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  • 17. November 2006, noch kein Kommentar

Wer nicht in der Großstadt lebt, für den ist es schwerer, an Homo-Literatur zu kommen. Eine neue Website gibt Tipps, was lesbar ist.

Von Christian Scheuß

Was ist überhaupt schwule Literatur? Diese Frage liegt auf dem Büchertisch, seit es schwule Buchhandlungen gibt. Welche Kriterien sind maßgebend für diese eigenwillige Kategorisierung, die mit anderen Vorzeichen lächerlich klingt. Oder kennt jemand gute heterosexuelle Literatur?

Mit einer Variation dieses Problems beschäftigte sich zum Einstieg auch das erste deutschsprachige Weblog mit dem Titel "Schwule Literatur", das Mitte September frisch an den Start ging. Einer der Initiatoren, Detlef Grumbach, stellt sich die berechtigte Frage, warum Buchhändler so oft behaupten, für schwule Bücher gäbe es keine Leser. Der Roman "Russendisco" von Wladimir Kaminer werde schließlich auch nicht nur von Russen gelesen. "Warum ist der Bestsellerverdächtig? Weil er mit fremdem Blick durch die vertraute Welt geht und so neugierig macht, Perspektiven ändert, für Überraschungen sorgt. Für alle LeserInnen. Nichts Anderes macht Michael Sollorz. Nur der landet mit seinen Büchern in der schwulen Schublade", klagt Grumbach, der sich als Mitarbeiter des Hamburger Verlags Männerschwarm mit schwulen Büchern und dem Schubladendenken darüber auskennt.

Das Weblog will nun den Blick schärfen für Literatur, die für schwule Leser interessant ist. Egal, ob der besprochene Autor nun offen homosexuell oder heimlich katholisch ist. Egal ob es sich um polyamoröse Beziehungsromane oder um schöngeistige Poesie handelt. Der besondere Blick auf (schwule) Lebenswelten, darum geht es den derzeit acht Blog-Autoren, die ihre homoerotischen Beziehung zum Buch in ihren Beiträgen offenlegen, und damit Lust auf mehr machen wollen.

17.11.2006