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  • 03.11.2006           1       | | |

Butt: Das Homomagazin als Buch

Design: schlicht, Hintern: geil
Design: schlicht, Hintern: geil

Neu erschienen: Sammelband mit dem Besten des Magazins aus fünf Jahren.

Von Carsten Weidemann

Wie muss das ideale Magazin für Schwule aussehen? Hochglanzpapier natürlich. Jede Menge halbnackte oder besser noch ganz nackte Männer mit Model-Maßen. Klar. Ganz viele Seiten mit Lifestyle-Tools für den stilsicheren erfolgreichen einkommensstarken Homosexuellen von heute? Sicher. Ganz sicher? Es geht auch völlig anders, wie das aus den Niederlanden stammende Magazin "Butt" seit fünf Jahren beweist.

Statt Hochglanz- Recyclingpapier mit einer einzigen Extravaganz: Es ist rosa. Statt ausgefallenem Design mit tollen Schriften ein Design wie aus der Schreibmaschine. Statt Lifestyle und Modeklons setzt man auf Inhalte und Bilder von Typen wie du und ich. Und dennoch ist es geiler, erotischer, frischer und vor allem authentischer als viele andere Homoblätter, die auf dem Markt sind. "Butt" feiert nun seinen fünften Geburtstag und hat den Lesern zusammen mit dem Taschen-Verlag ein schönes Geschenk gemacht: Das Butt-Book mit dem Besten aus den vergangenen fünf Jahren.

Die beiden Herausgeber Jop van Bennekorn und Gert Jonkers haben im Frühling 2001 ganz bescheiden angefangen. "Butt" war nichts anders, als ein kleines Undergroundmagazin für einen überschaubaren Kreis. Die Fangemeinde des englischsprachigen Blattes wuchs im Laufe der Zeit, und heute hat "Butt" seine Fanbase überall auf der Welt. Fotografen und Künstler aus Europa und den USA beteiligen sich mit ihren Beiträgen. So ist unter anderem der deutsche Fotograf Wolfgang Tillmans regelmäßig dabei, aber auch der kanadische Filmemacher Bruce LaBruce. Die Beteiligung Kreativer ist ein Teil des Erfolgsrezeptes. Dazu gehören aber auch intelligente, witzige und außergewöhnliche Interviews, die man nirgendwo sonst zu lesen bekommt. Ein Highlight zum Beispiel ist das Interview mit R.E.M-Frontsänger Michael Stipe. Dazu kommen die Akt-und Erotik-Fotos mit Männern, die keinem der geleckten Schönheitsideale entsprechen, und die gerade verdammt sexy sind. Die richtige Würze verleihen Bennekorn und Jonkers dem Blatt durch den flapsig ironischen Ton, den sie in den Überschriften und der Gestaltung der Ausgaben pflegen. Sie nehmen alles nicht so ernst, vor allem sich selbst nicht.

"Butt" ist in Deutschland – womöglich wegen der Sprachbarriere – immer noch ein Geheimtipp. Durch die Buchausgabe könnte sich das aber schleunigst ändern. Denn "Butt", das ist der geile Hintern fürs kluge Hirn.

Butt Book, Jop van Bennekom und Gert Jonkers, 400 S. englisch, Taschen Verlag, 24,99 Euro

13. November 2006



Links zum Thema:
Weitere Infos zum Buch bei Amazon
Website des Magazins

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Reaktionen zu "Butt: Das Homomagazin als Buch"


 1 User-Kommentar als Feed (RSS 2.0, ?)


Die ersten:   
#1
03.11.2006
15:25:53


(0

Von martin

schöner artikel über andere gute homomagazine inkl. links
Link zu www.de-bug.de



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