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In England ist ein 15-Jähriger als erster Mann zur Königin ernannt worden.

Von Carsten Weidemann

Liesel, rück beiseite: Eine Schönheitskönigin muss nicht immer eine biologische Frau sein. Bekleidet mit einer Tiara und einem weiten Kleid hat der 15-jährige David Bridge aus dem englischen Axbridge sein Amt als Karnevals-Queen angetreten. Er wurde von tausenden Narren jubelnd begrüßt. "Manche Leute sagten, es würde Eierwürfe während der Parade geben, aber das ist uns dankenswerterweise erspart geblieben", so Bridge, der gegen drei Mädchen das Rennen um die Würde machte.

"Ich war sehr nervös, aber ich hab den Tag wirklich genossen", so der Schüler. Das Karnevalskommitee war Berichten zufolge hoch beeindruckt von der Travestieshow, die Bridge bei der Bewerbung geboten hatte. "Wir konnten ihn nicht disqualifizieren, nur weil er ein Junge ist", so der 66-jährige Chef des Karnevalsverein, Robin Goodfellow. "Er hat uns einfach überzeugt."

Seine Mutter erzählt der Lokalpresse, dass Bridge schon immer extrovertiert war. Er habe stets die volle Unterstützung seiner ganzen Familie gehabt. "Er musste schon so viel Diskriminierung ertragen, weil er schwul ist. Wir haben ihn gewarnt, dass er viel Aufmerksamkeit mit seiner Bewerbung erregen würde und dass manche ihn hänseln könnten. Aber er war reif genug, seine eigene Entscheidung zu treffen und dann dazu zu stehen", so die stolze Mutter.

18. Oktober 2006



10 Kommentare

#1 joshAnonym
  • 18.10.2006, 19:52h
  • mutig. manchmal denke ich ja nix hat sich verändert, an diesen beispielen sieht man das gegenteil...:)
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#2 antosAnonym
  • 18.10.2006, 21:15h
  • @ josh:

    Was sieht man denn an diesem Beispiel, außer einen jungen Mann, der in der vorgegebenen und von etlichen Schwulen offensichtlich gern erfüllten Rolle des kostümierten Pausenclowns geachtet wird?
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#3 Trulla TranseAnonym
  • 18.10.2006, 23:12h
  • David, Du bist mein Held. Wenn Du einmal Haare auf der Brust hast, kannste Dich gerne bei mir melden: Einfach 0900-TRULLATRANSE wählen, Schätzchen!
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#4 redforceAnonym
#5 www0815Anonym
  • 19.10.2006, 01:04h
  • Na ja, wenns keiner macht, dann sagen alle Schwule werden nicht beachtet.
    Und wenns einer macht, dann sagt man, der erfüllt doch nur seine Rolle als angeblich Schwuler.
    Hey, sorry Leute, aber ihr müsst euch manchmal schon entscheiden wie ihrs wollt.
    Entweder die Welt soll toleranter werden und dann kommen solche Rollen halt (auch) vor oder man macht das alles eben nicht und die Welt bleibt starr und unbeweglich, aber beides geht einfach nicht gleichzeitig.
    Diese Diskrepanz erlebe ich bei sovielen Kommentaren hier, dass wenn jmd. was Besonderes macht, wirds zuerst schlecht geredet.
    Ich bspw., falls ich mal zum persönlichen Statement kommen darf, finde es beeindruckend, dass ein 66-Jähriger (!!) ihn überhaupt zulässt. Das ist beeindruckend, wenn ich mir die Durchschnittshaltung der älteren Generation so ansehe, die das teilweise noch alles am Liebsten verboten sähe: Eine beeindruckende Leistung.

    Dieser junge Mann hat was geleistet, was nicht viele Männer schaffen, nämlich bei der Schönheit, die von heterosexuellen Männern bewertet wird, als "Frau" zu gewinnen. Das ist eine verdammt gute Leistung. Hut ab.
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#6 madridEUAnonym
  • 19.10.2006, 10:28h
  • Man könnte den Jungen ja einfach mal unverbissen als Karnevals-Jux sehen, damit das oftmals graue Dasein in einem nördlichen Land ein bisschen aufgemischt wird, ohne gleich Verfechter einer andauernden Spassgesellschaft zu sein, oder gar den Eindruck zu erwecken, wir würden uns nur über den Fummel definieren.
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#7 aquarius40Anonym
  • 19.10.2006, 21:32h
  • Dachte erst, es wäre der Knabe, der gerne anstelle einer Hose, den Rock seiner Schuluniform tragen wollte!

    Habe aber eben nachgeschaut, der Knabe, den ich meinte ist erst 13 und nicht schon 15, wie diese Queen!
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#8 Krzyszek
  • 20.10.2006, 11:53h
  • Es ist meiner Meinung nach für einen 15-jährigen wirklich eine reife Leistung, so etwas durchzuziehen. Und für manch Älteren wäre es das auch. Wer das Klima an Schulen kennt, wo "schwul" bzw. "gay" ja immer noch als Schimpfwort gilt - und das ist auf der Insel nicht viel anders als bei uns - weiß wohl zu würdigen, auf was der Junge, und sei er noch so extrovertiert, sich da einlässt.

    Ich kann da nur sagen: Hut ab! Oder: I take my hat off to that!
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#9 joshAnonym
  • 20.10.2006, 17:44h
  • @antos:
    ich verstehe was du meinst und vielleicht war seine rolle wirklich so wie du vermutest. ich musste mich halt nur daran erinnern, wie es mir in seinem alter ergangen ist und auch heute noch wäre es schwer möglich in dresden beispielsweise einen schwulen anstelle eines heteros zum schönheitskönig wählen zu lassen. früher war dies mehr als unmöglich. diese art der verbesserung meinte ich, nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.
    wir leben zweifellos in einer dunklen zeit und sie wird nicht gerade heller. vieles ist zu kritisieren, aber ich finde die wenigen dinge die sich verbessert haben (ohne gut zu sein) müssen wir schön sehen.
    frage: nach dem bürgerkrieg in den usa wurde die sklaverei verboten. von einer wirklichen gleichberechtigung und einem wegfall des diskriminierung kann über 150 jahre später noch nicht gesprochen werden. war die abschaffung der sklaverei trotzdem ein zu feiernder vorteil. eine schwierige frage. aber ich meine, solange wir im auge behalten, was zu tun bleibt, ja.
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#10 JoachimAnonym