Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?5905

Berlin (queer.de) - Im Koalitionsvertrag haben die Berliner SPD und die Linkspartei.PDS auch eine Reihe von Homo-Themen aufgenommen. So sollen im Öffentlichen Dienst Diversity-Richtlinien - Verhaltensregeln gegenüber Minderheiten - entwickelt werden. Außerdem werde eine Senatsstelle gegen Diskriminierung im Sinne einer kundenorientierten Beratungsstelle eingerichtet, die alle Diskriminierungsmerkmale umfasst. Das Land will sich zudem für die Einrichtung einer Magnus-Hirschfeld-Stiftung einsetzen, die 2004 gescheitert war (queer.de berichtete).Ein anderer Schwerpunkt soll auf der Gewaltprävention sowie der "Erziehung zur Toleranz und Akzeptanz" liegen. Hier soll sowohl Opfern antischwuler Gewalt mit Szeneprojekten geholfen werden als auch in den Lehrplänen schwul-lesbische Lebensweisen beachtet werden, um Übergriffe in Zukunft zu verhindern. Das Land setze sich der Vereinbarung nach generell dafür ein, Homosexuelle gleichzubehandeln und will darauf hinwirken, dass die Benachteiligungen der Eingetragenen Partnerschaft gegenüber der Ehe abgebaut werden. Als letzter Punkt will Berlin auch auf die steigende Zahl der HIV-Neuinfektionen reagieren und insbesondere junge Schwule sowie Migranten ansprechen. "Die Koalitionspartnerinnen beweisen, dass Berlin eine tolerante, weltoffene, bunte und queere Stadt ist", erklärt Kirstin Fussan, Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Lesben und Schwule (Schwusos) in der SPD Berlin. "Diskriminierung hat keinen Platz in unserer Stadt. Die Anerkennung lesbisch-schwuler Lebensweisen ist wesentlicher Bestandteil des politischen Programms für die kommenden fünf Jahre." Erstmals hätten sich Parteien in Deutschland mit "solch klaren Worten" zur Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Lebensweisen bekannt, so Fussan, die auch an den Koalitionsverhandlungen teilgenommen hatte. (dk)



#1 JonasAnonym
  • 08.11.2006, 17:40h
  • "Das Land setze sich der Vereinbarung nach generell dafür ein, Homosexuelle gleichzubehandeln und will darauf hinwirken, dass die Benachteiligungen der Eingetragenen Partnerschaft gegenüber der Ehe abgebaut werden."

    1. Anstelle für jeder Angleichung einzeln zu kämpfen, sollte man lieber für eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare kämpfen. Dann hat man mit einem Schlag alle Rechte und Pflichten und zerreibt sich nicht an mehreren Fronten!

    2. Selbst wenn irgendwann die eingetragene Partnerschaft der echten Ehe gleichgestellt wäre (was sehr unwahrscheinlich ist, Details werden sich immer unterscheiden) wäre es diskriminierend für dasselbe einen anderen Namen zu wählen!

    3. Einzelregelungen können durch Folge-Regierungen jederzeit geändert oder angeschafft werden. Eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare kann man nicht rückgängig machen und auch nicht Änderungen nur für bestimmte Menschen durchsetzen.

    4. Was in Belgien, den Niederlanden, Spanien und Kanada funktioniert, muss doch wohl auch in Deutschland funktionieren!

    NUR die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ist echte Gleichstellung - jede Ehe 2. Klasse (egal wie sie heißt) ist per definition diskriminierend!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 gerdAnonym
  • 08.11.2006, 19:27h
  • Auf Rot-Rot ist Verlaß, was Homo-Themen angeht !!!

    Das galt sowohl im Bundesland MecklenburgVorpommern mit deren vorbildlichen Anpassung des Landesrechts als auch weiterhin für das Bundesland Berlin.

    Gleiches läßt sich so nur von Rot-Grün behaupten; alles andere ist "dann weniger" erfolgsversprechend, wie jetzt Rot-Schwarz auf Bundesebene uns zeigt.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 SaschaAnonym
  • 09.11.2006, 02:04h
  • @Jonas:

    So sehr du mit deinem Verweis auf die Notwendigkeit einer demokratischen Definition gesellschaftlicher Institutionen Recht hast, hättest du aber die durchaus positiven Beschlüsse im Bereich der Sexualerziehung würdigen sollen.

    Eine besondere Schwäche der deutschen Homo-Bewegung liegt nämlich gerade darin, mit der Priorisierung juristisch-legislativer Fragen einem eher technokratischen, konservativen Ansatz zu folgen.

    Das kollektive Bewusstsein verändern wir aber nur über Erziehung und Bildung. Deshalb sollten wir auf eine radikale Reform der Sexualerziehung in den Schulen mindestens ebenso viel Energie verwenden wie auf die Frage der Ehe-Öffnung, die ohne Grundgesetzänderung sowieso nicht zu haben sein wird.

    Das bedeutet ganz sicher nicht, in Bezug auf eine neue Definition der Ehe (wenn wir diese denn unbedingt als privilegierte Form des Zusammenlebens brauchen) zu kapitulieren, aber sich mindestens ebenso intensiv den Bereichen Erziehung, Bildung und Information zu widmen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 gerdAnonym
  • 09.11.2006, 11:24h
  • @sascha
    Das hat sascha sehr Recht.

    Neben dem Thema "staatliche Anerkennung homosexueller Paare" brauchen wir bessere Inhalte in der Bildung, was Sexualerziehung und Toleranzvermittlung in den Schulen angeht: denn in den Schulen müssen bessere Inhalte vermittelt werden. Wo gibt es denn Schulbücher, die in der 9/10. Klasse oder in der Oberstufe, das Thema "Homosexualität" aufgreifen; da herrscht doch vollkommene Leere in den entsprechenden Schulbüchern.

    Schulpolitik ist aber Sache der Bundesländer; da "kommt" es nicht auf Berlin an, sondern auf das Schulministerium in den einzelnen Bundesländern.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 joshAnonym
  • 09.11.2006, 14:16h
  • das was wowereit und dieser senat sagen und das wis sie tun waren bisher immer sehr verschiedene dinge. ich glaube an eine veränderung dieser landesregierung erst wenn ich sie sehe.
    und bildung und erziehung? sicher richtig. doch da fehlen leider (konservative) dienstanweisungen, die es lehrern untersagen homosexualität als krankheit zu lehren, dienstanweisungen die ethiklehrer nicht im regen neonazistischer angriffe stehen lassen wenn sie humanismus und toleranz lehren anstatt in den örtlichen mief einzustimmen, sondern schulleiter verpflichten entsprechend zu reagieren. ohne solchen konservativen ansatz (so richtig alles gesagte ist) wird nämlich vieles was jetzt als schöne kleine pflanze gesetzt ist schlicht verdorren. doch dazu wird sich uns wowi wie in den vergangenen regierungsjahren sicher nicht durchringen können, er bleibt bei dem was er kann, luft mit noch mehr luft füllen.
  • Antworten » | Direktlink »