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...zumindest bei Fruchtfliegen. Das haben Forscher aus Wien und Harvard herausgefunden.

Von Dennis Klein

Ein Darkroom in der Fliegenwelt: In einem Labor in Harvard laufen sich männliche Fliegen hinterher, um ohne großen Vorspiel mit dem hemmungslosen Balzen anzufangen. Mehr und mehr Artgenossen schließen sich an, es entsteht eine regelrechte Kette höchst aktiver Männchen - diese kann sich sogar zu Ringen schließen. Das Weibchen kann da nur vom Rand aus fassungslos zuschauen. Sie wird nicht beachtet. Kommt sie den schwulen Männchen aber bei der Futtersuche in die Quere, drängeln diese ungentleman-like ihre Konkurrentinnen weg, auch mit nicht sehr zarten Kopfstößen. Und das, obwohl eigentlich nur Fliegen des gleichen Geschlechts gegeneinander kämpfen.

Diese Reaktionen haben die Forscher des Wiener Instituts für Pathologie und der Harvard Medical School mit nur einer genetischen Manipulation erreicht: Sie haben das Unfruchtbarkeitsgen (kurz: Fru) der Fruchtfliege Drosophila melanogaster verändert. Das ist bei weiblichen und männlichen Fliegen fast gleich - beim Weibchen ist lediglich am Ende des Gens eine DNS-Sequenz ausgeschaltet. Das bewirkt, dass die Proteine, deren Bauanleitung sich in dem Fru-Gen befindet, leicht verändert werden. Diese Eiweiße sind wiederrum in ungefähr 500 Neuronen des Fliegenhirns aktiv und bestimmen das Sexualverhalten.

Die Forscher haben nun die Weibchen mit einem männlichen Fru-Gen beglückt und umgekehrt. Das überraschende Ergebnis: Durch diese eine Manipulation stehen die Fliegen nur auf gleichgeschlechtliche Sex-Partner und richten sie ihre Aggression nur auf andersgeschlechtliche Fliegen aus. Männliche Fliegen kämpfen zudem wie Weibchen: Sie schubsen ihre Gegnerinnen, anstatt sich auf die Hinterbeine zu stellen in mit den Vorderbeinen zu attackieren, wie es ihre heterosexuellen Artgenossen tun. Die Weibchen raufen sich dagegen wie Kerle.

Trotz der Verhaltensänderung lief die Organentwicklung und der Körperaufbau der Fliegen normal ab. Männchen hatten nach wie vor männliche Sexualorgane, Weibchen blieben Weibchen.

Das Experiment zeige nach Angaben der Forscher, dass Aggressions- und Geschlechtsverhalten nahe beisammen liegen. Sie glauben, dass das auch bei Säugetieren - inklusive der Menschen - der Fall sein kann. Allerdings gebe es bei der "Krone der Schöpfung" kein entsprechendes Fru-Gen. Der Neurobiologist Edward Kravitz, einer der Autoren der Studie, glaubt jedoch, dass einige menschlichen Gene ähnliche Funktionen ausüben könnten.

Die Studie "Fruitless Regulates Aggression and Dominance in Drosophila" ist im Fachmagazin Nature Neuroscience veröffentlicht worden.

21. November 2006



11 Kommentare

#1 hwAnonym
  • 21.11.2006, 16:32h
  • ...ja das waren jetzt die warmen tierchen.
    setzt man die larven dieser tierchen einem hitzschock aus, bekommen sie weisse augen und vererben diese an die nächste generation weiter.....

    schwule und lesben sind notwendige produkte der evolution.
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#2 seb1983
#3 hwAnonym
  • 21.11.2006, 17:07h
  • @seb1983

    das es dich noch gibt, nachdem du nicht
    vom weinberg gesprungen bist, ist aber ok.

    es gibt da ein schönes werk eines ehemaligen generals der badisch-pfälzischen befreiungskriege.
    der mann hiess friedrich engels.
    das schöne ist, dass er sich um ehe, sexualität, rollenverteilung und den ursprung der ersten menschenhorden und ihrer sexualität
    einen ziemlich schlüssigen kopf machte.
    keine angst du mußt nicht kaufen, dafür gibt´s ja i-net.

