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Los Angeles (queer.de) - Eine Anti-HIV-Anzeigenkampagne des "L.A. Gay and Lesbian Center" ist landesweit auf Kritik von Homo-Aktivisten gestoßen. Auf Plakatwänden und in Magazinen in und um Los Angeles wirbt die Gruppe mit dem Satz "HIV ist eine schwule Krankheit" für mehr Safer Sex. Lorri Jean, Vorsitzende des Gay and Lesbian Center, begründet die Kampagne damit, dass drei Viertel der Infektionen im Landkreis Los Angeles schwule und bisexuelle Männer betreffe - dabei stellten sie gerade einmal sieben Prozent der Bevölkerung. In letzter Zeit sei mehr Präventionsarbeit in anderen Gruppen gemacht worden, so dass in der Homo-Szene das Thema Aids nicht mehr präsent sei. "Wir haben HIV erfolgreich vom Wort 'schwul' abgekoppelt, dass wir nicht einmal mehr wissen, wie sehr wir betroffen sind", so Jean. "Wir haben in den vergangenen 25 Jahren gelernt, dass wir die Wahrheit sagen müssen, um gegen diese Seuche zu gewinnen. Dabei ist egal, wie unbequem diese ist." Homo-Organisationen kritisieren landesweit, dass diese Kampagne zur Ausgrenzung von Schwulen beitrage. So fürchtet die Gruppe "Erase the Hate", dass homophobe Organisationen dadurch Zulauf erhielten - und mehr Schwule durch "Therapien" versuchen würden, heterosexuell zu werden. (dk)



42 Kommentare

#1 seb1983
  • 05.10.2006, 16:11h
  • jetzt bin ich ja mal gespannt auf die Diskussion hier (Stichwort verlogene Angstmoral? *g*)

    Tatsache ist: Gegenüber dem Anteil an der Gesamtbevölkerung machen Schwule einen überwältigenden Anteil bei den HIV Infektionen aus. Da nutzt kein aber aber aber die Heten und Fingerzeigen, es ist so!

    Die Gründe kennt jeder: als schwuler Mann kann ich mich wenn ich möchte jeden Tag mit einem anderen Mann ins Bett legen. Mit 23 habe ich zumindest mehr Sexpartner gehabt als die meisten Heteros in ihrem ganzen Leben. Trotz Safer Sex habe ich bei meinem ersten HIV Test mit den Knien geschlackert. War nicht vielleicht doch ein faules Ei dabei? Zum Glück nicht.

    Es ist eben einfach ein statistisches Spiel: Wer hat ein höheres Risiko? Der Hetero, der im Jahr eine Handvoll Frauen rumkriegt (die vielleicht selbst kaum einen Typen rangelassen haben) oder der Schwule in Köln der sich jede Woche einen anderen aussuchen kann.

    Gegenbeispiele gibst es immer: der Hetero, der sich durch alle Clubs poppt, der Schwule in der festen Beziehung.

    Auch die hohe Ansteckungsrate in schwulen Beziehungen ist ja teils verständlich. Weniger treu sind Schwule bestimmt nicht, aber sie werden permanent auf die Probe gestellt.
    Der Hetero in fester Beziehung findet wohl nur selten eine Frau die er "mal so eben" abends flachlegen kann, der Schwule muss dafür nur in die szene oder online gehen. Die Versuchung lockt permanent.

    Ebenfalls ein "Problem": Verhütung
    Ein HeteroFreund von mir ist ziemlich "umtriebig" würd ich es mal nennen :-) nur: ohne Gummi geht bei ihm nichts, aber dabei gehts nicht nur um HIV sondern er hat einfach schiss dass ihm da mal eine einen Braten in die Röhre schiebt oder eine 16 jährige die Pille falsch genommen hat.

    Analverkehr, den zwar auch viele Heteros betreiben aber Homos eben deutlich häufiger, hat zudem auch ein deutlich höheres Übertragungsrisiko als vaginaler.

