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Mit dem prämierten Entwurf des Berliner Homo-Mahnmals würde der einmütige Beschluss des Bundestags von 2003 missbraucht.

Von Queer Nations e.V.

In diesen Tagen sollen in Berlin die baurechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung des Mahnmal für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus geschaffen werden. Wir legen gegen diese Politik der vollendeten Tatsachen Widerspruch ein. Wir wollen nicht verkennen, dass homosexuelle Männer unter dem Nationalsozialismus Verfolgung ausgesetzt waren – bis hin zur KZ-Haft sowie der Tötung der Männer mit dem Rosa Winkel. Aber der einmütig von allen Bundestagsfraktionen im Jahre 2003 gefasste Beschluss für ein solches Mahnmal würde mit der prämierten Arbeit der skandinavischen Künstler Ingar Dragset und Michael Elmgreen missbraucht, um abermals das Gedenken und die Erinnerung auch an die Diskriminierung, Unterdrückung und Verfolgung von Lesben während der Zeit des Nationalsozialismus zu ignorieren und zu verschweigen. Denn der Entwurf, der auf Basis einer männerdominierten Jury den Wettbewerb gewonnen hat, spiegelt lediglich die systematische Verfolgung der schwulen Opfer des nationalsozialistischen Regimes wider.

Gegen das geplante Mahnmal haben über Tausend Frauen und Männern aus Politik, Verbänden und Einzelpersonen Einspruch eingelegt - nachdem klar war, dass die Mahnmalsinitiative wie die Künstler nicht willens waren und sind, ihren Entwurf im Hinblick auf die Unterdrückung und Ausgrenzung lesbischer Frauen zu erweitern. Mit dieser Ignoranz missachten sie den Willen und den Beschluss des Bundestages, der ausdrücklich eine Würdigung auch der lesbischen Opfer mitverlangt.

Sind Diskriminierung und Repression von Lesben nicht der Würdigung wert ?

Von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) wie von Monika Griefahn (SPD), Vorsitzende des Kulturausschusses des Bundestags, wünschen wir dringlich eine politische Initiative, die behilflich ist, die Debatte neu zu eröffnen: ein künstlerischer Entwurf, der vergangenheitspolitisch und im Hinblick auf die Zukunft lediglich Männer zum Zentrum der ästhetischen wie politischen Perspektive macht, kann von uns nicht akzeptiert werden. Es entwertet das Mahnmal, ehe es überhaupt erreicht wird. Daran kann keiner demokratischen Partei gelegen sein, keinem Bürger und keiner Bürgerin, deren Anliegen es sein muss, die Geschichte der Verfolgung und Diskriminierung homosexueller Menschen zu würdigen.

Wir bitten die politisch Verantwortlichen, den einseitig männlichen Zuschnitt des Entwurfs zu überdenken, damit er mit dem Bundestagsbeschluss aus dem Jahre 2003 vereinbar wird. Besucher, die dieses bislang projektierte Mahnmal in Augenschein nehmen möchten und ja auch sollen, auch Besucher kommender Generationen, müssten den Eindruck gewinnen, dass die Diskriminierung und Repression von Lesben nicht der Würdigung wert ist. Dieses Mahnmal bringt die Lebensläufe und die Leiden von Lesben zum Verschwinden: Für ein demokratisch-rechtsstaatliches Land wie die Bundesrepublik Deutschland wäre dies eine gröbliche Verletzung ihres gesellschaftlichen Konsenses, Opfern wenigstens Raum für ihre Repräsentation zu stiften.

22. November 2006



43 Kommentare

#1 rudolfAnonym
  • 22.11.2006, 10:09h
  • Mein Gott! Unsere (Tod-)Feinde in der NPD, im Vatikan, Iran und anderswo können sich in's Fäustchen lachen wegen dieses Hick-Hacks. Wie wäre es, wenn man abwechselnd einen schwulen und einen lesbischen Kuß zeigen würde? So schwer ist das Problem nun auch wieder nicht zu lösen!
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#2 CarstenFfm
  • 22.11.2006, 10:47h
  • Ich finde diese Diskussion auch lächerlich. Das ist wieder mal so typisch deutsch: mam soll es allen recht machen! Naja, die Berufs-Meckerer wollen auch was zu tun haben.
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#3 gerdAnonym
  • 22.11.2006, 10:52h
  • ICh finde der Artikel ist zu "aufgebauscht" und dramatisch geschrieben...alle Ehre dem Autor, der diese Art des Schreibens beherrscht. Aber "etwas" weniger an "Worterhöhungen" hätten auch gereicht: "Missbrauch des Bundestagsbeschluss", usw.

    Das Denkmal kann so gebaut werden, wie es geplant ist und bautechnisch dürfte da kein Problem bestehen, mit den Bedenken, die jetzt vorgetragen werden.

    Es ist nur nach Abschluss der Baumaßnahmen die Frage, wie der Film ausschauen soll, der gezeigt werden soll. Und ein Film läßt sich auch inhaltlich veränddern, wenn die Baumaßnahme bereits abgeschlossen ist. Daher sollte der Bau des Denkmals jetzt zügig vorangehen.
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#4 HansAnonym
  • 22.11.2006, 10:55h
  • "Es entwertet das Mahnmal, ehe es überhaupt erreicht wird."

    Ich persönlich halte es für unklug und undienlich wenn ein Opfer gegen ein anderes Opfer ausgespielt wird. Wäre es nicht klüger mit Fakten zu argunemtieren und beispielsweise zu sagen das Frau XY einen rosa Winkel tragen mußte, eingesperrt wurde und dann getötet wurde weil sie lesbisch war.

