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  • 30. November 2006, noch kein Kommentar

Thailand-Kenner fliegen grundsätzlich mit leerem Koffer nach Bangkok. Tipps für die Schnäppchenjagd.

Von Micha Schulze

Wer in Bangkok statt Berlin seinen Jahresbedarf an Klamotten und Schuhen besorgt, hat die Kosten für das teure Flugticket schnell wieder raus – und muss sich auch nicht von Ladenschlussgesetzen gängeln lassen. In keiner anderen Stadt der Welt macht das Shopping so viel Spaß, ist die Auswahl so riesengroß und günstig zugleich.

Keine Angst: Nicht alles, was in Thailand angeboten wird, ist Fake und stammt aus den geheimen Fabriken fieser Produktpiraten. Am Siam Square und in der Sukhumvit Road reiht sich eine riesige Shopping Mall an die andere – mit Filialen sämtlicher Markenlabel der Welt. Kaum jemand sonst ist so Versace-, Armani- oder Puma-versessen wie die aufstrebende Thai-Mittelschicht. Auch Markenmuffel können in Bangkok auf den Geschmack kommen: Muss man in Deutschland beispielsweise für die High Chucks von Converse mindestens 40 Euro hinblättern, zahlt man im Converse-Store im Siam Centre nicht einmal die Hälfte. Insgesamt gilt: Die Preise für Marken-Bekleidung, Seide, Leder, Schmuck, Elektronik, Hard- oder Software liegen um mindestens 15 bis 25 Prozent unter denen in Europa – die geringen Lohnkosten machen's möglich.

So komfortabel und erholsam die klimatisierten Shopping-Malls im schwülen und stets viel zu heißen Bangkok auch sind, sollte man sich die vielen bunten Straßenmärkte mit den noch niedrigeren Preisen auf keinen Fall entgehen lassen. Pratunam, zu Füßen des Bayoke-Sky-Towers, ist beispielsweise spezialisiert auf Kleidung aller Art. Ein tailliertes Hemd von guter Qualität gibt es hier schon für umgerechnet zwei Euro – wenn man sich geschickt anstellt. Handeln ist nämlich auf allen Straßenmärkten Pflicht!

Eine generelle Regel fürs Feilschen in Thailand lässt sich schwer aufstellen: Es hängt nicht nur vom Geschick des Käufers, sondern auch von der jeweiligen Verfassung des Verkäufers ab, wie weit er gehen kann und will. Der ursprünglich genannte Preis kann jedoch meist um bis zu 30 Prozent und mehr heruntergehandelt werden. Grundsätzlich gilt: Am weitesten kommt man bei Thais mit einem Lächeln, einem ruhigem Ton und einer Prise Humor. Bei Sprachproblemen tippt man den Preis, den man zu zahlen bereit ist, einfach in einen Taschenrechner ein.

In Chinatown liegen die beiden Märkte Yaowarat und Sampheng, in denen in zahllosen Shops neben Haushaltswaren auch Gold und Schmuck angeboten werden. Bangkok gilt zu Recht als Welt-Hauptstadt für Edelsteine, in der man das eine oder andere Schätzchen vergleichsweise günstig erwerben kann. Auf das Angebot von Tuktuk-Fahrern, übereifrigen Rezeptionisten oder "soeben gewonnenen Freunden", beim Kauf von Schmuck oder anderen höherwertigen Waren beratend zur Seite zu stehen, sollte man stets verzichten. Diese "Helfer" arbeiten auf Provisionsbasis – und letztendlich zahlt man als Käufer ihre Provision mit.