    Niemand will oder könnte überhaupt erwachsenen Menschen ihre Sexualgewohnheiten vorschreiben. aber man sollte sich seines Risikos bewusst sein! Denn auch hier gilt: die Masse machts, und dann gehts nach dem Schneeballsystem weiter: ein HIV positiver im Darkroom.....
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#2 SvenAnonym
#3 HelmutAnonym
  • 05.10.2006, 17:23h
  • langsam aber sicher kommen die Rechnungen für das
    Bareback-Gepoppe in der Scene - dass die Rechnungen
    nicht schmecken ist klar, aber hat wirklich einer gedacht, die
    kommen nicht?
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#4 redforceAnonym
  • 05.10.2006, 18:15h
  • Als weiteren Grund sollte man auch noch sehen, dass ein größerer Anteil der Homosexuellen und davon jener besonders "umtriebigen" infiziert sind und daher die Wahrscheinlichkeit, sich bei ungeschütztem Sex anzustecken, höher ist als bei Heteros. Ab einer gewissen Grenze gibt's dann keine Unterschiede mehr => Afrika. Man kann nur hoffen, dass es bei uns nie soweit kommt und Prävention weltweit wichtiger genommen wird.
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#5 tux2006Anonym
  • 05.10.2006, 20:25h
  • Achso, nun ja, und weil es ne schwule krankheit ist, infizieren sich auch immer mehr heten??
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#6 RainerAnonym
  • 05.10.2006, 22:35h
  • HIV/AIDS ist keine Krankheit der Schwulen, sondern eine Krankheit des Immunsystems.

    Allerdings sieht es in Europa und Nordamerika so aus, als würden andere Bevölkerungsgruppen mit ihren Abwehrkräften besser umgehen als schwule Männer und IV-Drogenabhängige, die zusammen die große Mehrheit der AIDS-Erkrankten Menschen darstellen.

    Übrigens: Nur noch ca. 30 % der Todesfälle von HIV-Infizierten gehen auf das Konto von AIDS (RKI, EB 47/2004; Palella et al, J Acquir Immune Defic Syndr. 2006 Sep;43(1):27-34.) Alle anderen Todesfälle haben mit Drogenmissbrauch, anderen sexuell übertragbaren Krankheiten, Suizid und den Nebenwirkungen der antiviralen Medikamente zu tun.

    Folglich sind HIV-infizierte Menschen - rein statistisch - eine Bevölkerungsgruppe, die mehr Risiken eingeht und deren Körper und Psyche mehr Gefahren ausgesetzt sind als im Durchschnitt der Bevölkerung.

    Der Slogan "AIDS is a gay disease" könnte helfen, allgemein mehr über die Lebenssituation von schwulen Männern zu diskutieren und nachzudenken.
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#7 PeterAnonym
  • 05.10.2006, 22:57h
  • Nunja, schön und gut wenn man den Schwulen ins Gewissen reden möchte das sie zumindest in den Industrieländern die Hauptbetroffenen von HIV sind. Aber irgendwie kontraproduktiv auf der anderen Seite weil man damit gleichzeitig die Heterosexuellen in Sicherheit wiegt nur weil ihr Risiko "noch" geringer ist. Afrika, Thailand, Indien etc. zeigen ja sehr gut wie schnell sich das ändern kann und dann wird es wirklich heftig.
    Natürlich muss man den Finger in die Wunde legen, aber dabei sollte man vermeiden eine andere Wunde laienhaft zuzutackern.
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#8 seb1983
  • 06.10.2006, 00:27h
  • @tux2006

    da haben wir es mal wieder, der Finger auf die "Anderen"

    Selbst die Deutsche Aidshilfe gibt an dass 70% bei Sex von Mann mit Mann angesteckt wurden. 70%!!!!!!
    Bei wieviel % Schwulen in der Bevölkerung? 10, 15% ???

    Ok, die 85 bis 90% "Rest"Heteros haben sich inzwischen auf gigantische 20% aller Ansteckungen "hochgepoppt"

    Bedeutend auch die 1% Mutter-Kind Übertragung....

    Wenn rund 10% der Bevölkerung 70% aller Infektionen ausmachen, dann finde ich es einfach nur scheinheilig auf die im Vergleich deutlich niedrigeren Zahlen bei Heteros zu zeigen!!

