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Hamburg (queer.de) Der schwule Filmemacher Rosa von Praunheim wirft den heutigen Studenten vor, "prüde" und langweilig zu sein. "Ich hätte jedes Mal kotzen können, wenn ich am Anfang eines Semesters in die satten Gesichter der Studenten geschaut habe", sagte der Ex-Professor an der Potsdamer Filmhochschule gegenüber dem Magazin "Zeit Campus": "Die kommen alle aus bequemen, bürgerlichen Elternhäusern und haben keine Notwendigkeit, kreativ zu sein."

Weiter pöbelte der Filmemacher gegen Studenten: "Die meisten langweilen sich in irgendwelchen längeren Beziehungen und träumen davon, eine spießige Familie zu haben. Sie haben so wenig Leidenschaft."

Anlass des Interviews mit "Zeit Campus" war Praunheims neuer Film "Sechs tote Studenten", in dem er seine Uni-Erfahrungen satirisch verarbeitet: "Die Professorin schickt ihre Studenten auf eine Reise nach Kalkutta, damit die das richtige Leben kennen lernen. Aber die verarschen sie und bauen Kalkutta im Studio nach. Dort inszenieren sie den Tod von sechs Teilnehmern, um die Professorin zu schockieren und sich an ihr zu rächen", umreißt der Regie-Autodidakt selbst die Handlung seines neuen Werks, das im Februar in die Kinos kommen soll.

Rosa von Praunheim wurde 1942 als Holger Mischwitzky geboren. In den vergangenen 30 Jahren hat er über 50 Filme gedreht – viele davon zum Thema Homosexualität wie den Klassiker "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt". Praunheim hatte als junger Mann sein Studium der Malerei abgebrochen, um sich ganz dem Filmemachen zu widmen. (cw)



20 Kommentare

#1 madridEUAnonym
  • 21.01.2007, 09:57h
  • Schon möglich, dass Rosa teilweise recht hat. Dazu muss man sagen, dass wir Kriegs- und Nachkriegskinder eine zerstörte Welt vorfanden, die es uns während des allgemeinen Neubeginns automatisch erleichterte, kreativ zu sein.
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#2 antosAnonym
#3 PrinzesschenAnonym
  • 21.01.2007, 18:34h
  • Als die alte Generation die junge anmeckerte, fragte die junge: "Wer hat mich bloß erzogen, dass ich so geworden bin?"
    Darauf antwortete die alte mit jammrigem Vibrato: "Irgendwas hab ich wohl falsch gemacht!"
    "Genau", antwortete die junge. "Da hast du wohl was falsch gemacht."
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#4 www0815Anonym
  • 21.01.2007, 19:26h
  • Der Mann irrt sich leider.
    Die Kreativität lebt sich einfach viel anders aus.
    Wenn ich so beobachte, was meine Kommilitonen so alles im Web machen, das ist der Wahnsinn. Die meisten Websites sind doch mittlerweile von Studenten oder Schülern gemacht (Ausnahme bilden die großen Firmenwebsites).
    Aber auch viele Web-Anwendungen oder die Entwicklungen von Spielen. Das Leben wird sich vom realen schon teilweise auf eine virtuelle Realität verschieben. Und das ist auch nicht verwunderlich, wenn der Mensch sich eben weiterentwickeln möchte.
    Ob das für jeden Einzelnen auch gut, ist die andere Frage!
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#5 joshAnonym
#6 SaschaAnonym
  • 22.01.2007, 02:04h
  • Eigentlich hat er doch vollkommen Recht!

    Das erkennt man allein schon an der Tatsache, dass gewisse konservativ-neoliberale Landesregierungen ohne nennenswerten Widerstand ihre asozialen, allgemeinen Studiengebühren durchsetzen konnten.

    Im krassen Gegensatz dazu gab es mal Ende der 60er Jahre eine Studentengeneration, die sich noch für gesellschaftlichen Fortschritt eingesetzt hat und ihre Hauptaufgabe nicht allein darin sah, sich schön brav in das bestehende System zu fügen und den Status quo zu reproduzieren.

