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Homo-, hetero, bi- und transsexuelle New Yorker treffen bei privaten Sexpartys aufeinander - der neue Film von John Cameron Mitchell ("Hedwig And The Angry Inch")

Von Carsten Weidemann

Seit dem 11. September 2001 ist in New York nichts mehr so wie es einmal war. Intensiver denn je suchen Menschen nach Liebe und Sex, Anerkennung und Befriedigung. Da ist zum Beispiel der Homosexuelle Jamie, der lieber James genannt werden möchte. Er dreht gerade einen Film über seine langjährige Beziehung mit Jamie, der inzwischen ein wenig der Kick fehlt. Oder Domina Severin, die in ihrer Sado-Maso-Bude ihre Freier züchtigt, während Sextherapeutin Sofia es sich nach allen Regeln der Kamasutra-Kunst von ihrem potenten Mann Rob besorgen lässt, dabei aber leider keinen Orgasmus bekommt.

Sie alle laufen sich irgendwann im exklusiven Club "Shortbus" über den Weg, wo der Sex in all seinen Spielarten regiert. Ob zu zweit, zu dritt, von vorne oder hinten, oral oder anal, hetero oder homo - hier kommen alle auf ihre Kosten. Und wer gerade mal keinen Sex machen möchte, der redet zumindest darüber... Und am Ende hofft jeder, seinem persönlichen Lebensziel ein Stückchen näher gekommen zu sein. Für den einen ist es ein neuer Job, für den anderen der erste Orgasmus und für den nächsten der Tod...

Nach seinem Debütfilm "Hedwig And The Angry Inch", der 2001 beim Sundance Film Festival mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet wurde, provoziert John Cameron Mitchell nun mit einem tabubrechenden Drama über Sex, Liebe, Erotik und die Sehnsucht nach einem erfüllten Leben. Dabei verknüpft er in bester "Short Cuts"-Manier die Einzelschicksale unterschiedlichster Individuen miteinander und lässt diese in einem exzentrischen Sexclub namens SHORTBUS aufeinander treffen. Und Frank G. DeMarcos famose Kamera hält gnadenlos drauf und filmt alles mit - vom erigierten Glied über kuriose Stellungen bis hin zu originellem Sexspielzeug und deren Handhabung. Doch Mitchell ist weniger an der Ausübung spezieller Sex-Praktiken interessiert, sondern an den Figuren selbst, die wiederum von engagierten New Yorker Schauspielern verkörpert werden, die ohne strenge Drehbuchvorgabe Story und ihre Rollen gemeinsam mit dem Regisseur entwickeln durften. Heraus kam ein bildgewaltiges, die üblichen Sehgewohnheiten sprengendes Sittengemälde eines modernen New York und seiner Bewohner, das bereits bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes für Aufsehen und Aufregung sorgte.



#1 mvsAnonym
#2 stromboliProfil
  • 09.03.2007, 13:38hberlin
  • der film wird bei senatorfilm vertrieben , taucht aber in keinem kino auf.
    Ebenfalls der film "the angry Inch" , der offensichtlich nicht mal einen verleiher fand trotz teddy -preis!
    Liegts an den verleihern (wo bleibt hier die edition salzgeber; manfred würde sich im grabe umdrehen) oder an der unmöglichkeit einer schwul-orientierten programierung in szene-kinos ... ? Am mangel an zuschauern wohl nicht!
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