    Ich mag dumm und ungebildet sein, aber ich weiß nicht ob es solche Fälle überhaupt gegeben hat. Wenn Ja, dann wäre es sicher angezeigt, ein entsprechendes Denkmal geschlechtsübergreifend zu gestalten. Wenn es sich bei der Diskriminierung zwischen 38 und 45 nicht um NS spezifische Diskriminierungen handelte sondern "lediglich" um die Fortsetzung der Diskriminierungen die es auch NS unabhängig gab, dann ist es auch gerechtfertigt ein Denkmal auf die Männer zu konzentrieren.

    Es wäre wohl sinnvoller weniger eine künstlerische Debatte zu führen als vielmehr eine geschichtspolitische.

    Es liegt mir nichts ferner als das NS unrecht zu relativieren. Mir erscheint aber ein geschlechtsspezifisches Denkmal wesentlich angezeigter als eine entsexualisierung der Opfern. Schließlich war der Sex das Problem für die Täter. Sicher wäre es dann auch angezeigt das Ding dann nicht Homo- sondern Schwulendenkmal zu nennen.

    Wäre nicht ein Hexendenkmal auch angezeigt. Hier sollte mann dann auch den Bogen über die NS-Zeit bis in die Gegenwart spannen. Muß man dann wirklich an eine/n geschlechtslosen Hexe/r erinnern?
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#5 JoernAnonym
  • 22.11.2006, 12:26h
  • Meine Fresse! Die Lesben sollen froh sein, dass sie nie wirklich verfolgt wurden und endlich die Klappe halten. BASTA!
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#6 redforceAnonym
  • 22.11.2006, 12:45h
  • Was für ein Schwachsinn! Regt sich jemand über Denkmäler für gefallene Soldaten auf, wenn dort die Juden nicht erwähnt werden? Über Denkmäler für ermordete Juden, wenn Zigeuner nicht erwähnt werden? Über Juden-Denkmäler, wenn Schwule nicht erwähnt werden?

    Darum geht's gar nicht. Lösung: Einfach woanders ein anderes Denkmal hinbauen. Und beim "Gedenken" auch wirklich an alle Denken - an Juden, Schwule, Lesben, andere ethnische Minderheiten - und auch an nicht-jüdische Hetero-Deutsche, die sich im Widerstand gegen das Nazi-Regime engagiert haben! Sie alle sind es wert, dass ab und zu an sie gedacht wird.
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#7 nqAnonym
  • 22.11.2006, 13:01h
  • das erinnert mich an so manchen streit ob es "schwullesbisch" oder "lesbischschwul" heissen soll. leider scheint die lesbische fraktion um längen verkrampfter zu sein als die schwule. naja, macht nichts. wie wärs mit einem küssenden mann-frau paar. da ist ein schwuler und ne lesbe drin, die sich halt "genderübergreifend" und solidarisch küssen. schaut aus wie ein heterokuss? egal, solange alle zickigkeiten abgedeckt werden kann man damit gerne leben. ;-)
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#8 seb1983
  • 22.11.2006, 13:24h
  • hängt wohl damit zusammen dass die Lesbenbewegung so mit den Feministinnen verbacken ist.

    An der Uni bei uns haben wir natürlich ein Schwulenreferat. Als ich da mal gefragt wurde wo den die Lesben ihres haben musste ich schmunzeln: gibt es so nicht, das ist das "Frauen und Lesbenreferat" mit Angeboten wie der feministisch- lesbischen Bibliothek.

    Als schwuler Mann willst du vielleicht noch ne Eheöffnung und Adoptionsrecht,ansonsten fühlst du dich im Fußballstadion oder auf der linken Autobahnspur ganz wohl so, bei Feministinnen heißt es: der Mann ist der Gegner, und bei Lesben gleich der Todfeind. (nur nicht zu ernst nehmen *g*)
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#9 LuxuriaAnonym
  • 22.11.2006, 13:24h
  • Krampfiges Moralisieren war schon immer eine Stärke der schwul-les... oh... Verzeihung... bitte, ich wollte echt nicht die Lesben diskriminieren... LESBISCH-schwulen Bewegung. Oh, es muss ja Lesbisch, Bi, Trans, Schwul heißen. Habe ich wen vergessen? Will noch wer zicken?

    Wenn wir uns noch ein bisschen anstrengen bekommen wir auch so ein Hick-Hack hin wie die Verbände die sich um einzelne Worte auf dem Denkmal für die Verfolgten Zigeuner streiten. Weiter so Mädels, das macht einen tierisch guten Eindruck!
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#10 CarstenFfm
  • 22.11.2006, 15:16h
  • Wenn ich das recht erinnere war die Geschichte des Denkmals ja so:

    Man hätte aller Verfolgten der Nazizeit zusammen gedenken können, aber die Juden wollten ein Denkaml ausschließlich für sich, deswegen gibt es eben getrennte Denkmäler für Schwule und ein für Zigeuner.

    Bei dem Zigeuner Denkmal gibt es auch Stress, ob man es nur den Sinti und Roma widmet oder auch anderen Zigeunern, aber das Wort Zigeuner ist ja nicht politisch korrekt.

    Und beim Homodenkmal zicken jetzt die Lesben, weil sich zwei Männer küssen. Als nächstes. Als nächtes kommen dann wahrscheinlich Transsexuelle und fühlen ich nicht vertreten....

    Die Realität übertrifft manchmal jede Satire.
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