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Berlin (queer.de) - Nach Protesten der "Emma" wird nun der Entwurf für das Berliner Homomahnmal leicht abgewandelt. Bislang sollte man durch ein Fenster ein projiziertes Filmbild eines scheinbar endlosen Kusses zwischen zwei Männern sehen. Jetzt hat das Künstlerduo Michael Elmgreen und Ingar Dragset vorgeschlagen, das Bild alle zwei Jahre zu ändern. Verschiedene Künstler könnten demnach ihre Interpretation eines gleichgeschlechtlichen Kusses präsentieren, so Elmgreen und Dragset. Der Denkmalentwurf war vor knapp einem Jahr ohne öffentliche Proteste von einer Expertenjury ausgewählt worden (queer.de berichtete). Erst vor knapp vier Monaten startete die Frauenzeitschrift "Emma" eine Kampagne gegen das Mahnmal. Es würde lesbische Opfer des Nationalsozialismus ausgrenzen, so die Begründung (queer.de berichtete). Das Künstlerpaar hatte daraufhin der "Emma" Populismus vorgeworfen (queer.de berichtete). Der geplanten Änderung muss noch Kulturstaatsminister Bernd Naumann zustimmen. LSVD, Lesbenring und die Initiative "Der homosexuellen NS-Opfer gedenken" begrüßten in einer gemeinsamen Erklärung den Vorschlag der Künstler. Das Homo-Denkmal soll im kommenden Jahr in der Nähe von Peter Eisenmans Holocaust-Mahnmal gebaut werden. (dk)



19 Kommentare

#1 SvenAnonym
  • 15.12.2006, 16:16h
  • Mehr als Populismus war das auch nicht. Wären die Emma-Frauen wirklich am Inhalt interessiert gewesen, hätten sie ja gleich mit arbeiten können.
    Aber nein, so bekommt man ja mehr Aufmerksamkeit und mehr Schlagzeilen.
    Will Emma jetzt auf's Niveau von "Bild der Frau"?

    Der Kompromiss hört sich vernünftig an. Doch zeigt er auch mal wieder wie unbeständig Homosexuelle sind. Wenn der Film alle 2 Jahre geändert wird, passt das ja wunderbar zu der öffentlichen Meinung der unbeständigkeit von homosexuellen Beziehungen.
    Selbst das Mahnmal ist promiskuitiv.
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#2 Axel BerlinAnonym
  • 15.12.2006, 16:53h
  • Das turnusmäßige Auswechseln eines kitschigen Bildes ist genauso lächerlich wie die naive Darstellung der Homosexualität durch Kussszene an dem Mahnmal selbst.
    Dann gibt´s zukünftig die Schwulenjahre und die Lesbenjahre - Kranz- u. Blumenniederlegungen erfolgen saisonell durch die jeweiligen Delegationen und im 2Jahresryhtmus erfolgt die jeweilige Übergabe der Gedenkstätte bei einem Zapfenstreich und anschließendem Crusing.
    Es ist äußerst peinlich, was da veranstaltet wird.
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#3 ArielAnonym
  • 15.12.2006, 16:54h
  • Unsinnige Diskussion von Personen, die nicht das Gedenken, sonder eigene Gedanken verfolgen.
    Zwei sich küssende Frauen sind nicht eindeutiger Ausdruck für Homosexualität in unserer Zeit . Zwei sich küssende Männer lassen für niemanden einen Zweifel aufkommen. Ein Denkmal muss provozieren. Deshalb finde ich den gefundenen Beschluss falsch.

    Ariel
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#4 FluginsApricotAnonym
#5 holgerAnonym
  • 15.12.2006, 18:39h
  • so wird das mahnmal zu einer lächerlichen karrikatur. man könnte verzweifeln an so einer unsinnigen diskussion
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#6 nicAnonym
  • 15.12.2006, 19:18h
  • Warum kann man einfach keine Lösung finden, die allen Seiten genügt und gerecht wird? Nein, da läßt man sich lieber wieder auf einen WischiWaschi - Zirkus ein, der garaniert irgendwann wieder sinnlose, niveaulose und für die Opfer abwertende Diskussionen auslösen wird.