Meiden sollte man auch die aufdringlichen, meist indischen Herren, die einen Maßanzug im 24-Stunden-Service versprechen – wenngleich das Maßschneidern in Bangkok althergebrachte Tradition und auch für das einfache Volk erschwinglich ist. Für einen Anzug, der wirklich sitzt, sollte man allerdings Zeit, d.h. mindestens zwei Anproben einplanen – und die günstigsten und besten Schneidereien liegen nicht im Touristenviertel, sondern am Stadtrand. Eine Szene-Bekanntschaft ist bei der Suche sicher gerne behilflich

Garantiert gefälscht sind die Tausenden von "Rolex"-Uhren und "Adidas"-Sneakers, die rund um die Silom und Sukhumvit Road feilgeboten werden. Was allerdings nicht heißt, dass sie nichts taugen müssen. Die Qualität der kopierten Markenprodukte hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Allerdings kann es passieren, dass diese "Schnäppchen" bei der Rückreise vom deutschen Zoll wieder aus dem Koffer gefischt werden: Die Einfuhr von gefälschten Markenartikel ist aus urheberrechtlichen Gründen verboten.

Auch bereits beim Check-In am Flughafen Bangkok hat es für übereifrige Shopper schon böse Überraschungen gegeben. Wird nämlich das Höchstgewicht für das aufgegebene Gepäck von in der Regel 20 Kilo überschritten, kann die Fluggesellschaft einen saftigen Aufpreis verlangen. Wie gesagt: Thailand-Kenner fliegen grundsätzlich mit leerem Koffer nach Bangkok…

Die Queer.de-Shopping-Top-5

1. Siam Paragon

In Bangkoks jüngstem und luxuriösestem Shopping-Tempel, eröffnet im Dezember 2005, kann man seinen neuen Ferrari ebenso kaufen wie den Armani-Zweitanzug. Auf 500.000 qm finden sich Geschäfte und Boutiquen von rund 250 weltbekannten, aber auch lokalen Markenfirmen. Gucken allein ist auch ein Genuss…
Rama I Road am Siam Square, Skytrain-Station Siam
www.siamparagon.co.th

2. MBK
Im "Mahboonkrong", kurz MBK genannt, kann man gut und gerne den ganzen Tag verbringen: Über 2.000 Shops und Verkaufsstände auf sieben Etagen laden hier Thais wie Touris zum Shoppen ein. Die Waren sind günstig, aber nicht immer echt... In etlichen Cafés und Restaurants kann man sich vom Trubel und vom Feilschen erholen.
Rama I Road ,Ecke Phaya Thai Road, Skytrain-Station National Stadium

3. The Mall Bang Kae
In die riesige Shoppingmall am Stadtrand von Bangkok verirrt sich nur selten ein Tourist. Es kann passieren, dass man hier als "Farang" noch ungläubig angestarrt wird. Das Angebot ist fast so riesig wie im MBK, allerdings weniger touristisch – und zudem noch günstiger. Die Standmieten für die Verkäufer sind nämlich weitaus niedriger als im Stadtzentrum.
Phetkasem Road, von Silom aus erreichbar mit Micro-Bus 12 (ca. 45 Minuten, 25 Baht)

4. Chatuchak Wochenendmarkt
Manche nennen ihn Thailands größte Sauna: Jeden Samstag und jeden Sonntag herrscht auf dem Chatuchak-Freiluftmarkt ein Riesengedränge. Klamotten ohne Ende, Haushaltswaren und Haustiere sind hier ebenso zu haben wie gegrillter Skorpion, zweite Meter hohe Palmen oder antike Buddha-Statuen.
Skytrain-Station Mo Chit, U-Bahn Chatuchak Park

5. Silom Road
Um die meisten Verkaufstände an der Silom Road kann man getrost einen großen Bogen machen, bieten sie doch nur die üblichen Piratenwaren zu überhöhten Preisen an. Doch zwischen den beiden schwulen Seitenstraßen Soi 2 und 4 öffnen spätabends zur "DJ-Station-Zeit" auch einige Szene-Shops, die sich auf schicke Hemden und Underwear oder Gay-DVDs spezialisiert haben.
Skytrain-Station Sala Daeng, U-Bahn Silom

30. November 2006