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  • 03. November 2006, noch kein Kommentar

Englands Shooting-Star erobert Deutschland: James Morrison und sein Album "Undiscovered". Mit Galerie!

Von Carsten Weidemann

"Am bemerkenswertesten ist seine Stimme: sie ist absolut einzigartig. Einmal gehört, wird man sich für immer an sie erinnern", sagte Jerry Wexler, legendärer Produzent und Mitbegründer von Atlantic Records, als er um ein Statement zu Großbritanniens Shooting-Star James Morrison und seiner Debüt-CD "Undiscovered" gebeten wurde. Doch damit nicht genug: Sein Debüt-Album hat auch die künstlerische Substanz, die sein Stil verlangt. Seine Texte treffen einen tief unten, in der Magengrube, mit authentischen und emotionalen Worten. Er hat in seinem Leben genügend einstecken müssen – und daraus kann er heute schöpfen: eine kaputte Familie, Schulden, kaum Perspektiven, Freunde, die links und rechts von ihm an Problemen zerbrechen und wieder andere Kindheitsfreunde, die zu erwachsenen Junkies mutieren. Natürlich gab’s auch Liebe, Romanzen, Wärme und Lachen in seinem Leben. Diese Elemente gaben ihm immer wieder Hoffnung. Ließen ihn weitermachen.

"Da schlurft dieser hagere, weiße Junge mit einer abgehalfterten Jacke, einer Wollmütze und seiner Gitarre auf dem Rücken in den Raum, und ich denke mir nur, dass es niemals der Typ mit der CD sein kann", erinnert sich Spencer Wells, der mit Beverley Knight und David Gray gearbeitet hat. Wells hörte die CD und setzte sich sofort mit Morrison in Verbindung. "Er fragte, ‚Sie wollten, dass ich für Sie singe?’, und nach nur zwei Textzeilen war ich hin und weg. Seine Stimme ist einfach unglaublich – und dazu ist er so ein bescheidener Kerl, dass er gar nicht realisiert, was für eine Gabe er eigentlich besitzt." Spencer und sein Businesspartner Paul McDonald vermittelten einen Deal mit Polydor. Und im Handumdrehen befand sich James in einem vornehmen Studio in West London. An seiner Seite nicht nur den Produzenten Martin Terefe (Ron Sexsmith, KT Tunstall und Ed Harcort), sondern auch eine Streicher-Gruppe aus Nashville. Schon bald wurde ihm klar, dass es für ihn unmöglich ist, über Dinge zu singen, die ihn nicht bewegen – geschweige denn, die Songs von anderen einzusingen. "Ich muss an etwas denken, das mir ganz nah ist, damit ich es stimmlich richtig treffen kann."

Herausgekommen ist eine streckenweise kantige, aber doch immer wieder harmonische Mischung aus R&B, Pop und Singer/Songwriter-Elementen. In Großbritannien hat Morrison bereits seinen Durchbruch geschafft. "Undiscovered" sprang auf Platz eins der Charts. Die Singles "You Give Me Something" und "Wonderful World" kletterten beide in die Top-Ten. Somit ist Morrison bei weitem nicht mehr so "unentdeckt" wie es uns der auf Deutsch übersetzte Album-Titel weiß machen will. James Blunt, Daniel Powter oder auch Joss Stone müssen sich warm anziehen, denn mit Morrison steht ernsthafte Konkurrenz ins Haus.

3. November 2006