    www.mlwerke.de/me/me21/me21_025.htm

    die strattegie der homosexualität auch bei anderen spezies ist meiner meinung nach
    notwendig, bzw "sinnvoll".
    ich hoffe es grenzt nicht an körperverletzung dir vorzustellen, dass unsere gene noch aus einer zeit kommen, in der dem hordenführer alle weibchen zur verfügung standen (physische reprosuktion), aber nur eine horde in der gesamtheit ihrer eigenschaften als netzwerk überlebensfähig war. kravitz hat nun einen weiteren von millionen ein- und ausschaltern entdeckt. die schaltkombinationen und der zusammenhang von aussen-, gruppen-, umwelteinflüssen im allerweitesten sinne auf die aktivierung und sogar neuschaffung von genen liegen noch weitgehend im dunkeln. stichwort: epigenetik.
    der umschlag von information auf genetisch
    übermittelte information ist riesig komplexer als bisher gedacht. homosexualität ist kein zufall.
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#4 hwAnonym
#5 seb1983
  • 21.11.2006, 21:56h
  • @hw

    Wunderbare Abhandlungen ja

    Aber Homosexualität kommt ja bei dutzenden Tierarten vor in verschiedenesten Formen des sozialen Zusammenlebens.
    Wenn sie einen Sinn hat dann also in irgendeiner Art den Fortbestand der Rasse dadurch sichern dass ein Teil keine Nachkommen hat. Wie man bei Tieren (die ja nicht in so einer bösen homophoben Gesellschaft leben) sieht, ist dies jedoch nur ein relativ kleiner Anteil.

    Trotz ehemals Bio Leistungskurs bilde ich mir nicht ein das zu sehr zu verstehen.

    Da du mir in diesem Punkt voraus zu sein scheinst:

    Bitte in einigen Sätzen OHNE Verlinkungen den Sinn von Homosexualität!
    (Keine Sorge über das reale Bestehen an Homosexualität hab ich aus persönlichem Anlass keine Zweifel *g*)
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#6 redforceAnonym
  • 22.11.2006, 10:47h
  • Bitte auch den *Sinn* von Heterosexualität erklären und im Zuge dessen auch den *Sinn* der Fortpflanzung
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#7 hwAnonym
  • 22.11.2006, 10:58h
  • @ redaktion, wenn der text zu lang ist könnt ihr´s gleich in die sparte tun ?

    @ seb1983
    bio leistungskurs ? .... und du machst mir nicht den eindruck es darauf angelegt zu haben mehr als der teacher zu können...
    Im Heidelberger Zentrum für Molekularbiologie will man es genau wissen. Prof. Renato Paro, sondern Fliegen der Gattung Drosophila. Aber auch bei ihnen stellt er fest, dass sie etwas vererben können, das sie vor der Befruchtung erlebt haben - ohne dass eine Mutation aufgetreten ist. Die Konsequenzen wären global: Sogar die Evolution könnte sich schneller und gezielter abgespielt haben, als Darwin es sich vorgestellt hat. Sein verspotteter Gegenspieler Lamarck, der schon vor 190 Jahren von einer Vererbung erworbener Eigenschaften sprach, könnte zu neuen Ehren kommen. "Es scheint doch so zu sein, dass Lamarck nicht ganz Unrecht hatte", meint auch Prof. Paro. " Zu einem gewissen Anteil können solche Merkmale direkt über Umwelteinflüsse gesteuert werden und einfließen in die epigenetische Information. Die epigenetische Information wäre praktisch die Umsetzung des Lamarckismus in unseren Genen."
    Das ist nicht reine Spekulation, sondern stützt sich auf ein gewissenhaftes Experiment mit Drosophila. Im Klimaraum wachsen Reinstämmige Fliegen auf, die alle die gleichen Gene haben. Das Experiment wird mit ihren Larven durchgeführt, die hier abgeschüttelt werden. Um davon nochmals eine Zufallsauswahl zu treffen, wird dann die Nährlösung mit den Larven drauf in zwei Hälften geteilt. Die eine dient später zur Kontrolle, mit der anderen wird das Experiment fortgesetzt. Bei 37 Grad - heiß für die Larven, aber nicht gefährlich, bekommt der eine Teil einen Hitzeschock. So ein Hitzeschock ist ein Beispiel für einen Umwelteinfluss, ein Erlebnis, das die Fliegen hatten. Das ist vergleichsweise milde, nicht so wie radioaktive Strahlung, die Genveränderungen auslösen kann. Der kleine Hitzeschock hat vermocht einen epigenetischen Schalter umzulegen: Die Augenfarbe hat sich verändert. Sie ist jetzt rot. Bei der Kontrollgruppe ist sie weiß geblieben.
    Epigenetische Informationen sind nicht so stabil wie genetische: "Diese Instabilität bewirkt, dass wir eben auch durch äußere Einflüsse diese Informationen relativ leicht verändern können und dass diese Information dann trotzdem weitergegeben werden kann an die nächsten Generationen." Auch bei den Kindern der Hitzeschock-Fliegen haben die Tiere rote Augen - das Hitzeschock-Erlebnis ist vererbbar. "Im Prinzip Vererbung von Erworbenem", so Paro.
    "Man könnte sich gut vorstellen, dass diese möglich ist. Wie unser Experiment gezeigt hat, können epigenetische Informationen praktisch festgefroren werden und in die nächste Generation gelangen." Auch komplexe Fähigkeiten beim Menschen könnten so vererbt werden: "Man vermutet eben, dass solche Merkmale - es muss nicht unbedingt die Fähigkeit sein, einen Videorekorder zu bedienen -, die unser Verhalten steuern, über epigenetische Mechanismen aufrecht erhalten und in die nächste Generation übertragen werden."