    Ein Blick in dieses Forum spricht ja ebenfalls Bände...
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#7 ChrisAnonym
  • 22.01.2007, 09:16h
  • Ich denke, dass die gute Rosa und viele andere Mitschreiber hier verkennen, dass die heutige Studentenschaft viel mehr damit beschäftigt ist, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die gesellschaftliche Verelendung und Verarmung hat selbst bei angehenden Akademikern keinen Halt gemacht...
    Ich verbringe satte sechs Stunden am Tag mit Geld verdienen, mindestens weitere sechs mit der Uni und eine mit dem Saufen ;-)...mal im Ernst, wann soll ich dann noch auf die Straße gehen??
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#8 joshAnonym
  • 22.01.2007, 11:58h
  • @chris:
    sorry, aber das ist ne ausrede. das war doch niemals anders. ich jedenfalls komme aus einem armen arbeiterhaushalt, meine family war eher dagegen mich noch weiter durchzufüttern. im gegensatz zu den leuten heute vielfach hat das damals unseren sozialkritischen blick geschärft und nicht verschwimmen lassen. und klar musst ich arbeiten nebenbei, da blieb für privatleben kaum zeit. da habt ihr heut mehr, wenn ich die studis so nehme die ich kenn.
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#9 hwAnonym
  • 22.01.2007, 15:51h
  • @ josh

    Die Rückkehr des Tumults
    Von Franz Walter in spiegel-online:

    "..In ökonomischen Krisen sind die davon hauptsächlich betroffenen Menschen meist ermattet, ohne Hoffnung, dadurch passiv, resigniert. In Zeiten wirtschaftlicher Dürre und Entbehrung hissen die Menschen nicht die Fahnen des Umsturzes. In solchen Zeiten fehlt ihnen dazu einfach die Energie, gewissermaßen die Kraft für eine andere Zukunft. Erst müssen sich die strangulierenden Fesseln der ökonomischen Pressionen zu lösen beginnen. Erst muss sich das soziale Elend in bewusste Unzufriedenheit übersetzen können. Erst dann ist langfristig angelegte Auflehnung und Gegenwehr ernsthaft zu erwarten.....
    Wenn im wirtschaftlichen Aufschwung die Inhaber des "Normalerwerbsverhältnisses" und die Repräsentanten der alten "Bürgerlichkeit" sie noch weiter abhängen sollten, dann wird die Frustration sich entladen.
    Die Orte gemeinsamer Erfahrungen und Verständigungsprozesse über kollektive Arbeit, Organisationen und Handlungen sind im Vergleich zur originären Industriegesellschaft minimal geworden.
    Für ressourcenschwache Einzelne bedeutet das oft Isolation, Marginalisierung, auch Apathie. Doch die organisatorische Bindungslosigkeit und sozialkulturelle Entwurzelung können ebenfalls zu einer vergleichsweise raschen Mobilisierung für neue Massenbewegungen führen, die dann mit der Parole der unmittelbaren Aktion Sinn in die Leere des organisatorisch obdachlosen Individuums bringen mögen. "
    hw: derweil sollte man tee trinken und gezielt nett plaudern.
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#10 seb1983
  • 22.01.2007, 15:51h
  • satt gefüttert war eher die 68er Generation. Nach den Aufbaujahren der 50er brummte Die Republik bei Vollbeschäftigung. Wem sein Studium zu spießig war der hat sich eben flott woanders zum arbeiten beworben. War alles kein Problem.

    Heute sieht es nicht alles so rosig aus. Wer rumtrödelt, schlechte Klausuren bringt oder gar das Studium abbrechen muss wird echte Probleme haben. Außerdem kenne ich genug Studenten die sich kreativ in genug Projekten engagieren.

    Herr Praunheim scheint auch einer von den vielen Schwulen hier zu sein die einen schwulen "Master-Lebensplan" vorgeben wollen. Zum Glück lasse ich mir aber weder vom Papst von von Herrn Praunheim sagen wie ich zu leben habe!!
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