    Und was soll das? Verschiedene Künstler können sich alle zwei Jahre mal an der Gestaltung ausprobieren? Wie geschmacklos ist das denn? Soll das Mahnmal eine Immendorff-Schüler Aussenstelle werden?
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#7 SebiAnonym
  • 15.12.2006, 19:36h
  • @Axel Berlin
    Dein Kommentar bringt es auf den Punkt. Genauso argumentiert auch die aktuelle EMMA. Kitsch statt Aufklärung. Pseudokünstlerische Selbstverwirklichung statt angemessenen Respekt gegenüber den Toten. EMMA drängt auf eine Änderung des Entwurfs. Ich hoffe, dass sie Erfolg haben.
    @Ariel
    A ha. Zwei küssende Frauen sind also nicht Ausdruck für Homosexualität. Offenbar ist lesbische Liebe in der allgemeinen Wahrnehmung noch so abnormal, dass sie noch nicht mal für Schwule die Homosexualität mitrepräsentiert. Zärtlichkeit zwischen Homosexuellen (egal ob weiblich oder männlich) sollte vielleicht stärker in die Öffentlichkeit rücken, um den Graben zwischen "normal" und "abnormal" zu schließen.
    @holger
    Waren die knutschenden Männer nicht eh schon eine Karrikatur. Unter einem Gedenken der NS-Verfolgung stell ich mir was anderes vor. Die Diskussion ist keineswegs unsinnig. Wie man an den Kommentaren beim letzten Beitrag zu dem Thema sieht, wissen hier offenbar viele noch nicht mal, dass es Lesbenverfolgung überhaupt gab. Darüber gibt es auch einen Bericht in der aktuellen EMMA oder auf www.EMMA.de
    @Sven
    Klar doch Zeitschriften werden immer herzlich eingeladen, bei Mahnmalen mitzuwirken. Da hat EMMA wohl was verpasst...so ein Quatsch. Sorry echt!
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#8 KlausAnonym
#9 hugoAnonym
  • 16.12.2006, 10:47h
  • @ Sebi:

    1. Vielleicht solltest Du Dich auf den Seiten www.gedenkort.de mal über den tatsächlichen Hergang der politischen und gestalterischen Entwicklung bis zum von der Jury prämiierten Entwurf informieren. Dann wüsstest Du, dass die Entwicklung von 1992 an mit ständiger, intensiver öffentlicher Diskussion begleitet war. Schon 1996 haben Lesben in einem eigenen Treffen im Frieda-Frauenzentrum darüber gesprochen, ob / wie sie sich daran beteiligen sollen. Ergebnis negativ - wegen der zu großen Unterschiede zwischen der Schwulenverfolgung und der Lesbensituati8on in der NS-Zeit. Spätestens zum Auftakt-Kolloquium für den Wettbewerb im Aprril 2005 hätte Emma auf der Matte stehen müssen, wenn die Frauen dort ein irgendwie ernsthaftes Interesse an dem Denkmal gehabt hätten. Bezeichnend ist über dies, dass auf Wikipedia nur auf den Schwulen/Homosexuellen-Seiten über die Verfolgung in der Nazizeit gestritten wird, die Lesben-Seite das hingegen nicht eines Worts für würdig hält. Was im übrigen auch für die Websites zur Lesbengeschichte im deutschsprachigen Netz gilt.
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#10 SvenAnonym
  • 16.12.2006, 12:15h
  • @Sebi
    Schließe mich Hugo an.

    Wie unlogisch Dein Argument ist wird vorallem dadurch ersichtlich, dass sie jetzt auch ohne Einladung sich einmischen. Vorher wäre das nicht gegangen???

    Küssende, händchenhaltende Frauen gehören nun mal ins normale Stadtbild. Ich würde es toll finden, wenn dies auch für Männer gelten würde. Tut es aber nicht.
    Somit gibt es sogar einen gewaltigen Unterschied (auf den ich bisher nicht eingegangen bin).
    Du solltest Dich vielleicht mal mit Geschlechterstudien befassen, damit Dir klar wird, welche geschlechtsspezifischen Rollenbilder von den Geschlechtern vorherrschen um sie dann mit dem Bild der Gesellschaft über Homosexuelle zu vergleichen und dort die Unterschiede zwischen Schwulen und Lesben in der gesellschaftlichen Wahrnehmung zu erkennen.

    Diese Unauffälligkeit der Lesben ist ein Geschenk. Ich würde gerne in der Öffentlichkeit als Person und nicht nur als Schwuler wahrgenommen werden.
    Ich denke, die meisten Lesben sind damit auch zufrieden, wer sich aber selbst in den Mittelpunkt spielen will und keine Talente hat, der braucht halt seine Homosexualität (oder andere angebohrene Merkmale, die nichts mit Leistungen zu tun haben), um wenigstens etwas Ungewöhnliches der Öffentlichkeit bieten zu können.

    Und es gab nun mal Unterschiede zwischen der Lesben- und der Schwulenverfolgung.
    Die Schwulenverfolgung war einfach systematischer.

    Es ist ja auch ein Unterschied, ob staatsfeindliche Neonazis jemanden töten oder der Staat selbst.
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