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Berlin (queer.de) - Die vor wenigen Tagen in den Parteirat gewählte Julia Seeliger spricht sich für die Abschaffung der Ehe aus, berichtet die "Bild"-Zeitung. Das Blatt zitiert dabei ein von ihr mitgetragenes Papier der "Grünen Jugend" vom Februar, in dem es heißt: "Viel mehr als die bürgerliche Ehe wünschen sich viele Menschen Beziehungen auf Zeit, Beziehungen mit mehr als einer Person, Freundschaften mit Sex. Wer derart leben möchte, soll in unserer Gesellschaft nicht mehr in seiner Entfaltung behindert werden." Seeliger selbst habe die "Abschaffung des Schutzes der Ehe im Grundgesetz" gefordert. Außerdem trete sie für eine "absolute Gleichstellung aller Lebensgemeinschaftsformen" ein: "Ob sie nun hetero- oder homosexuell sind oder ob sie zwei oder mehr Menschen umfassen, darf nicht von Bedeutung sein", so die 27-Jährige. Sie ist das jüngste Mitglied im 16-köpfigen Parteirat, der die Arbeit zwischen den Gremien der Bundespartei, den Fraktionen und den Landesverbänden koordiniert. "Die zierliche Studentin (1,60 Meter) will die Monogamie (Ehe mit nur einem Partner) in Deutschland abschaffen!", schrieb "Bild" über die Jungpolitikerin. (dk)



14 Kommentare

#1 ManuAnonym
#2 bäume-freundAnonym
  • 06.12.2006, 13:56h
  • ihr denkansatz bewegt sich sehr nahe an der realität. es ist aber kaum realistisch, dass ein solcher vorschlag parteiübergreifend ernst genommen wird.
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#3 gerdAnonym
  • 06.12.2006, 14:14h
  • Ich lehne die Forderung von Frau Seeliger Mehrbeziehungsverhältnisse zur gleichen Zeit staatlicherseits zu fördern, ab.

    Da fällt mir sehr schnell das patriarchalisch geprägte islamische Paschaverhältnis von rechtskonservativen Männern ein, die mehrere Frauen in ihrem Harem sich halten. Sowas soll dann auch noch finanziell gleich von Staat behandelt werden ? Das geht für mich überhaupt nicht. Nicht nur aus christlicher Perspektive sondern vor allem weil ich immer noch die monogame Beziehung zweier Menschen, unabhängig von ihrer sexuellen Identität, als vorrangig in unserer Gesellschaft betrachte.

    Der Staat sollte weiterhin die monogame Beziehung zweier Erwachsener finanziell fördern und nicht das Haremsverhältnis von patriarchalen Männern, die sich mehrere Frauen halten.

    Hinzukommt dass wir noch nichteinmal die Gleichstellung von Lebenspartnerschaften zur Ehe in unserem Lande erreicht haben. Dies sollten die Grünen erstmal durchsetzen, dann wäre schon viel gewonnen (siehe Erbschaftssteuer, Einkommenssteuer. Beamtenrecht). Hier können sie auch auf Verbündete bei anderen Parteien wie der SPD oder FDP treffen, um dieses Ziel durchzubringen.

