.
    Das heißt aber nicht, daß Gott die Heterosexuellen weniger liebt,
    sie müssen nur strenger beaufsichtigt werden
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#10 SaschaAnonym
  • 30.09.2006, 20:40h
  • Ich habe den Eindruck, dass wir hier sehr dringend mit einem grundlegenden Missverständnis aufräumen sollten:

    Freiheit, zu der im Sinne der Französischen Revolution immer auch Gleichheit gehört, meint in einer demokratischen Gesellschaftsordnung ganz sicher nicht die Freiheit, Propaganda gegen bestimmte gesellschaftliche Gruppen zu verbreiten und ihnen eben ihre Freiheits- und Gleichheitsrechte abzusprechen.

    Wer sich so verhält, stellt sich eindeutig gegen die demokratisch-pluralistische Gesellschafts- und Rechtsordnung, und das darf unter gar keinen Umständen geduldet werden.

    Ich erinnere daran, dass auch die Nationalsozialisten ihre perverse Ideologie durchaus unter Zuhilfenahme der Bibel zu rechtfertigen wussten. Sollen wir das dann zukünftig auch wieder unter Berufung auf die freie Meinungsäußerung zulassen???

    Ich muss mich schon wundern, dass gerade in diesem Lande nach wie vor erschreckende Bildungsdefizite in diesen grundlegenden Fragen einer demokratischen Gesellschaft anzutreffen sind.
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