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Der Dance-Feger "Insomnia" machte Faithless 1995 weltweit bekannt. Album Nummer fünf verspricht wieder Sounds abseits des Mainstreams.

Von Carsten Weidemann

Das britische Musikmagazin "New Musical Express" brachte es einst auf den Punkt: "Eine Dance-Band, aber ohne Arschgrapscher-Peinlichkeiten. Über alle Maßen erfolgreich, aber niemals plump oder gar zu offensichtlich. Spirituell erhebend, multikulti und -gender, aber ohne jemals Gefahr zu laufen, zum GAP-TV-Spot zu verkommen. Faithless sind alleine qua Existenz ein Wunder. Sie sind ein nationales Kulturgut." Mit solchen Lobpreisungen ausgestattet, veröffentlicht das Trio Faithless, das 1995 auch Deutschland mit "Insomnia" zum Tanzen brachten, sein fünftes Album "To All New Arrivals".

Wieder standen Maxwell "Maxi Jazz" Fraser, Ayalah "Sister Bliss" Bentovim und Roland "Rollo" Armstrong im Studio und bastelten an Dance-Sounds, die so gar nichts mit dem üblichen Bumbum vieler Diskotheken gemein haben. So scheint "Spiders, Crocodiles & Kryptonite" zuerst eine reduzierte Dance-Nummer zu sein, seine Melodie steigert sich jedoch immer mehr in The-Cure-Gefilde, bis dann Robert Smith höchstpersönlich ein Stelldichein gibt. Mit "Last This Day" folgt dann eine tiefgründige Ballade, bei der Kollegin und Bandfreundin Dido mitzuschwingen scheint. Und auch Cat Power ("A Kind Of Peace"), One Eskimo ("Hope & Glory") und Harry Collier ("To All New Arrivals") geben sich auf "To All New Arrivals" die Ehre und verleihen jedem Song ihre eigene Note.

Entstanden im Eindruck des immensen Erfolgs des Best-Of-Albums "Forever Faithless” umgibt die Musik auf "To All New Arrivals" ein unverhohlener Stolz. Faithless wissen ganz genau, dass es keine zweite Band wie sie gibt. Einerseits stets melodisch, sprengen Faithless-Songs in punkto Sound von jeher Grenzen. Die Band schreckt vor keinem Experiment zurück und bringt stets zum Ausdruck, was sie gerade bewegt. "Dieses Album", sagt Rollo, "war für uns das einfachste seit unserem Debüt ‚Reverence’. Wir wissen, dass das, was wir tun relevant ist und dass die Dinge, die wir sagen, es wert sind, gesagt zu werden. Wir fühlen uns nach all dieser Zeit in unserem Medium wohl und beherrschen unser Equipment!"

Der Titel des Albums, "To All New Arrivals", hat übrigens gleich zwei gute Gründe: Erstens das Baby von Sister Bliss, das im September in London zur Welt kam, und zweitens das Kind von Rollo, das fast zeitgleich in New York das Tageslicht erblickte. Zwei freudige Anlässe, die zwangsläufig auch die Kreativität der Musiker beflügelte.

8. Dezember 2006