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Der ehemalige US-Präsident Gerald Ford starb im Alter von 93 Jahren. Ein schwuler Mann rettete sein Leben vor 31 Jahren.

Von Christian Scheuß

In der Nacht zum Mittwoch starb der 38. Präsident der Vereinigten Staaten. Er hatte das Amt in den Jahren 1974 bis 1977 inne. Beinahe wäre Ford bereits während seiner Amtszeit gestorben, wenn nicht ein mutiger Mann einen Attentatsversuch auf offener Straße verhindert hätte.

Oliver Sipple (Foto links) kam an jenem 22. September 1975 eher zufällig am St. Francis Hotel in San Francisco vorbei, als Präsident Ford heraustrat. Der 33-jährige ehemalige Marinesoldat und High School Fußballstar stellte sich zu der Gruppe der Schaulustigen, die von Sicherheitsleuten auf Abstand gehalten wurden. Plötzlich sah er eine grauhaarige Frau, die einen Revolver unter ihrem Regenmantel hervorholte und auf Ford zielte. Sipple warf sich ohne zu zögern auf die Frau, der Schuss, der losging, verfehlte das amerikanische Oberhaupt. Die Attentäterin Sara Jane Moore konnte überwältigt werden.

Damit wäre die Geschichte fast zuende erzählt, wäre der Held Sipple nicht kurz darauf geoutet worden. Harvey Milk, der erste offen Schwule, der sich in der Zeit um das Amt des Bürgermeisters bewarb, plauderte aus, das Sipple Männer liebe. Milk meinte: "Das zeigt, das wir gute Dinge tun und nicht alle Kinderschänder sind oder in Badehäusern rumhängen." Die öffentliche Instrumentalisierung durch Milk hatte für Sipple fatale Folgen. Denn seine Familie hatte nichts von dessen Homosexualität gewusst.

Neun Jahre lang prozessierte Sipple gegen das Zwangsouting, hatte aber keinen Erfolg vor Gericht. In der Zeit geriet auch sein Leben durch Alkoholmissbrauch außer Kontrolle. Im Februar 1989 fand man ihn tot in seinem Apartment in San Francisco, inmitten lauter leerer Schnapsflaschen.

Gerald Ford wurde später kritisiert, das er Sipple nach dem Attentat niemals ins Weiße Haus geladen hätte, und auch zur Beisetzung nur ein Beileidstelegramm geschickt habe. Wäre sein Retter heterosexuell gewesen, hätte Ford sich anders verhalten, meinten die Kritiker. Der Ex-Präsident nannte diese Vorwürfe in einem Interview 2001 "verrückt". Er hätte keine Vorurteile gehabt.

28.12.2006



#1 hwAnonym
#2 Axel BerlinAnonym
  • 29.12.2006, 19:17h
  • ...also wenn ich amerikanischer Steuerzahler wäre, würde ich meine Steuererklärung immer pünktlich abgeben.

    @ hw, mein Lieber. Ist es das, was Du aussagen wolltest? Wenn nicht, bitte ich Dich ganz lieb, Deine Meinung in kompletten Sätzen niederzuschreiben. Bitte, bitte! Das Andeuten von Gedanken, mag sicher mitunter auch ein Grund dafür sein, dass Du noch nicht aus dem ewigen Strom des Samsera erlöst wurdest.
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