Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?5937
  • 14. November 2006, noch kein Kommentar

Der US-Schriftsteller im Queer-Interview über seinen verfilmten Roman "Mysterious Skin".

Von Dennis Klein

"Mysterious Skin" ist die Geschichte der Teenager Neil und Brian, die beide aus einem Dorf im US-Bundesstaat Kansas stammen. Ihr Leben überschneidet sich, als beide acht Jahre alt sind. Knapp zehn Jahre später ist Neil ein Callboy, während Brian fest daran glaubt, von Außerirdischen entführt worden zu sein. Queer.de sprach mit dem schwulen Autor Scott Heim über seinen Erstlingsroman, der jetzt vom Bruno Gmünder Verlag neu aufgelegt wurde und unter gleichem Titel verfilmt worden ist.

Was hat Sie dazu inspiriert, diese Geschichte zu schreiben?

Eigentlich waren es zwei Kurzgeschichten - in einer ging es um einen Strichjungen wie Neil, in der anderen um eine mutmaßliche UFO-Entführung. Dann habe ich gemerkt, dass Menschen unter Hypnose fast dasselbe erzählen, wenn sie von UFO-Geschichten oder sexuellem Missbrauch berichten. Dann dachte ich, das ist der Stoff für einen Roman.

Die Story mit dem Strichjungen ist oft nicht anregend oder erotisch, sondern kalt und brutal. Warum?

Ich fühle eine seltsame Erhabenheit, sogar eine Schönheit, in Horror und Gewalt. Das fasziniert mich einfach und damit setze ich mich wohl auch von vielen Schreibern ab.

Dachten Sie nicht, dass Sie manchmal zu weit gegangen sind.

In manchen Szenen habe ich detailliert Sex zwischen einem Mann und einem Jungen beschrieben. Ich dachte anfangs, das geht zu weit und ich muss es entschärfen. Dann hat es ein Freund gelesen und gesagt: "Das wird Leute richtig aufregen. Geh noch einen Schritt weiter damit". Also habe ich mich drangesetzt und alles unverblümt und ohne Rücksichtnahme beschrieben.

Was wollten Sie mit dieser Geschichte zeigen?

Ich wollte dem Leser zeigen, dass die beiden Hauptcharaktere ziemlich kaputte Menschen sind. Dass sie sich treffen, soll sie aber wieder etwas vollständiger machen - zu einem gewissen Grad zumindest. Was ich nicht wollte, ist ein Hollywood-Ende nach dem Motto "Friede, Freude, Eierkuchen". Denn das Leben ist nicht schwarz und weiß. Meine Charaktere erhalten aber dennoch die Chance auf eine Art Erlösung.

14. November 2006