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Überraschung in der queer.de-Redaktion: erstmals ist ein schwuler CDU-Bürgermeister vor dem Angriff eines heterosexuellen SPD-Politikers zu schützen. Hamburg, Wahlkampf. Die SPD hat kaum Chancen, den amtierenden Bürgermeister Ole von Beust (CDU) aus dem Amt zu jagen. Trotz des Koalierens mit Schill, etlicher Regierungspannen und der eigenen Zögerlichkeit im öffentlichen Umgang mit seiner sexuellen Orientierung: der Mann ist bei den Hamburgern beliebt.

Der SPD-Kandidat Thomas Mirow dagegen reißt niemanden vom Hocker. Da muss der schon ein wenig rumtösen: bei einem SPD-"Familienfest" in Ottensen sagte Mirow zum Wahlkampfklassiker Familienpolitik, es sei "kein Zufall, dass sich Ole von Beust in Wahrheit nie wirklich für Kinder interessiert hat." Ein Satz, den man nicht nur vor Ort als Anspielung auf die Homosexualität des Konkurrenten verstanden hat (der dpa-Korrespondent sprach von einem "Schuss unter die Gürtellinie"); ein Gedanke, der an den homophoben Stammtisch appellieren soll und zudem die Vereinbarkeit der Begriffe Familie und Homosexualität ausschließt. Vor allem ist ein solcher Spruch eine inakzeptable und hohle Verquickung aus Privatleben und Politik eines Politikers.

Gerade wenige Tage nach dem Messerangriff auf den schwulen CDU-Justizsenator Roger Kusch unter "Schwule Sau"-Rufen, ebenfalls in Hamburg, ist eine solche Äußerung nicht nur unüberlegt, sondern völlig daneben. Auch wenn Brandenburgs CDU-Innenminister Jörg Schönbohm erst kürzlich noch Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) vorhielt, dieser solle weniger auf CSDs rumtanzen und stattdessen mehr für Familien tun: solche Sprüche sind in der Union kaum noch zu vernehmen. Umso ärgerlicher, wenn die SPD nun die nächste Runde eröffnet.

Mirow sagte später: "Wäre von Beust verheiratet und kinderlos, hätte ich das Gleiche gesagt. Ich werfe ihm nicht seine Kinderlosigkeit vor, sondern sein Desinteresse an Familienpolitik". Anspielungen zur Homosexualität habe er nicht gemacht. Während der Autor noch diese Zeilen schreibt, macht sich der offen schwule Szene-Liebling Klaus Wowereit nach Hamburg auf. Am Abend will er zusammen mit Mirow und dem Hamburger Schwusos-Chef Thomas Kretschmann eine Werbetour durch die Szene in St. Georg machen. Lutz Kretschmann: "Die Weltoffenheit und die Toleranz von Thomas Mirow wird es wieder leichter machen, lesbisch-schwule Themen in der Hansestadt anzupacken und die entsprechenden Vereine und Projekte zu fördern!" Wir sind gespannt, verleihen Mirow aber trotzdem vorsorglich unsere Homogurke. (nb)

18. Februar 2004, 16 Uhr



Die fünf Homos von der Bürgerschaft

Mindestens fünf schwule Politiker haben sich über die Wahl gefreut - sie ziehen in die Hamburger Bürgerschaft ein. Olivia Jones ist nicht dabei.
#1 Lutz KretschmannAnonym
  • 19.02.2004, 15:00h
  • Liebe Queer-Redaktion,
    zwei Bemerkung möchte ich doch zu euren Artikel machen. Wenn der Schreiber des Artikels in E-Lounge bei der Diskussionsveránstaltung war?
    Erstens: Dann hätte er gehört das Thomas Mirow sich für das Adoptionsreccht für Lesben und Schwule ausgesprochen hat.
    Zweitens: Das er sich auf meine Bitte hin die hamburgische Flaggenverordnung noch einmal wohlwollent überprüfen läßt, um die Regenbogenflagge am Rathaus wehen zulassen zum Euro Pride.
    Kleine Anmerkung am Rande: Die Regenbogenfahne hat vor der Wirtschaftsbehörde und den Senatamt vfür die Gleichstellung in den Jahren 1997-2001 geweht. Bekanntlich war da Thomas Mirow Wirtschaftssenator.
    Vielleicht solltet ihr das mit der Gurke euch noch einmal überlegen!
    Von Ole von Beust habe ich nichts zu diesen Thema gehört.
    Alles Liebe für die Liebe
    Lutz Kretschmann
    Landesvorsitzender der Lesben und Schwulen (SCHWUSOS) Hamburg
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#2 Kai WilkenAnonym
  • 19.02.2004, 16:46h
  • Lieber Lutz,

    das ist mal wieder Bauernfängerei nach Schwuso-Art: Die Regenbogenfahne hat vor dem Senatsamt für die Gleichstellung geweht, weil Krista Sager von der GAL dies angeordnet hatte. Thomas Mirow hatte damit nun wirklich nichts zu tun - er saß zufälligerweise als Senator mit seiner Behörde im gleichen Haus.

    Die SPD hat noch als Oppositionspartei am 4. 9. 2002 den Antrag der Grünen, das Rathaus zu beflaggen, abgelehnt.

    Und im SPD Wahlprogramm steht kein einizges Versprechen für Lesben und Schwule.

