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Kapstadt (queer.de) - Der Afrikanische Nationalkongress (ANC), der zwei Drittel der Sitze im südafrikanischen Parlament hält, hat sich für die Öffnung der Ehe ausgesprochen. Die Mehrheit der Abgeordneten befürworten das innerparteilich umstrittene Gesetz. Wie der "Independent" berichtet, hat es zuvor unter den Delegierten eine emotionsgeladene Debatte gegeben. Hier sei darauf hingewiesen worden, dass sich der ANC in seiner Geschichte stets für die Gleichheit aller Menschen eingesetzt habe - und diese Tradition solle jetzt nicht gebrochen werden. Noch ist unklar, ob es eine freie Abstimmung im Parlament geben wird oder sich die Abgeordneten dem Mehrheitsvotum unterwerfen müssen. Derzeit gibt es öffentliche Anhörungen zum Gesetz, bei dem sich bislang viele Südafrikaner kritisch über die Homo-Ehe äußerten. Erst vor zwei Wochen hatte Jacob Zuma, der Vize-Präsident des ANC, Homosexualität scharf kritisiert (queer.de berichtete). Die Öffnung der Ehe geriet auf die Tagesordnung, weil der oberste Gerichtshof des Landes den Ausschluss von Schwulen und Lesben als Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz der Verfassung werteten (queer.de berichtete). (dk)



#1 FelixAnonym
  • 10.10.2006, 12:31h
  • Ich finde es schon sonderbar, die höchsten Gerichte sagen dem Parlament, dass die Ehe geöffnet werden muss und alles andere verfassungswidrig ist und dann wird darüber noch diskutiert und Leute meinen, sie müssten das verhindern.

    Das zeigt mal wieder: die Konservativen sind nur solange Freunde des Rechtsstaates, wie es ihnen nutzt. Sobald die Gesetze gegen sie sind, ist es mit Gesetzestreue vorbei.

    Verlogen!
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#2 rudolfAnonym
  • 10.10.2006, 12:59h
  • Das ist ein enormer zivilisatorischer Fortschritt für Afrika. Wenn man in die übrigen afrikanischen Staaten (aber auch in die Karibik) schaut, dann begegnet man fast nur aggressiver bis gewaltbereiter Homophobie, die auch noch von christlichen und islamischen Geistlichen massiv propagiert wird. Die Selbstüberwindung des ANC ist somit einzigartig. Es zeigt, daß die Vernunft überall siegen kann, nicht nur in Ländern mit langer aufklärerischer Tradition. Südafrika kann so nicht nur ein Vorbild für den eigenen Kontinent werden, sondern auch für Länder wie Polen oder Rußland, in denen man sich bei der Verteidigung der Homophobie gern auf eigene 'Werte' beruft (nebenbei: auch unter Stalin, hw).
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#3 hwAnonym
  • 10.10.2006, 13:34h
  • @ rudolf

    ja da stimme ich dir vollkommen zu, mir treibt es heute noch tränen der rührung in die augen, wenn ich daran denke mit welcher aufopferungsbereitschaft sich die zivilisierten weißen massen palästinas und südafrikas selbstlos gegen jede form von rassismus und diskriminierung ins blutige getümmel stürzten. war doch so, oder ?

    "..es rettet uns kein höhres wesen, kein gott, kein kaiser, noch tribun, uns aus dem
    elend zu erlösen, das können nur wir selber tun..." .

    ....auch hier ist die farbe der kaiser u.a. wurscht.

    mit stalin geb ich dir recht.
    unter seiner brutalen herrschaft wurden 73 % aller faschistischen streitkräfte auf dem boden der sowjetunio besiegt.
    77% aller faschistischen flugzeuge über sowjetischem gebiet zerstört.
    war schon ein gefählicher hund, der stalin,
    ließ 677 faschistische divisionen lahmlegen, die westalliierten waren da mit
    170 bedeutend "humaner" ?
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#4 rudolfAnonym
  • 10.10.2006, 14:19h
  • @hw

    In Palästina hat sich das zivilisierte Israel zumindest gegen eine nochmalige Vernichtungsaktion mehrfach gewehrt (gegen Kräfte, die z. T. mit den Nazis sympathisierten, siehe den bekannten Großmufti, der Ehrenmitglied der SS war).