    Die Vererbung erworbener Fähigkeiten Pfade der Vererbung (4) /3Sat nano

    "Der Leiter der Genomanalyse am Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung Dr. Helmut Blöcker, der auch maßgeblich am internationalen Humangenomprojekt beteiligt war, sagt: "Es gibt viele Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Abschnitten der DNA und zwischen Proteinen untereinander mit der DNA. Auch die Zeit spielt dabei eine wichtige Rolle. Darüber müssen wir jetzt mehr herausfinden, zum Beispiel, welche Moleküle bewirken, dass bestimmte biologische Prozesse in Gang kommen." In diesem Zusammenhang sprechen Forscher auch vom "alternativen Genom". Denn etwa 25.000 menschliche Gene produzieren über 100.000 Proteine, um unsere Körperfunktionen zu steuern. Die Baupläne für bestimmte Proteine liegen also nicht 1:1 in den Genen vor, sondern entstehen durch Kombination von einzelnen Gen-Stücken. Und um nicht den Überblick über die vielen verschiedenen Daten und Möglichkeiten menschlicher DNA zu verlieren, braucht die Wissenschaft neue Technologien. Dazu nutzt Dr. Blöcker eine ungewöhnliche Methode, die man auch in der digitalen Bildverarbeitung oder Spracherkennung bereits einsetzt: Da die vier Basenpaare der Erbsubstanz unterschiedliche physikalische Eigenschaften haben, kann man diesen verschiedene Töne zuordnen. So wird eine Analyse ihrer Schwingungen möglich, die ungeahnte neue Erkenntnisse bringt. Die Vergleiche durch Töne sagen wesentlich mehr über die Eigenschaften der DNA aus, als die bisherige Arbeit mit Buchstabensymbolen. Gleichzeitig zeigen die Fortschritte bei der Funktionsanalyse einzelner DNA-Abschnitte aber auch, dass Zellen noch komplexer sind als erwartet. Im Grunde muss nun völlig neu gefragt werden, wie ein Zelle arbeitet, wie ihre Substanzen in Wechselwirkungen stehen oder sich ein Protein faltet." (3Sat-online/delta/Oktober 2006/euler)

    "Ist eine einmal formulierte Theorie auch immerfort
    gültig? Sicherlich nicht! Was geschieht mit den bis dahin gewonnenen wissenschaftlichen
    Erkenntnissen, wenn eine neue Theorie versucht eine alte abzulösen? Lösen neue Theorien
    überhaupt alte Theorien ab – oder ergänzen sie diese nur?
    Für die Evolution als Naturprozess sind diese Fragen von höchster Aktualität und besonderer
    Brisanz – nicht nur, weil seitens des Kreationismus und Intelligent Design versucht wird, die
    Evolutionstheorie ins Wanken zu bringen –, sondern insbesondere weil seitens der
    Synthetischen Theorie der Evolution, inkl. all ihrer Erweiterungen bis hin zum
    „darwinistischen MEM“, ein Alleinerklärungs-Anspruch formuliert wird.
    Essentiell für eine Evolutionstheorie (wie auch für jede andere Theorie) ist, die
    Geltungsbereiche und Erkenntnisgehalte genau zu kennen und anhand dieser
    Rahmenbedingungen die wissenschaftliche Forschung durchzuführen.
    In dem Vortrag wird die seit den 1970er Jahren entwickelte so genannte „Frankfurter
    Evolutionstheorie“ vorgestellt, welche als einzige Evolutionstheorie in der Lage ist, ihre
    Geltungsbereiche und Erkenntnisgehalte selbst zu formulieren und abzustecken. Evolution
    wird im Rahmen der Frankfurter Evolutionstheorie als ein Morphoprozess angesehen, der von
    kontinuierlichen und episodischen Faktoren beeinflusst wird, der nur unter bestimmten
    Bedingungen überhaupt ablaufen kann, und dessen Mechanismus in der
    Reproduktionstätigkeit der Organismen, die als energiewandelnde hydraulische
    Körperkonstruktionen konstituiert werden, zu finden ist. Diese vom klassischen
    Organismusverständnis komplett abweichende Betrachtungsweise hat selbstverständlich
    tiefgreifende Folgen für das wissenschaftliche und mitunter auch für das kulturelle Weltbild.
    Die klassischen Konzepte der Anpassung, Konkurrenz, Survival of the fittest, Zufall und
    Notwendigkeit, Umweltselektion, etc. sind ausgehebelt, sie sind für ein Verständnis des
    Evolutionsprozesses nicht notwendig.
    Wie verändert nun eine solche neuartige Evolutionstheorie zum einen das wissenschaftliche
    Weltbild, und welche Rückwirkungen hat dies wiederum auf das kulturelle Weltbild?"
    ( Evolution und Weltbilder – Die Frankfurter Evolutionstheorie: Wie ein neues
    Evolutionsverständnis das Evolutions-Paradigma verändert.
    Dr. Michael Gudo, Morphisto Evolutionsforschung und Anwendung GmbH,
    Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt am Main)
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#8 seb1983
  • 22.11.2006, 13:09h
  • Das war nun aber nicht wirklich eine Antwort auf meine Frage nach dem Sinn der Homosexualität in der Fortpflanzung.