    Ich finde es ungeheuer peinlich, dass ihr schon Schwule aus Berlin importieren müsst, weil sich Thomas Mirow nicht einmal einen ganzen Abend für uns Hamburger Schwule Zeit nimmt.
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#3 AchimAnonym
  • 19.02.2004, 22:41h
  • Schade, dass sich queer.de nun auch auf
    das Niveau der rechten Journaille begibt.
    Auch ein schwuler Bürgermeister muß
    wegen nicht vorhandener Familienpolitik
    kritisiert werden können, ohne dass
    demjenigen gleich unterstellt werden kann,
    er hätte was gegen Schwule! Warum sagt
    ihr nicht mal, was ein sich immer noch
    selbstverleugnender schwuler
    Bürgermeister für Lesben und Schwule
    getan hat? Da könnt ihr nämlich lange
    suchen - er hat nichts getan. Im Gegenteil:
    Hamburg hat im Bundesrat eine massive
    Anti-Schwulen Politik, durch Roger Kusch,
    ebenfalls schwul, vertreten! Und in Hamburg
    selber massive Kürzungen im Bereich der
    lesbisch/schwulen Vereine und Verbände zu
    verantworten!
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#4 GerdAnonym
  • 20.02.2004, 00:09h
  • Ich finde Euren Artikel und die Homogurke für den SPD-Kandidaten falsch.

    Verhängt die Homo-Gurke während des Hamburger Wahlkampfes an Schill, das halte ich für angebracht.

    Im übrigen, es ist zwar schön, dass Ole durch das Outing seines Vaters endlich offen schwul sich zeigt, aber er hat in seinen Regierungszeit Nichts aber auch gar Nichts für homosexuelle Menschen unternommen (wo bleiben denn die Anpassungsgesetze:Totensorgeberechtigung im Bestattungsgesetz für Lebenspartner, ...).

    Ob die Grünen/SPD das in Hamburg künftig machen werden, ist zwar auch offen, aber Ole hat es nicht gemacht und NRW (Rot/Grün) hat es.

    Gruss

    Gerd
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#5 HeinzAnonym
  • 20.02.2004, 16:20h
  • Das ist wieder mal typisch: Da stecken die Hamburger Schwusos die queer.de-Redaktion gleich in die rechte Ecke, nur weil sie dem wirklich peinlichen SPD-Spitzenkandidaten Thomas Mirow eine Homo-Gurke verliehen hat.

    Ich finde, Mirow ist in bester Gesellschaft: Denn auch Ole von Beust hat schon die "Gurke" bekommen:

    www.queer.de/homogurke_detail.php?article_id=68

    Weiter so, queer,de-Redaktion! Bewahrt Eure Unabhängigkeit von allen politischen Parteien!
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#6 wolf4606
  • 21.02.2004, 07:05h
  • Wichtig ist doch eigentlich, dass unsere Rechte mehr durchgesetzt werden oder nicht? Da ist es doch egal ob die Regenbogenflagge weht oder nicht. Leider hält die SPD nicht was sie uns versprochen hat. Von den Parteien hat z.Zt. eigentlich keine Partei eine Stimme verdient! Alles nur leere Versprechungen!!!
    Selbst auf dem letzten CSD in HH wollte unser Herr Kahrs keine Diskussion über die nun weiteren Rechte der eingetragenen Lebenspartnerschaften. Seht zu, dass wir unsere Rechte bekommen und nicht nur unsere Pflichten. Dann kann auch jeder wieder guten Gewissens seine Wahlstimme geben. Aber bis dahin müssen wir wohl noch sehr lange kämpfen.
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#7 danielAnonym
  • 25.02.2004, 00:01h
  • Ich glaube zwar nicht, dass Mirow selbst was gegen Schwule hat, aber sein Spruch ist doch wohlberechnet: "Es ist kein Zufall, dass ..."
    Und wenn es kein Zufall ist, dann muss es also einen bestimmten Grund geben - welchen? Und nun schimpft da jemand auf "Brunnenvergifter"? Auch ohne "queer" gelesen zu haben, denke ich mir Entsprechendes. Völlig klar, dass hier auf die mögliche Homosexualität O.v.Beusts angespielt wird, worauf sonst, völlig klar, dass der Spruch andererseits so formuliert ist, dass diese Absicht nicht nachgewiesen werden kann, völlig klar, dass er sich aber an diejenigen Mitmenschen richtet, die eigentlich nichts gegen Schwule haben, die eigentlich gaanz tolerant sind, aber irgendwie, na ja, muss so Einer denn unbedingt Regierender Bürgermeister ...?
    Solche Art des Wahlkampfs ist billig. Nicht weil ein Kandidat unbedingt schwulenfeindlich ist, sondern weil er die einigermaßen verbreitete Ablehnung gegen Schwule unterschwellig als Instrument nutzen will, den Gegner madig zu machen. Mies.
    Sollen sich die Hamburger doch den Mann an die Spitze ihrer Stadt wählen, den sie wollen und dessen Programm sie für besser halten. Seine sexuellen Ausrichtungen muss keiner (auch wenn wir es ja oft übelnehmen, wenn einer sich nicht outen will) bekennen, es muss aber auch keiner an niedrige Instinkte gegen den Gegner appellieren, auch zwischen den Zeilen nicht. Ich denke, die Homogurke wurde da zu Recht verliehen.
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