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  • 17. November 2006, noch kein Kommentar

"Ain’t No Sunshine" und "Killing Me Softly" in x-Versionen. Mit dabei: Shirley Bassey, Gitte, Eva Cassidy, Roy Ayers und Tom Jones.

Von Jan Gebauer

Zwei Lieder, die Musikgeschichte geschrieben haben: "Ain’t No Sunshine" und "Killing Me Softly". Bei Letzterem wird landläufig angenommen, dass Roberta Flack das Original eingesungen hat. Seit Jahren versuche ich mein Umfeld davon zu überzeugen, dass dem nicht so ist, auch wenn ihre Version sicher die Vorlage für viele Cover sein dürfte, auch für jene von den Fugees, die 1995 weltweit für Furore sorgte. Eine gewisse Lori Lieberman nahm "Killing Me Softly With His Song", wie das Stück komplett heißt, 1972 auf und hatte damit nicht mal einen Achtungserfolg. Bis heute nahm Lieberman zahlreiche Alben auf, schaffte aber nie den großen Durchbruch, im Gegensatz zu Roberta Flack, die wenige Monate später mit dem Song auf der ganzen Welt die Charts bereicherte. Fortan wurde das Lied, dass nicht von Lieberman geschrieben wurde, sondern von Charles Fox und Norman Gimbel, von zahllosen Künstlern aufgenommen. Mainstream-Größen wie Shirley Bassey, Max Greger, Gitte Hænning und Gene Pitney, Jazzmusiker wie Barney Kessel oder Nils Landgren und Unbekanntere Namen wie Wayne Takamine stehen im Tracklisting der vorliegenden "One-Song-Compilation". Von merkwürdig (die übertrieben peppige Fassung von Pitney) bis ausgesprochen elegant (wie immer: Shirley Bassey) ist alles vertreten – Liebermans Original allerdings nur indirekt. Bei ihrer Aufnahme handelt es sich um eine Neueinspielung von 2006.

Auch "Ain’t No Sunshine" hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Von Bill Withers geschrieben, stand das Original 1971 auf Platz drei der US-Charts und bedeutete den absoluten Durchbruch für den Soulsänger ("Lean On Me", "Lovely Day", "Just The Two Of Us"). Heute zählt das Stück, wie auch "Killing Me Softly", zu den Liedern, die immer und immer wieder bei Karaoke-Veranstaltungen "vergewaltigt" werden. Sehr bekannte Cover entstanden über die Jahre, so u. a. auch von einem blutjungen Michael Jackson. Diese Fassung ist leider auf der Compilation nicht zu hören, dafür aber jede Menge andere spannende. Bereits der Auftakt klingt ganz anders als Soulbruder Withers. Rahsaan Roland Kirk, seines Zeichens exzentrischer Jazzmusiker (1936-77), verwandelt das Lied mit Querflöte, Streichern und viel Percussion in einen eigenwilligen Hexenkessel. Latino (4 To The Bar), Vocal-Pop (Tom Jones), Folk (Eva Cassidy), Pop (Ligthouse Family), Reggae (Ken Booth) oder Funk (Roy Ayers) – erstaunlich wie viele Facetten der zeitlose Klassiker hat.

"Killing Me Softly" und "Ain’t No Sunshine" sind bereits die siebte und achte One-Song-Compilaton von Roof Music. Zuvor wurden bereits die Songs "Sunny" (zwei CDs), "Fever", "Light My Fire", "Summertime" und "Take Five" gewürdigt. Alle genannten Sampler sind noch im Handel erhältlich.

17. November 2006