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München (queer.de) - In ihrem neuen Parteiprogramm will die CSU homosexuelle Familien anerkennen, berichtet der Münchener "Merkur". Einzige Bedingung sei, dass in schwulen oder lesbischen Partnerschaften "Menschen füreinander einstehen und verlässlich Verantwortung und Sorge füreinander übernehmen". Das Acht-Seiten-Papier soll am Montag vorgestellt und im kommenden Jahr auf einem Parteitag beschlossen werden. Insbesondere liberale Christsoziale aus den Großstädten hätten sich darum bemüht, das Familienbild der Partei zu korrigieren, da es in Ballungsgebieten nur noch schwer zu vermitteln sei. "Das Kind muss im Mittelpunkt stehen, nicht die Lebensform, in der das Kind lebt", sagt auch JU-Chef Manfred Weber, der sich für eine besondere Würdigung Alleinerziehender eingesetzt hat. Bislang verteidigt die CSU als einzige Partei kategorisch das Ehegattensplitting, mit dem kinderlose heterosexuelle Paare jährlich mit 22 Milliarden Euro subventioniert werden (queer.de berichtete). Auch die CDU will in ihrem neuen Programm homosexuelle Paare anerkennen, wehrt sich aber nach wie vor gegen ein Adoptionsrecht und die Öffnung der Ehe (queer.de berichtete).
LSU begrüßt "Änderung des Familienbegriffs"
Erfreut über das geplante Parteiprogramm der CSU äußerten sich die Lesben und Schwulen in der Union (LSU). "Die CSU macht sich auf den Weg ihrem Anspruch eine Volkspartei zu sein - durch Akzeptanz der Lebenswirklichkeit in Gesellschaft und Familie – besser zu erfüllen", erklärt Axel Hochrein, Landesvorsitzender der LSU Bayern. "Dieser Schritt war ebenso überfällig, wie anerkannt werden muss, dass er für ein Flächenland mit starkem Stadt-Land-Gefälle - und sich daraus ergebenden unterschiedlichen Sichtweisen - auch ein schwieriger Spagat ist". Bis zur Verabschiedung des neuen Grundsatzprogramms müsse die Partei noch ihre Weigerung zur Gleichstellung von Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft aufgeben, verlangt Hochrein. (dk)



27 Kommentare

#1 SvenAnonym
  • 20.10.2006, 15:36h
  • Die werden nicht homofreundlicher, noch erkennen sie homosexuelle Paare an.
    Das einzige, was sie tun, ist, dass sie jetzt die offiziellen Formen der Diskriminierung unterstützen.

    Nur weil sie "anerkennen", dass es die "Eingetragene Lebenspartnerschaft" gibt, sind sie nicht homofreundlicher. Sie haben scheinbar nur akzeptiert, dass es in Deutschland Gesetze gibt, die man befolgen muss, auch wenn man nicht dafür ist.
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#2 MarcAnonym
  • 20.10.2006, 15:36h
  • Ist doch klar... Nach dem katastrophalen Ergebnis in den Städten bei der letzten Wahl ist auch bei der Union angekommen, dass man nicht 15% + x der Wähler einfach vergraulen darf.

    Aber jenseits von Wahlkampfrhetorik zählt natürlich nur das, was auch tatsächlich geschieht und da ist die Union nach wie vor unbeweglich (siehe Splitting & Co).

    Wenn die Union wirklich wöllte, dass auch homosexuelle Paare "füreinander Verantwortung übernehmen und einstehen" kann man das ganz leicht machen, indem man die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnet, wie bereits in Belgien, den Niederlanden, Spanien und Kanada geschehen. Übrigens hat dies in den besagten Staaten nicht nur der Gesellschaft gutgetan, sondern gerade auch der Wirtschaft.

    Nur eine Öffnung der Ehe ist echte Gleichberechtigung, jede Ehe 2. Klasse (egal wie sie heißt und konkret aussieht) ist per definitionem Diskriminierung. Aber da wird die Union sich wohl auch weiterhin nicht bewegen und ihre Ideologie über Fakten stellen! Alleine schon aus Angst vor dem Zorn der Kirche, die ja in der Union eine große Rolle spielt und starken Einfluss hat.

    Insofern ist diese Meldung nichts wert: Wahlkampf-Gelaber um nicht noch mehr Wähler in den Städten zu verlieren, aber wenn es drauf ankommt, wird sich wohl nichts tun. Nach dem Unheil, was die bisher zu verantworten hatten, müssen die erst mal jenseits von Reden und Erklärungen in der Praxis BEWEISEN, dass es ihnen ernst ist!!
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#3 Bayern vor!Anonym
  • 20.10.2006, 16:04h
  • Pfundig! Die CSU hat Bayern zur Nummer 1 in Deutschland gemacht. Die ganze Nation beneidet uns für unsere robuste Wirtschaft und unsere niedrige Arbeitslosenquote. München ist auch für Schwule ein tolles Pflaster. Jetzt können wir sogar die CSU wieder wählen. Das habe ich zwar schon immer gemacht, weil ich nicht in einem abgewrackten ossimäßigen Land leben wollte, aber jetzt kann ich auch als Schwuler guten Gewissens mein Kreuz bei meiner Lieblingspartei machen.

