Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?6157

Die Europäer wollen nicht, dass Schwule und Lesben heiraten oder Kinder adoptieren. Das geht aus einer neuen EU-Umfrage hervor.

Von Dennis Klein

Der Weg zur Gleichstellung in Europa ist noch weit: Eine Mehrheit der EU-Bürger spricht sich sowohl gegen die Öffnung der Ehe als auch gegen das Recht für Homo-Paare auf Adoption aus. Das ist das Ergebnis des soeben veröffentlichten 66. Eurobarometers, der halbjährlichen Umfrage der Europäischen Kommission. Demnach sind 44 Prozent für die Homo-Ehe, 49 Prozent wollen Schwule und Lesben nicht heiraten sehen. Noch deutlicher ist das Ergebnis bei der Adoption: Diese wird von genau einem Drittel der EU-Bevölkerung befürwortet, 61 Prozent wollen Kindern dagegen nur heterosexuellen Paaren überlassen.

Zwischen den Mitgliedsstaaten gibt es allerdings immense Unterschiede: Am meisten unterstützt die Bevölkerung der Niederlande, Schwedens und Dänemarks Homo-Rechte - in beiden Fragen führen diese drei Länder die Liste der Befürworter klar an. Ganz unten bei der Frage der Homo-Ehe befinden sich dagegen Griechenland, Zypern und Lettland; bei der Adoption sind Lettland, Malta und Polen mit nur einstelligen Werten ganz unten. Insgesamt lässt sich ein deutliches Gefälle zwischen den alten 15 EU-Mitgliedsstaaten und den 2004 im Zuge der Osterweiterung neu hinzugekommenen Ländern erkennen: Während unter der EU15 eine knappe Mehrheit die Homo-Ehe befürwortet, lehnen die Bürger der neuen Staaten zu mehr als zwei Dritteln die Öffnung ab. Einzige homofreundliche Ausnahme ist die Tschechische Republik, die bereits Eingetragene Partnerschaften eingeführt hat. Alle Länder, die mit Gesetzen bereits Fakten geschaffen haben, haben überdurchschnittliche Zustimmungswerte, auch bei den alten Mitgliedsstaaten.

Deutschland auf Platz 7
Deutschland liegt bei der Unterstützung Schwuler und Lesben im oberen Drittel - in beiden Fragen stehen die Bundesbürger an siebter Stelle. 52 Prozent wollen die Ehe öffnen, nur 42 Prozent wollen aber Homo-Adoptionen zulassen. Interessant: Ostdeutsche sind bei beiden Fragen homofreundlicher eingestellt als die Bürger der alten Bundesländer: Bei der Ehe-Frage stimmen 50 Prozent der "Wessis" und 55 Prozent der "Ossis" zu. In der Ex-DDR unterstützt eine knappen Mehrheit von 50 gegen 45 Prozent das Recht auf Adoption. Im alten Bundesgebiet sind nur 39 Prozent dafür, 54 Prozent aber dagegen.

Ab dem 1. Januar wird das Ergebnis EU-weit noch schlechter aussehen: Dann werden mit Rumänien und Bulgarien zwei weitere homofeindlich eingestellte Länder in die Union aufgenommen. In Bulgarien lehnen derzeit 65, in Rumänien sogar 79 Prozent die Öffnung der Ehe ab.

18. Dezember 2006



53 Kommentare

#1 rudolfAnonym
  • 18.12.2006, 17:26h
  • Entscheidend ist nicht die geographische Lage eines Landes oder seine frühere Zugehörigkeit zum 'Ostblock', entscheidend ist der Grad der zivilisatorischen Entwicklung. Und dazu gehört eben auch, ob Säkularisierung und Aufklärung ein Land kulturell prägen. Und da sieht es bei Ländern wie Polen oder Bulgarien halt schlecht aus.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 hwAnonym
  • 18.12.2006, 17:41h
  • @ rudolf

    ..und ein klitze kleines bißchen die geschichte des
    aufgeklärten bürgertums und der organisationen der arbeiterklasse in diesen
    regionen europas.auch hier ist qualität
    u n d quantität hilfreich.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 rudolfAnonym
  • 18.12.2006, 18:12h
  • Sicher, sicher!

