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London (queer.de) - Prinz Charles hat ein äußerst positives Vorwort für eine Sammlung von Essays des Anfang des Jahres verstorbenen anglikanischen Theologen Harry Williams verfasst. Der frühere Dekan der Uni Cambridge ist unter Christen umstritten, weil er in der 1982 veröffentlichten Autobiografie "Some Day, I'll Find You" seine Homosexualität öffentlich gemacht hatte: "Ich schlief mit vielen Männern, mit jedem von ihnen ziemlich regelmäßig", erinnerte er sich an seine Zeit in Cambridge. "Sie waren alle Freunde untereinander. Zyniker werden das natürlich belächeln, aber ich habe selten mehr Dankbarkeit gegenüber Gott gespürt als zu den Zeiten, als ich Sex hatte. Ich habe Ihn gelobpreist für die Wonne, die ich erhalten und anderen gegeben habe." Als Prinz Charles 1967 sein Studium in Cambridge begann, war Williams Dekan der theologischen Fakultät. Jetzt hat der Thronnachfolger eine Lobeshymne für das Buch "Living Free" verfasst: "Harry Williams war wahrlich ein Star; ein Mann von hochgradiger Menschlichkeit und Wärme, dessen Humor und Echtheit eine Aura der Zugänglichkeit versprühte". Charles ging nicht direkt auf die Homosexualität des Theologen ein, lobte aber Williams' "couragierte Bereitschaft, seine Seele zu öffnen und vom Herzen zu sprechen". Konservative Christen befürchten nach Angaben der Tagezeitung "Daily Telegraph", dass der Prinz mit diesem Vorwort seine Unterstützung für Homosexualität in der Kirche kundtun wollte. Charles wird - wenn er die Nachfolge von Königin Elizabeth antritt - auch Oberhaupt der anglikanischen Kirche Großbritanniens sein. Williams sagte 1981 auf ausdrücklichen Wunsch des Prinzen während dessen Hochzeit mit Diana Spencer ein Gebet. Außerdem glauben Royalisten, dass Charles seinen zweiten Sohn Harry nach Williams benannt habe. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 madridEUAnonym
  • 09.10.2006, 13:56h
  • Man braucht nicht unbedingt Royalist zu werden, wenn Hoheiten in Monarchien ganz normale Dinge sagen, die der Amtskirche nicht passen. Auch wenn mir
    jetzt der Hauptstrom eisig entgegenweht, so habe ich Prinz Charles und seine kultivierte Camilla immer für sehr aufgeschlossen und vor allem pragmatisch gehalten.
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#2 FloAnonym
  • 09.10.2006, 14:03h
  • Auch für mich ist christlicher Glaube die Lehre von Liebe. Leider haben viele Kirchen, allen voran die römisch-katholische, nichts mit Glauben zu tun, sondern denen geht es nur um Macht, Geld und Einfluss.

    Dass sie Liebe zwischen zwei Menschen als schlecht darstellen, nur weil sie gleichen Geschlechts sind, sagt mehr über deren wahre Hintergründe aus, als über gleichgeschlechtliche Liebe, die genauso wertvoll, rein und schön ist, wie gegengeschlechtliche Liebe!

    Ohne die Kirchen und Fanatiker, die Glauben ausnutzen, wären wir wohl schon längst gleichberechtigt!
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#3 SaschaAnonym
  • 10.10.2006, 15:36h
  • @Flo: So sehr du mit deinen Ausführungen zur Liebe zwischen Menschen (übrigens sind es nicht unbedingt immer nur zwei) Recht hast, muss ich dich in Hinblick auf deinen ersten Satz korrigieren:

    Zunächst einmal hat "Glauben" nichts mit "Lehre" zu tun, sondern entsteht in der geistigen Auseinandersetzung eines Menschen mit sich selbst und mit seiner Umgebung. So muss auch jeder erst einmal in sich selbst die Liebe entdecken, von der du sprichst, denn jeder Mensch trägt sie in sich.

    Dies wiederum ist ein Prozess, der weder "christlich" noch sonst irgendwie exklusiv einer bestimmten "Religion" zuzuordnen ist. Leider hindern Religionen mit ihren Dogmen und Ängsten die Menschen sogar daran, zu sich selbst und damit auch zu ihren Mitmenschen zu finden.

    Das gilt übrigens für alle Religionen, die ich kenne...
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