    Aber die staatliche Förderung und Gleichstellung von Mehrpersonenbeziehung zur monogamen Erwachsenenbeziehung halte ich für vollkommen daneben und ist ein falsches politisches Signal.
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#4 www0815Anonym
  • 06.12.2006, 14:17h
  • Die wehrte Frau spricht nur das aus, was der tiefste Wunsch in vielen Menschen ist.
    Der Kontakt zwischen Menschen wird immer kühler. Sexualität in Freundschaften ist auch heute (wenn darüber auch praktisch nicht gesprochen wird) kaum eine Seltenheit. Bei heterosexuellen Männern wird dies zwar offenbar noch immer abgelehnt, (man könnte ja sonst schwul sein), bei Frauen allerdings gibt es durchaus sexuelle Kontakte zwischen Freundinnen, selbst wenn man nicht lesbisch ist.
    Meiner Meinung nach entspricht es auch eher der menschlichen Natur, offen sexuell zu sein. Man empfindet zwar selbst oft (ausgenommen bi) eine stärkere Bindung zu einem Geschlecht hin, doch das heißt nicht, dass das andere ausgeschlossen sein muss.
    Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass ein zärtlicherer Umgang im Alltag (der ja nicht sofort sexuell sein muss) dem menschlichen Wesen stärker entspräche als die kühle Oberflächlichkeit und Distanziertheit, die heute herrscht.
    Ein gelungener Beitrag von der jungen Studentin.
    Allerdins eine Utopie... Wenn ich daran denke, einem CDUler näher kommen zu müssen, finde ich, hat die jetzige Situation auch ihre Vorteile ;)
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#5 StefanPAnonym
  • 06.12.2006, 16:21h
  • Klaro wir schaffen mal eben von heute auf morgen alle Werte dieser Gesellschaft ab.
    Eine Beziehung zwischen 2 Menschen sollte immer gefördert werden. Egal ob Hetero oder Homosexuell.
    Wie soll eine Gesellschaft funktionieren wenn nicht wenigstens einige Richtlinien da sind.
    Leider ist dieses mal wieder ein typisch abstaktes Gedankenmodell von den Grünen. Da wundert mich garnix mehr.

    Die Ehe soll weiter bestehen bleiben meiner Meinung nach und auf Homosexuelle Beziehungen ausgeweitet werden.

    In diesem Sinne
    Eine schöne Adventszeit Euch allen.
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#6 ManuAnonym
  • 06.12.2006, 16:56h
  • @ StefanP

    Das die Ehe nicht mehr das ist was sie mal war dürfte ja klar sein. Jede zweite Ehe in der Stadt und jede dritte Ehe auf dem Land wird geschieden. Man muss die Ehe nicht abschaffen aber vielleicht anders definieren und wenn es dann halt Wahlverwandtschaften sind oder die Ehe zwischen mehr als 2 Personen, unabhängig davon ob hetero, homo oder bi.
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#7 CarstenFfm
  • 06.12.2006, 17:06h
  • Eine witzige Idee, wenn auch sicher über das Ziel hinausgeschossen.

    Ich befürworte allerding die Abschaffung des Ehegattensplittings, weil sie eine einseitige Bevorteilung einer bestimmten Lebensform ist. Deswegen muss man nicht gleich die Ehe abschaffen.

    Aber manchmal muss man schräge provokante Statemants in die Welt setzen, und Prozesse in bewegung zu setzen.
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#8 FloAnonym
  • 06.12.2006, 18:12h
  • Na toll! Da überzeugt man viele Menschen, dass die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben sinnvoll wäre und dann macht diese Person alles mit solchen Äußerungen kaputt!

    Die Heteros, die bisher einer Eheöffnung offen gegenüber standen sind jetzt garantiert dagegen, wenn es plötzlich um faktische Abschaffung der Ehe geht!

    Die Frau hat uns jetzt (wahrscheinlich ohne es zu wissen) kurz vorm Ziel wieder meilenweit zurückgeworfen!
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#9 PuempelAnonym
  • 06.12.2006, 19:30h
  • Liebe Grünen, setzt das bitte so schnell wie möglich durch! Ich würde mich freuen, wenn schon in wenigen Jahren dank meiner Steuergelder die zehn Frauen des eingewanderten Scheichs aus den Vereinigten Arabischen Emiraten durch die Sozialkassen finanziert werden!
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#10 StefanAnonym
  • 06.12.2006, 19:37h
  • Lustigerweise will "die Frau" ja die Ehe gar nicht abschaffen, wenn ich das richtig verstanden habe, sondern nur die Privilegierung der Eheleute. Die Bild-Zeitung hat dazu die Überschrift "Will Ehe abschaffen" erfunden, damit Leute sich erschrocken von den Grünen abwenden - wie das hier ja auch passiert ist, leider. Warum aber übernimmt queer.de diese Überschrift?
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