    Und deshalb sieht es im schönen Lande von Jan Hus, Tomas Masaryk und Egon Erwin Kisch mitsamt den mit ihnen verbundenen emanzipatorischen Massenbewegungen ja auch gar nicht so schlecht aus, nicht wahr?
  • Antworten » | Direktlink »
#4 DanielAnonym
  • 18.12.2006, 18:16h
  • Vielleicht sollte sich Frau Merkel und die CDU/CSU mal diese Umfragen anschauen und nachdenken, ob sie noch im Auftrag des Volkes handeln.

    So ein erheblicher Teil sind für die Gleichberechtigung. Seit 1970 hat keine Reform der Gesundheit, Rente oder Arbeitslosigkeit so hohe Zustimmung gehabt und gekommen sind sie trotzdem..... warum muss dort die Bevölkerung nicht zustimmen bzw. kann "ruhig" nicht groß sein, aber bei der Homo-Ehe warten sie lieber bis wir bei 80 % angekommen sind.

    Interessant auch:

    Parteiumfragen:

    Öffnung der Ehe:

    SPD: 85 %
    Grüne +/- 100 %
    FDP: 60 %
    CDU: 38 %
    CSU: 20 %

    Sehr interessant.....

    (Habe ich in den Jahren gesammelt, zur PDS fehlt mir eine Statisk´´tik, der Wert dürfte jedoch zwischen SPD und Grüne sein)

    Zur Asoption liegen Zahlen nur aus der SPD vor, sie liegt bei 60 % ...
  • Antworten » | Direktlink »
#5 CarstenFfm
  • 18.12.2006, 18:21h
  • @ Daniel:
    Mich würde interessieren, wie Schwule und Lesben wählen.
    Hast Du da auch Zahlen?
  • Antworten » | Direktlink »
#6 manni2Anonym
  • 18.12.2006, 18:33h
  • Kein Wunder bei der Länderzusammensetzung der EU...wenn jetzt auch noch Türkei, Iran,Irak u.s.w.
    ......wenn erst der Koran die Nummer 1 ist....ich werde es zum Glück nicht mehr erleben......
    nur Visionen????!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 WisczinskAnonym
  • 18.12.2006, 18:54h
  • Na wann der Islam die Bestimmung wird, sollten wir mal abwarten! Aber es ist doch schon frappierend das eher katholisch säkuläre Staaten für das HomoRecht sind wie katholisch oder religiös faschistoide Staaten. Die Aufklärung mag das eine sein, aber das Verständnis dafür ist deshalb nicht immer vorhanden. Auf jeden Fall ist das Herz europa für die HomoEhe und da sollte man schon mal drüber sprechen, denn alles andere ist zweitrangig! Besonderes diese Staaten die durch ihr negativen nationalen Religionsfaschismus den Wunsch nach einem vereinten Europa bei der Bevölkerung kaputt machen.

    Solange wir uns durch die drittklassige Meinung einiger Staaten unser Denken und Handeln vorschreiben lassen, wird sich nicht wirklich was ändern!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 tux2006Anonym
  • 18.12.2006, 19:42h
  • @manni2: Hm, das sich alle ausgerechnet über die Türkei erregen, versteh ich nicht.

    Aber wie Du ausgerechnet auf Iran und Irak kommst, kapier ich nun garnicht mehr.

    Die Türkei ist ein Halbeuropäisches Land. Da muss sich vielleicht noch viel ändern. Aber es kann doch nicht sein, das jeder auf der Türkei rumhackt(in der übrigens dank kemal atatürk religion und gesellschaft getrennt sind), während Rassistische, Faschistoide & Korrupte Systeme in die EU aufgenommen werden, ohne das es jemanden juckt?
  • Antworten » | Direktlink »
#9 hwAnonym
  • 18.12.2006, 20:25h
  • @ rudolf

    ..und weiter schön waren die wütenden gesichter und der massenprotest der prager beim einmarsch der deutschen unter hitler und der russen unter breschnew....
  • Antworten » | Direktlink »
#10 ManuAnonym
  • 18.12.2006, 20:34h
  • also das Ergebnis von Ostdeutschland überrascht mich gar nicht. Das resultiert daraus, dass die Kirche zu DDR-Zeiten eine untergeordnete Rolle spielte und bis heute kaum Enfluss hat.

    ich hoffe es wird auch mal gezeigt, dass die Ossis gar nicht so intolerant sind wie sie immer dargestellt werden!!!!!!
  • Antworten » | Direktlink »