    Die schwule Hütte brennt seit 20 Jahren, aber einige hier meinen man sollte wohl erst bei den Heteros das Feuer im Ofen löschen....
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#9 HampiAnonym
  • 06.10.2006, 01:44h
  • hier wurde schon mal geschrieben, dass Sex bei Schwulen nun halt einen höheren Stellenwert hat als bei Lieschen Müller und Otto Normalverbraucher....und dass die Schwulen halt auch häufiger Analverkehr haben ist wohl auch klar. Ein Heteromann, wenn er ungeschützt vaginalen Sex hat mit einer Frau, geht ein kleineres Ansteckungsrisiko ein als ein Homo der ungeschützten Analverkehr hat, da der enge Darm viel häufiger kleine Verletzungen und Blutungen davon trägt als die weitere Scheide einer Frau. Wer jede Nacht einen anderen Typen im Bett baucht, müsste sich vielleicht mal fragen, ob er vielleicht sexaholic ist....? Dafür gibts doch sicher auch Therapien genau wie für die Workaholics oder eben die Alkoholiker? Unser Dorfpfarrer weigert sich, Homosexuelle zu trauen,klar, nicht mit obiger Begründung, aber er sagt, zu seiner kirchlichen Segnung gehören die Aussagen "...Sie dürfen die Braut jetzt küssen" und "seid fruchtbar und vermehret euch, doch seid euch treu bis dass der Tod euch scheidet". Damit umgeht er raffiniert jeden Diskriminierungsvorwurf, denn seine beiden Sätze treffen wohl doch nur auf sehr wenige Schwule zu....
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#10 RainerAnonym
  • 06.10.2006, 08:35h
  • AIDS tritt ein, wenn das Immunsystem kollabiert, weil es dauerhaft überfordert wird. In vielen Fällen reicht HIV dafür als alleinige Ursache gar nicht aus. Es gehört also ein gewisser Lebensstil mit mehreren erhöhten Risiken dazu. Am besten kann man das am Kaposi Sarkom verdeutlichen, eine Krebsart die ja als die „typische Schwulenkrankheit“ oder sogenannter "Schwulenkrebs" betrachtet wurde.

    Obwohl nicht nur schwule Männer HIV-positiv getestet werden, tritt vor allem bei ihnen das Kaposi Sarkom auf, bei anderen Risikogruppen praktisch gar nicht. Zunächst war dieses Phänomen ein großes Rätsel, aber vor ein paar Jahren hat man eine Lösung dafür gefunden: noch ein neues Virus! Es wird als KSHV (Kaposi Sarkom assoziiertes Herpes Virus) oder HHV-8 (Human Herpes Virus 8) bezeichnet. Das Virus ist äußerst selten, dennoch sind Gensequenzen dieses Virus in allen Kaposi-Tumoren auffindbar. HIV und HHV-8 wirken folglich bei der Entstehung von Kaposi Sarkomen zusammen. Man muss sich also schon mit zwei verschiedenen sehr seltenen Viren angesteckt haben, um ein Kaposi Sarkom zu entwickeln.

    Warum schreib ich das hier alles? Ganz einfach: Bis heute ist nicht klar, wie HIV Krankheiten verursacht und ob es weitere Kofaktoren benötigt, um das Immunsystem zu ruinieren. Das sehen viele Wissenschaftler so, unter anderem auch der Entdecker des HIV, Luc Montagnier. Mein weiß einfach viel zu wenig über HIV/AIDS. Und solange es keine Heilung gibt, sind insbesondere schwule Männer gut beraten, einen möglichst gesunden Lebensstil zu pflegen. Jede Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten sollte vermieden werden, ebenso übermäßiger Drogenkonsum, Dauerbehandlung mit Breitband-Antibiotika und dauerhafte Mangelernährung.

    Um dieses Bewusstsein endlich zu stärken, ist es gut und notwendig, den provokanten Slogan „HIV is a gay disease“ zu benutzen. (Obwohl HIV ja keine Krankheit ist, sondern nur ein Virus, das möglicherweise mehrere Krankheiten mit dem Sammelbegriff „AIDS“ verursacht.)
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