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Prickelnde Erotik im alten Japan: die mitreißenden Geschichten von Alexandros Chakiris.

Von Jan Gebauer

Was hierzulande nur wenige wissen: In kaum einer Region des Altertums war Homosexualität so akzeptiert und in die Gesellschaft integriert wie in Japan. Aus den religiösen Kreisen breitete sich die gleichgeschlechtliche Liebe in die Kriegerklasse aus, in der es für einen jungen Samurai üblich war, bei einem älteren und erfahrenen Mann in die Lehre zu gehen. Für einige Jahre wurde er dessen Geliebter.

Der Roman "Liebesspiele der Samurai" von Alexander Chakiris erzählt mitreißende Geschichten über die ganz selbstverständlich ausgelebte Homo-Erotik dieser Zeit. Jede Episode ist anders, doch eine Gemeinsamkeit verbindet sie alle: die genaue Schilderung asiatischer Liebeskunst und die Sinnlichkeit des Genusses. Der Leser betritt eine Welt voller Leidenschaft, berauschender Schönheit und quälender Sehnsucht. Und er wird von nun an das Land der aufgehenden Sonne mit anderen Augen betrachten.

Die Geschichten spielen im Japan der Shogune: Mächtige Fürsten führen unzählige Kriege um Macht und Einfluss. Die einfache Bevölkerung leidet unter der immer schwerer werdenden Last der Steuern, während die Kriegerkaste der Samurai immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die Kunst des Bushido, "der Weg des Schwertes", mit seinen strengen und kompromisslosen Regeln, bestimmt das Leben der Kämpfer.

So lernen wir den Samuraischüler Taneiki kennen, der das Herz seines stolzen Meisters Ito Takamori erobert. Oder Katsuya, einem berühmten Samurai, der auserwählt wird, den jungen Erben eines Fürstenhauses, unbeschadet und auf geheimen Wegen, sicher nach Süden zu begleiten. Ihre heimliche Liebe scheint jedoch durch die hohe Stellung des Jünglings unmöglich.
Ganz anders die Geschichte der beiden bildschönen Frauendarsteller des Kabukitheaters, Haruka und Takeshima. Mit der Kraft von Männern und der Grazie von Frauen begeistern sie das Publikum. Die Nächte verbringen sie zusammen und genießen ihre Lust in vielfältiger, exotischer Weise. Nur diese kurzen, sinnlichen Momente des Glücks trösten sie über das Schicksal hinweg, das Sklaven vorbestimmt ist.

Die Geschichten in "Liebesspiele der Samurai" vereinen ergreifende Schicksale und prickelnde Erotik mit einem spannenden Einblick in eine fast vergessene Zeit.

Alexandros Chakiris: Liebesspiele der Samurai, Roman, 192 Seiten, Himmelstürmer, 14,90 Euro

4. Januar 2007



#1 JapanfanEhemaliges Profil
  • 14.10.2010, 18:34h
  • Scheint ein gutes Buch zu sein. Werde ich es mir sicher kaufen^^

    Aber als Japan(isch) Fan muss ich einen Fehler aufdecken:
    "Bushido" heißt "Weg des Kriegers" nicht "Weg des Schwertes". Das würde "Kendo" heißen.
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