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  • 19. Oktober 2006, noch kein Kommentar

Drei Mädels, die den Sound der 40er Jahre wieder aufleben lassen. The Puppini Sisters swingen jetzt auch live!

Von Jan Gebauer

Jedes Jahrzehnt erlebt einmal sein Revival, zuletzt wurden die 70s und 80s mehr als kräftig gemolken. Das Trio The Puppini Sisters bringt uns galant die 40er Jahre zurück und damit den Sound der legendären Andrews Sisters, der damals erfolgreichsten Girl Group. In Deutschland mag man sich an die Ladys weit weniger erinnern als in den USA oder England, denn Swing wurde von den Nazis als Musik des Feindes behandelt und dementsprechend nicht gespielt. Die Puppini Sisters, eine Italienerin und zwei Engländerinnen lassen die Harmonien und das Feeling der großen Vorbilder kongenial wieder auferstehen. Für ihr Debütalbum "Betcha Bottom Dollar" wählten sie allerdings nicht nur Klassiker aus den 40s wie "Boogie Woogie Bugle Boy", "Jeepers Creepers" oder das unvergessliche "Bei mir bist du schön", nein, gemäß dem Trend der letzten Jahre wurden auch bekannte Evergreens der Popmusik aufgenommen. "I Will Survive" von Gloria Gaynor swingt dabei ebenso wie "Wuthering Heights" von Kate Bush" oder "Heart of Glass" von Blondie. Da mag man im ersten Moment vor Schreck die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber die Mädels singen und swingen so lässig, dass man ihnen selbst so uncoverbare Titel nicht übel nimmt.

"Wo wir auftreten, gewinnen wir die Herzen des Publikums", erklärt Marcella aus Bologna, die das Trio anführt. "Wir sind witzig und augenzwinkernd, nehmen aber unsere Musik sehr ernst", ergänzt Stephanie, mit zwanzig Lenzen die Gruppenjüngste. "Wir lieben, was wir tun, und sind ebenso euphorisiert wie überrascht über unseren Erfolg", konstatiert Kate. Vor kaum zwei Sommern begründeten sie, allesamt Elevinnen des Londoner Trinity College of Music (und nebenbei Burlesktänzerinnen oder angehende Designerinnen bei Vivienne Westwood), ihr "leidenschaftlich launiges Vokalensemble" ("jazzecho.de"). Aus einer Kaprice heraus, nachdem sie der französische Zeichentrickfilm "Das große Rennen von Belleville" begeistert hatte (für dessen Filmmusik, Komponist Benôit Charest die Klänge der Andrews und Boswell Sisters aufleben ließ). Noch bevor der französische Tonsetzer und Produzent dafür in Hollywood mit einem Oscar gekrönt wurde, machten sich die drei Sängerinnen auf eigene Faust daran, die Harmoniewelten ihrer Sisters im Geiste zu modernisieren. Mit Witz und Respekt, Talent und Elan besorgten sie sich die glamourösen Kleider der stoffreichen Swing-Ära und gaben ihre perfekt harmonisierten Arrangements in einschlägigen Nachtclubs und schwülen Spelunken zum Besten. Charest produzierte nun das erste Album der Sisters, das in England auf Anhieb in die Top-20 der Charts einstieg.

Am 20. Oktober kann man die The Puppini Sisters in der TV-Show "Der Deutsche Fernsehpreis" (ARD) bewundern.

In der kommenden Woche können wir die Puppini Sisters auch live erleben:

13.12. Quasimodo/Berlin
14.12. Uebel & Gefährlich/Hamburg
15.12. Gloria Theater/Köln
16.12. Ampere Club/München

7. Dezember 2006