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"Ich bin verheiratet, habe zwei Kinder. Ich bin 34, und ich weiß, ich bin schwul. Was soll ich tun?" Der O-Ton eines Mittdreißigers, aufgezeichnet im Internet. Auf einer Webseite für solche "Spezialfälle". Das Forum www.co30.de, das seit zwei Jahren online ist, ist eine Börse für Erfahrungsaustausch und Ratschläge von und für die sogenannten "Spätzünder". Männer und Frauen, die ihre Jugend hinter sich, das Coming out aber noch vor sich haben.

Der Münsteraner Ansgar H. hat seinerzeit die Idee spontan umgesetzt. "In den Diskussionsforen anderer Websites wurde das Thema Coming out ab 30 nur unregelmäßig aufgegriffen. Die Diskussionen verliefen dann aber immer wieder im Sande", berichtet der Webmaster. "Auch in der Literatur, in den Ratgebern findet der co30er wenig bis gar nichts."

Seitdem sorgt er für Vernetzung durch Linktipps, Literaturlisten, Live-Chats und direkten Erfahrungsaustausch. "Hi, bin 30 und gerade dabei, mein Coming Out zu erleben", schreibt Heiko in das Forum. "Ist total super, aber ich ärgere mich, dass ich zehn Jahre meines Lebens verschenkt habe..." Ein sehr typisches Gefühl, wie ihm viele in ihren Antworten bestätigen. Man ärgert sich darüber, sich in der Vergangenheit selbst etwas vorgemacht zu haben.

Für manche ist der Einstieg in die schwule Welt nicht sehr einfach: "Ich reagiere teilweise sehr depressiv, wenn (Hetero)Freunde sich frisch verlieben oder gar heiraten", lautet der Hilferuf von Mickey, der sich in einer Art Nach-Coming Out-Depression befindet. Anders als in der Pubertät, wo das Erwachen und Entdecken der Sexualität eine große Rolle spielt, sind es im 30er-Forum eher die Bindungs- und Beziehungsprobleme, die im Mittelpunkt stehen. Die Trennung von der heterosexuellen Partnerschaft, das Aufbauen neuer Freundeskreise und die Auseinandersetzung mit der neuen Identität, das alles sind Kraftakte, bei denen auf dieser Webseite geholfen wird, so gut es geht.



#1 LauryAnonym
  • 22.10.2003, 02:55h
  • BTW: Ich bin die weibliche Hälfte des Orga-Teams von co30.de. Diese Page ist schließlich auch für Lesben da, wir leben sehr stark vom Miteinander. Leider sind Lesben auch in anderen meist doch schwulenlastigen Queersites immernoch reichlich untervertreten. Die Queer-Page hat sich ja leider auch zu einem fast reinen schwulen Onlinemagazin gewandelt - sehr schade, war es doch früher für ausgeglichende lesbisch-schwule Infos bekannt.. Auch justbegay.de, der eigentlich direkte Nachfolger von queer.de ist mir persönlich zu schwulenlastig. Tut daher auch endlich mal was für Lesben!
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