    Den großen vaterländischen Krieg ständig als Rechtfertigung für den GULAG anzuführen, ermüdet auf die Dauer. Mir ist es wurscht, ob ich in Sachsenhausen oder in Sibirien vernichtet werde. Wer angeblich für den Humanismus kämpft, muß sich auch human verhalten, sonst braucht er sich über historische Niederlagen nicht zu wundern. Der ANC hat das kapiert, die russischen Kommunisten bis heute nicht.
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#5 hwAnonym
  • 10.10.2006, 15:03h
  • @ rudolf

    ja da gebe ich die vollkommen recht, die
    nazi-kontakte gingen sogar bis in den irak, iran, afghanistan und tibet. so neu und alt ist diese geschichte.

    mit gulags und kzs liegst du bei mir aber falsch, ich weiß nicht, wer dich damit ermüdet hat. mir geht es eigentlich auch nur um das ganze bild. bisher schien mir die methode richtig. ich freue mich natürlich mit dir, wenn weltweit rahmenbedingungen für humanes verhalten geschaffen werden. das notwehrargument gilt für wen und wen nicht ? wer legt das fest ? du kennst doch auch die blutigen geburtsurkunden unserer zivilisiertheit, oder ?
    die dumpfen umzüge für ein "gerechtes kalifat" erinnern mich ein bißchen an das
    konzept von lalalles "volkskönigstum".
    es kam anders.
    grundgebildete arme massen waren mit sozialistengesetzen nicht mehr zu knebeln,
    brüllende armut mußte mit sozialgesetzgebung gedämpft werden.
    wir hatten den I. und II. weltkrieg usw., usf

    zurück zum anc, unterstützt wurde er, warum auch immer, ausschließlich von
    blockfreien und sozialistischen staaten.
    und das war auch gut so. südafrikas folterknechte und polizei von den anderen, auch vom isrealischen staat, das sind nicht d i e israelis.
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#6 rudolfAnonym
  • 10.10.2006, 22:15h
  • @Ach, hw....

    Mit Lasalle hat das Kalifat nun wenig zu tun. Bei allem Grimm gegen den bösen Revisionismus, der zwar theoretisch grundfalsch ist, aber doch viel erreicht hat...

    Wenn Du Parallelen aus unserem Kulturraum zum Islamo-Faschsimus suchst, dann wirst Du z. B.. unter den Stichworten Degrelle, Tiso, Ante Pavelic oder Franco fündig.
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#7 hwAnonym
  • 11.10.2006, 14:36h
  • @ rudolf

    danke für den hinweis.
    "...mit wenig zu tun.." hast du natürlich recht.
    ich wollte auch nur auf den zusammenhang hinweisen, dass es noch lebensverhältnisse gibt, die außerhalb von reisezeiten, also alltäglich, die information hitze und kälte, unmittelbar und dauernd haben können. das ist bei uns schon eine weile her.
    ebenso die unmittelbarkeit von
    hunger, durst und bildungsbedingter sprachlosigkeit, wobei letztere auch hier wieder zunimmt. mir ging es also nicht um einen theoretischen vergleich der konzepte "kalifat" und "volkskönigstum", sondern um die vergleichbarkeit der alltäglichen lebensverhältnisse der massen, in denen solche konzepte entstehen.
    ich mag aber deine charmante art mich misszuverstehen. tiso kannte ich nicht, die anderen z.t. bzw. ausreichend. mit anhängern des stalinistischen kirchenjahres und den damit verbundenen glaubenssätzen habe ich mich vor langer zeit beschäftigt. es war aber auch recht einfach, die anhänger dieser kirche zum quietschen zu bringen, sehr schnell langweilt´s.
    aber seit der kreation des "islam-faschismus" ist ja wieder für eine weile theoretische unterhaltung geboten.
    den erfindern dieses stöckchens bin ich insofern dankbar, weil damit bei dem einen oder anderen vielleicht ein nachdenken darüber einsetzt, was faschismus eigentlich ist. vielleicht ist der ja auch so ein thema, das sich jede generation neu erschließen muss.
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