    Wenn Ihr auch von dieser wunderbaren Partei profitieren wollt, wählt die CSU. ABER: Natürlich müsst Ihr vorher nach Bayern ziehen!
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#4 MichaAnonym
  • 20.10.2006, 16:43h
  • @Bayern vor!
    Ich fasse deinen Beitrag mal als Satire auf. Oder schaust du deine Bayern-Welt aus einer rosaroten Brille heraus an? In München reagiert übrigens - Gott sei Dank - nicht die CSU, sondern Rot-Grün-Rosa!
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#5 joshAnonym
  • 20.10.2006, 17:19h
  • @bayern vor!
    lieber lokalpatriot, da stellen wir uns mal vor, die "ostzone" wäre nicht 40 jahre lang ausgeplündert worden, sondern hätte wie bayern 40 jahre lang milliarden subventionen der eu kassiert um ein industrieland zu werden. stellen wir uns weiter vor, die ostzone hätte 40 jahre eine einparteienregierung gehabt, die konsequent alle hemmnisse für die wirtschaft beiseite räumt (auch auf kosten der bürger - siehe gammelfleisch, bse, schweinepest, etc. etc.). was meinst du bayer eigentlich wie dresden und leipzig dann heute aussehen würden? und dabei habe ich noch gar nicht erwähnt wie man immer schön mit dem militärisch-industriellen komplex kollaborierte, vor 45, nach 45 heute usw. denk mal nur an strauss als verteidigungsminister und seine ungezählten skandale. das unverschämteste aber ist, das die bayern heute vielfach so tun als seien sie heute das wirtschaftstärkste bundesland, weil sie so gut sind. gib brandenburg 30 jahre lang jedes jahr ein paar milliarden förderung verbuinden mit einer abnahmegarantie zu festpreisen für milchseen, butterberge und derlei bauernprodukte und dann lass uns 2030 vergleichen.

    @redaktion:
    der titel homofreundlicher suggeriert meiner meinung nach ein falsches bild. nichts ist homofreundlicher, nur realitätsbezogener. weil bush heute die allianz mit china sucht um gegen nordkorea vorzugehen, wird er ja auch nicht kommunistenfreundlich, oder will das jemand ernsthaft behaupten?
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#6 DerKölnerAnonym
#7 bastian1983Anonym
  • 20.10.2006, 17:41h
  • @ alle-niemals-CSU-und-immer-wieder-alles-schlecht-red-user

    Anstatt sich einfach mal "zu freuen" und es zu akzeptieren, daß auch die CSU fortschritte macht, wird wieder nur gemotzt und nochmal gemotzt. Ihr macht euch damit unglaubwürdig - ihr wollt es garnicht anders - ihr braucht doch eine Partei auf der ihr rumhacken könnt...

    In dem Punkt, daß Bayern die Nummer 1 in Deutschland ist und dies keiner anderen Partei als der CSU zu verdanken ist, gebe ich dem User bayern vor vollkommen recht. Auch ich werde weiterhin mein Kreuz bei dieser Partei machen... man(n) soll es zudem nicht glauben - aber ich fühle mich in Bayern als Schwuler pudelwohl und mich hat auch noch kein Bauer mit der Mistgabel verfolgt... manch einem währe das hier bestimmt recht ! und eine schuldige Partei dafür würde hier auch schnell gefunden werden!!.... aber aber aber...

    PS: Die CSU kruscht nicht bei 15 + x wie das ein User schrieb, sondern bei 50 + x !! Dies sollte man nicht vergessen! ;-) ;-)
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#8 joshAnonym
  • 20.10.2006, 18:19h
  • @DerKölner:
    die kommunistischen diktaturen waren noch nie im marxschen sinne kommunistisch, insofern rotiert marx seit 1917 permanent.

    @bastian1983:
    tut mir leid, aber ein schwuler der überzeugt csu wählt ist wie ein scharzer der sich eine weiße kapuze aufsetzt und auf den feldern am mississippi rumhüpft. tatsachen und zustände zu ignorieren, nur weil sie dich selbst noch nicht betroffen haben, ist pure feigheit, sorry.
    es geht auch nicht darum eine partei zu stigmatisieren, sollte sich die csu mal ändern, bin ich dabei ihr die hand zu drücken. leute die ihr jedoch kritik verteufeln nur um ihr bayern hochzuhalten sorgen nur dafür das weiter so gewurstelt wird wie bisher und das heisst eben auch weiter so betrogen, diskriminiert, geheuchelt, gelogen usw. . bayern steht heute für wirtschaftlichen erfolg (wenn auch mit hilfe!) aner es steht auch als treibende kraft bei der verbindung von staat und kirche, unmenge von skandalen im verbraucherschutz, filz der korruption zwischen wirtschaft und staat auf kosten unserer gesundheit, strikte gegnerschaft zu homosexuellen (die klagen beim verfassungsgericht schon vergessen?), föderalismusreform zu lasten der armen länder, kolaboration mit den militärfirmen usw. usf. ist das dein bayern?
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#9 MarcAnonym
  • 20.10.2006, 18:33h
  • @ unseren CSU-Freak bastian1983:

    1. bisher REDET die Union nur (wegen Wählerstimmen). Wenn die wirklich anfangen zu HANDELN und was für Schwule und Lesben macht, bin ich der letzte, der das nicht anerkennen würde, nur weil es die Union ist, aber man kann doch zumindest skeptisch sein! Und GETAN hat diese Partei bisher noch nichts für uns, ganz im Gegenteil, sie haben uns nur geschadet.

    Also müssen den Worten erst mal Taten folgen! Reden kann jeder...

    2. Ich habe nicht behauptet, die Union bekäme nur 15% + x der Wählerstimmen! Ich habe gesagt, dass auch die Union langfristig nicht auf 15 % + x der Wählerstimmen verzichten kann!

    Das ist etwas ganz anderes!

    3. Dass die CSU in Bayern so gute Ergebnisse einfährt ist nicht auf den Bund übertragbar und liegt auch am geringen Urbanisierungsgrad Bayerns. Aber vor dem Hintergrund deutschlandweit anhaltender Landflucht und zunehmender Urbanisierung werden die schlechten Ergebnisse der Union in den Städten immer mehr zum Problem. Und offenbar wird gerade in den Städten etwas liberaler gedacht.

    Genau dies ist ja auch der Grund für solche Aussagen, nur dass sie ohne folgende Taten nichts wert sind.

    4. Dass Bayern so gut dasteht (ob die Nr. 1 in Deutschland hängt immer davon ab, was man betrachtet) hat viele Faktoren. z.B. den Länderfinanzausgleich, wo ANDERE Bundesländer sehr lange Bayern finanziell unterstützt haben (auch wenn die CSU das nicht wahrhaben will und heute dem Länderfinanzausgleich ablehnt). Und dass eine wichtige Branche wie der Tourismus in Bayern nun mal besser läuft als im Ruhrpott liegt an der Landschaft. Etc. etc. etc.

    5. In einer Demokratie ist es Dein gutes Recht jede erlaubte Partei zu wählen! Du hast ja bei einer anderen Diskussion schon gesagt, dass Dir Wirtschaft etc. wichtiger ist als Grundrechte und Gleichbehandlung.

    Wenn Du das so siehst - bittesehr! Aber ich verkaufe Grundrechte und mein Rückgrat nicht für wirtschaftliche Vorteile. Und lasse mir sicher nicht meinen Mund verbieten. Wenn Du CSU wählen willst - bitte! Aber hacke nicht immer auf jedem rum, der anders wählt als Du - das ist arrogant!
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#10 FloAnonym
  • 20.10.2006, 19:08h
  • @bastian1983:

    Es geht ja nicht nur darum, nicht "mit Mistgabeln verfolgt" zu werden, sondern auch um die Frage, ob man gleichgestellt ist oder diskriminiert wird. (Wobei rechtliche Gleichstellung die notwendige Basis für gesellschaftliche Gleichstellung ist.)

    Du musst doch zugeben, dass (unabhängig von anderen Bereichen) für homo-, bi- und transsexuelle Männer und Frauen die CDU / CSU von allen im Bundestag vertretenen Parteien am schlechtesten ist!

    Wenn Du andere Politikbereiche (z.B. Deine persönliche Finanzsituation) über gewisse demokratische Grundrechte wie Gleichheit setzt, darfst Du das in einer Demokratie.

    Aber akzeptiere bitte genauso, dass es auch Leute gibt, die Grundrechte nicht verkaufen (was ich persönlich sehr ehrenwert finde, das eigene Wohl nicht über Grundprinzipien zu stellen).

    Es gibt eben auch Leute, für die Grundrechte und Gleichstellung so elementar für eine Demokratie sind, dass ohne sie alle anderen Poltikbereiche unwichtig sind!! Nach dem Motto: was bringt mir ein bisschen mehr Geld, wenn ich als minderwertig gelte oder sogar Angst vor gesellschaflicher Ächtung oder gar Gewalt (mitverursacht durch homophobe Politik) haben muss.

    Wenn Du vielleicht mal angespuckt wirst, weil Du schwul bist (oder vielleicht noch schlimmeres, was ich Dir echt nicht wünsche) wirst Du vielleicht nicht mehr der Meinung sein, dass Grundrechte für wirtschafliche Besserstellung (so das überhaupt der Fall ist) ignoriert werden dürfen.

    Grundrechte sind unveräußerbar! Ohne elementare Grundrechte (wie Gleichheit ohne Ansehen von Hautfarbe, sex. Orientierung, etc.) ist alles andere unwichtig. Grundrechte sind die Basis um überhaupt andere Dinge akzeptieren zu können!
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