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Madrid (queer.de) - Die spanische Regierung will Schwule und Lesben entschädigen, die während der Franco-Ära ins Gefängnis geworfen und teilweise sogar gefoltert wurden. Ein entsprechender Gesetzentwurf wird derzeit vorbereitet. Während Francisco Francos faschistischer Herrschaft galt Homosexualität als Verbrechen. Zehntausende Homosexuelle wurden eingesperrt. Unter ihnen auch der spanische Schriftsteller Federico Garcia Lorca.

Gegen Ende der Schreckensregimes landeten Schwule und Lesben häufiger in psychiatrischen Anstalten, wo sie experimentellen Behandlungen mit Drogen oder Elektroschocks ausgesetzt wurden, um sie zu "heilen". Diese Misshandlungen wurden auch nach dem Ende Francos fortgesetzt.

Justizminister Juan Fernando Lopez Aguilar will nun in den kommenden Monaten die Entschädigungsregelungen durch das Parlament bringen. Es sind einmalige Zahlungen von rund 13.000 Euro und eine monatliche Rente von 750 Euro vorgesehen.

In der Zeit von 1939 bis zu seinem Tod 1975 war Francisco Franco Staatschef von Spanien. Der friedliche Übergang Spaniens vom Franco-Regime zur Demokratie ist weitgehend ohne Aufarbeitung der Franco-Zeit erfolgt. (cw)



16 Kommentare

#1 madridEUAnonym
  • 29.12.2006, 17:29h
  • Und trotzdem treffen wir immer wieder
    auf nostalgische Masochisten sogar unter Schwulen, die sich an nichts mehr erinnern, auch wenn wir ihnen mit Fakten nachhelfen. Einer meiner besten Freunde wurde 1971 auf einer Polizeiwache in Madrid so schwer misshandelt, dass er angewidert nach GB auswanderte. Trotz ständiger Razzien und Bespitzelung hatte man diese Diktatur nur deshalb schadlos überstanden, weil man ein unerträgliches Doppelleben geführt hat. Es gibt überhaupt keine Entschädigung für die Opfer, die hinreichend angemessen wäre !
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#2 ChristianAnonym
#3 rudolfAnonym
  • 29.12.2006, 18:51h
  • Dieses Kapitel der spanischen Geschichte führt jedem vor Augen, wie die praktisch-politische Umsetzung der katholischen Auffassung zur Homosexualität aussieht: sie führt im Ernstfall zur physischen Vernichtung der Homosexuellen.
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#4 SvenAnonym
  • 29.12.2006, 18:52h
  • Hoffen wir mal, dass das durchkommt.
    In Deutschland ist die Schwulenverfolgung nach 45 ja immer noch völlig in Ordnung!
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#5 tux2006Anonym
  • 29.12.2006, 19:55h
  • Tja, in der BRD wurde noch nicht ein Opfer für das Unrecht zw. 33 & 45 entschädigt. Man sitzt es lieber aus....

    Abgesehen von dem Unrecht nach 1945 bis 1994!
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#6 madridEUAnonym
  • 30.12.2006, 11:17h
  • Ja @Sven, so hört man es leider auch immer noch überall, wo man sich darüber empört, dass die Opfer des Faschismus mit Schwulen gemeinsam leiden mussten, wo es diese "Abartigen" es doch eigentlich verdient hatten. Und wie @rudolf hier bereits treffend anführt, so hat sich der offizielle spanische Klerus seinerzeit schnell mit dieser Version arrangiert. Schade nur, dass erst von der jetzigen Regierung an die damaligen Verbrechen
    gegen die Menschlichkeit erinnert werden muss, die bislang nie aufgearbeitet wurden. Schlimmer noch, dass es einige ältere Homosexuelle in diesem Land gibt, deren Erinnerungsvermögen nicht ausreicht, um keine konservative Partei mehr zu wählen.
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#7 Axel BerlinAnonym
  • 01.01.2007, 15:41h
  • @Tux2006
    Der Ehrlichkeit halber sollte man auch sagen, dass die DDR in ihrer 40jährigen Bestandszeit bedauerlicherweise auch keine Entschädigungen an Verfolgte Homosexuelle durch NS-Schergen gezahlt hat, mit Ausnahme an diejenigen Homosexuellen, die auch wegen kommunistischer Aktivitäten gelitten haben.
    Es steht außer Zweifel, dass eine solche Entschädigung auch nichtkommunistischen Homosexuellen zusteht.
    Es ist tragisch, dass mittlerweile der grösste Teil dieser Verfolgten bereits verstorben ist und ich hoffe, wenn es nun auf Erden nicht gesühnt wurde, dass es vielleicht doch im Jenseits eine ausgleichende Gerechtigkeit gibt.
    Ausgesessen wird in jedem politischen System; das Aussitzen der Entschädigung verfolgter Homosexueller, denke ich, geschieht/geschah mehr aus Scham vor eigener latenter Homosexualität, was nicht sein kann, was nicht sein darf.
    Es ist also kein typisch bundesrepublikanisches oder staatliches Schandverhalten, werden doch in jüngster Zeit viele Entschädigungen gezahlt für Opfer der SED-Diktatur in Gefängnissen, Enteignungen oder gesundheitlicher Doping-Schäden der DDR-Spitzensportler.
    Ebenso hat die Bundesrepublik 1990 Entschädigungen an verfolgte Juden für Rechnung der DDR geleistet, die eine Verantwortung für dieses Leid stets abgelehnt hat.
    Die Respektlosigkeit vor dem Leid der Verfolgten ist geschmackloser, wie der Ablaß durch Geldmittel.
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#8 tux2006Anonym
  • 01.01.2007, 18:31h
  • @axel: hm, schön, und? Gibt es die DDR noch oder ist Ihr RECHTSNACHFOLGER nicht die BRD??
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#9 hwAnonym
#10 Axel BerlinAnonym
  • 01.01.2007, 22:33h
  • tux, man nennt dieses Verhalten, was Du da schilderst, "sich aus der Verantwortung stehlen".
    Auch ein Staat kann nur Gutmachung leisten, solange er existiert. Es ist wie beim Menschen. Wenn dieser zu Lebzeiten Gutes getan hat, behält man ihn besonders in Erinnerung.
    Laß Dir mal von hw die 8 Stufen der Wohltätigkeit erklären.
    Ich glaube, die 6. Stufe hätte für die DDR genügt und wir könnten ihr heute einen dicken Bonuspunkt verpassen.
    Iss aber nicht so und hat ganz und gar nix mit dem Rechtsnachfolger zu tun.
    Es war nicht alles Unsinn was im Osten Deutschlands gemacht wurde und war nicht alles sinnvoll was im Westen gemacht wurde, aber gegenseitige Kritik müssen wir anerkennen, wenn sie gerechtfertigt ist. So lernt man auch leichter auszusprechen, was einem beim Nachbarn gefallen hat.
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