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Brisbane (queer.de) - Eine 13-jährige Schülerin aus dem ostaustralischen Brisbane hat eine Debatte um die australischen Lehrpläne angestoßen, weil sie sich wegen ihres Glaubens geweigert hatte, einen Aufsatz über Homosexualität zu schreiben. Jetzt sind konservative Politiker und christliche Organisationen in Aufruhr, weil sie dafür die Note "ungenügend" erhalten hatte. Die Schüler der 9. Klasse sollten sich in der Aufgabe mit einer hypothetischen schwulen Kolonie auf dem Mond auseinandersetzen. Darin sollten sie erklären, wie es sich anfühlt, eine Minderheit zu sein. Die 13-Jährige erledigte die Aufgabe jedoch nicht und begründete das mit ihrem christlichen Glauben, der besage, Homosexualität sei eine Sünde. Die Mutter der Schülerin beschwerte sich nach der Notenvergabe bei der Schule und den Medien. Sie sagte, die High School habe ihr nahegelegt, ihr Kind in eine christliche Schule zu versetzen, da eine diskriminierende Einstellung nichts in einer öffentlichen Schule mit Diversity-Richtlinien zu suchen hätte. Rechtsgerichtete Politiker kritisierten den Vorgang scharf: "Es ist nicht verwunderlich, dass unsere Kinder mit den Grundlagen Probleme haben, wenn so ein Müll in unseren Schulen gelehrt wird", sagte Jeff Seeney, Oppositionsführer des Staates Queensland, in dem Brisbane liegt. Die konservative Bundesbildungsministerin Julie Bishop drohte gar damit, den Staaten die Hoheit über das Bildungswesen wegzunehmen, da "Ideologen" das System ausnützten. (dk)



#1 FloAnonym
  • 09.10.2006, 13:58h
  • Es ist Aufgabe der Schule verschiedene Sichtweisen und Meinungen zu vermitteln. Denn nur dann kann man sich selbst ideologiefrei eine Meinung bilden und ein mündiger Bürger werden.

    Wenn solch eine dumme 13jährige Göre, die noch nichts von der Welt weiß, aufgestachelt durch ihre Eltern, Teile des Lehrplans sabotieren will, muss sie halt auch damit leben, dass sie die entsprechende Note bekommt!

    Das zeigt mal wieder wie faschistisch diese religiösen Fanatiker sind, dass sie sich weigern, sich überhaupt mit dem Thema Homosexualität auseinanderzusetzen. Wie können die es wagen, sich ein Urteil zu erlauben!

    Tja, Fanatismus gibt es wohl überall! Dagegen hilft nur eins: BILDUNG BILDUNG und noch mal BILDUNG!!

    Aber wenn die sich weigern in der Schule Bildung zu bekommen, werden die so dumm und ignorant sterben, wie sie jetzt sind!
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#2 SaschaAnonym
  • 09.10.2006, 14:00h
  • Sieh' an: Und bei uns sind es die konservativen Ideologen mit ihrer aktuellen Übermacht in den Ländern, die dort praktisch jeden kulturellen und gesellschaftlichen Fortschritt in punkto sexueller Vielfalt weiterhin verhindern.

    Ich bin ja schon gespannt, ob die den Föderalismus anbetenden Konservativen dann auch bei uns die Bildungshoheit der Länder abschaffen wollen, wenn progressive Kräfte in den Ländern dominieren sollten...
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#3 gerdAnonym
  • 09.10.2006, 14:36h
  • Soweit weg ist dieser Vorfall von den Lehrplänen in Deutschland nicht-ganz im Gegenteil. Die entsprechende Schule in Australien muss ich sogar als sehr fortschrittlich werten.

    Als ich Anfang der 90er Abitur gemacht hatte, bin ich durch unser Schulsystem gewandert, ohne dass auch nur ein einziger Lehrer/Lehrerin jemals das Wort "Homosexualität" erwähnt hatte und in meinem Biologiebüchern finde ich nur in einer kleingedruckten Zeile das Wort "Homosexualität", das war es dann aber auch in meiner Schulzeit.
    Da war der Informationszugang an den Universitäten ein ganz anderer für mich und der Beginn des Internetzeitalters hat diesen Zugang gottseidank "total" verändert.

    Und in diesem Zusammenhang einmal ein Lob an die Queer für Information, Community, Nachrichten, ... für den schwulen Mann. Ihr macht Eure Sache im Internet gut.
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#4 VollkornmannAnonym
  • 09.10.2006, 20:37h
  • Häää? Anhand einer schwulen Kolonie auf dem Mond erklären, wie es sich anfühlt, eine Minderheit zu sein? Was ist denn das für ein bescheuertes Aufsatzthema???
    Da hätte ich mich wahrscheinlich auch geweigert, was drüber zu schreiben. Schon weil ich mit 13 comingout-mäßig noch völlig überfordert gewesen wäre, mich über dieses Thema unbefangen zu äußern. Erst recht in Form einer schriftlichen Prüfung.

    Ich bezweifle doch stark, ob das die richtige Methode ist, Toleranz zu vermitteln. Das Schulfach heißt wohl „political correctness“ und wird mit dem Holzhammer unterrichtet?
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#5 redforceAnonym
  • 10.10.2006, 11:53h
  • Das Aufsatzthema mutet wirklich etwas seltsam an. Und die Mutter sollte ihrer Tochter mal erklären, dass es nicht schlimm ist, wenn sie an andere Mädchen denkt ;)
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#6 SaschaAnonym
  • 10.10.2006, 12:55h
  • @#4 und #5:

    Das ist mal wieder typisch: Da wird über einen grundsätzlich sehr fortschrittlichen und zudem dringend notwendigen erzieherischen Ansatz in den Schulen berichtet, und das Einzige, was manchen hier einfällt, sind dumme Kommentare über das angeblich "seltsame" Aufsatzthema.

    Ich kann nur sagen: Mir sind allemal Schulen lieber, in denen mit dem ausdrücklichen Ziel einer umfassenden Behandlung des Themas der sexuellen Vielfalt (nicht erst ab Klasse 9) auch einmal ein vielleicht "komisch" anmutendes Aufsatzthema gestellt wird, als solche, in denen - wie hierzulande - Lehrer das Thema Homosexualität fast gänzlich ignorieren und damit eine Kultur der Homophobie unter jungen Menschen befördern.
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#7 JoernAnonym
  • 12.10.2006, 12:11h
  • Ich sags ja immer wieder: Mit der Bildung ist es bei diesen Christen grundsätzlich nicht weit her. Kritiklose und verblendete Mitläufer ohne eigene Meinung, die zur Meinungsbildung eine 2000 Jahre alte Gebrauchsanweisung benötigen und diese auch noch falsch, bzw. nach eigenem Belieben interpretieren.
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