    (Selbst wenn sie nach dem rote augen Effekt bei den Fliegen entsteht: Homos haben ja keine Nachkommen um das weiterzugeben)
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#9 hwAnonym
  • 22.11.2006, 13:24h
  • @ seb1983

    ..nein, ich versuchs in häppchen und lade
    zum mitdenken ein.
    "Wenn sie einen Sinn hat dann also in irgendeiner Art den Fortbestand der Rasse dadurch sichern dass ein Teil keine Nachkommen hat. Wie man bei Tieren (die ja nicht in so einer bösen homophoben Gesellschaft leben) sieht, ist dies jedoch nur ein relativ kleiner Anteil."

    der unterschied und die gemeinsamkeiten zu den bonobos sind bekannt.
    den fortbestand der menschenhorde-horde bzw. clans ?
    du meinst also notwendige soziale interaktion für den umgang mit werkzeugen
    die entwicklung der sprache, die speicherung von wissen?
    die fähigkeit mit werkzeugen und kollektivem wissen nahrung produzieren zu können ?
    wie produziert man wissen ?
    der beitrag des schwulen wäre dann, für dich auschließlich der, der horde
    fresser erspart zu haben.
    es müßte dann über stressinfos (miese location, mieses klima,kein futter) einen schalter geben:
    jetzt männlich/weiblich , aber der ohne fressnachwuchs (ab zeugung ?, vor- oder nachgeburtlich ?)
    ich glaube dieses modell wäre ausgestorben. genetisch, wie epigenetisch.
    wie wäre die überlegung alternative"andere" großhirnrinde für das clangehirn, zwei hände mehr, kundschafter, sammler, beobachter, kreatives potential ?.wie weiß das clangehirn, ab wann homosexualität und wieviel ?
    in der horde hat er wohl seinen beitrag zum hordenerwerb beigetragen.
    wie könnte der ausgesehen haben ?
    seine wahrnehmungen der produktionsprozesse, der umwelt und des clans, waren bestimmt andere, er hatte andere freiräume für seine gedanken und handlungen. war aber teil des netzwerkes, nicht irgendwie gefesselt an den eigenen nachwuchs, aber an den clan, alleine überleben ging nicht (kennst du bonobos ?)
    was glaubst du durch welchen informationsweg sich die menstruationsphasen bei weiblichen mitgliedern eines clans bzw. haushaltes synchronisieren ?(was meinte dein biolehrer ?) das warum liegt in der clanzeit, was war es wohl ?
    gab es schwule schon in der clanzeit, ab welcher clangröße ?
    erst ab der sklaverei ?
    schwanken die anteile ?
    welchen sinn macht bisexualität ?
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#10 seb1983
  • 22.11.2006, 14:20h
  • Homosexualität kommt aber bei so ziemlich allen höheren Tierarten vor. In einer Gruppe mit Aufgabentrennung ein interessanter Ansatz "den Kopf frei zu haben" was bei Rudeln und Herden theoretisch!! vorstellbar ist. Aber was machen Tierarten die als Einzelgänger leben, etwa Raubkatzen?? Der schwule Gepard kann sich zwar ununterbrochen durchfressen ohne nach Weibchen zu suchen, aber was nutzt es zur Erhaltung seiner Rasse???
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