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Rom (queer.de) - Die italienische Abgeordnetenkammer hat gestern Abend mit 301 gegen 266 Stimmen der Einführung der Homo-Ehe zugestimmt. Das Gesetz muss jetzt noch ausgearbeitet werden. In der Regierungskoalition enthielten sich aber zehn Abgeordnete der kleinen Partei Unione Democratici per l'Europa (UDEUR) der Stimme. Deren Vorsitzender, Justizminister Clemente Mastella, hatte zuvor bereits angekündigt, dass er die sogenannten Pacs nicht akzeptieren werde (queer.de berichtete). Probleme mit Abweichlern könnte es noch im Senat geben: In der zweiten Parlamentskammer, in der die Regierungskoalition über 158 und die oppositionelle Casa delle Libertà über 156 Sitze verfügt, stellt die UDEUR drei Senatoren - und spielt damit das Zünglein an der Waage. Die Einführung der Pacs, die wie in Frankreich auch heterosexuellen Lebensgemeinschaften offen stehen sollen und eine leicht eingeschränkte Anzahl an Rechten und Pflichten beinhalten, ist in Italien höchst umstritten. Insbesondere die katholische Kirche übt Druck auf die Abgeordneten aus, da die Homo-Ehe ihrer Ansicht nach die traditionelle Familie destabilisiere (queer.de berichtete). (dk)



16 Kommentare

#1 matthias italiaAnonym
#2 bäume-freundAnonym
  • 01.02.2007, 11:11h
  • es bleibt weiterhin unsicher,
    bevor nicht die 2. kammer zugestimmt hat.

    prodi wird der fraktion, die jetzt zünglein an der waage ist, viele zugeständnisse machen müssen, um dieses gesetz durchzubringen.

    möglicherweise sind die forderungen unverschämt hoch oder die betreffende fraktion weigert sich gar total. dann gibt es leider keine eingetragenen partnerschaften in italien.

    es ist wie fast immer in einer demokratie: letztlich bestimmen 51% über 49%.
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#3 Markus & ChristophAnonym
  • 01.02.2007, 11:22h
  • Seit dem Jahr 2000 (World-Pride) reisen wir jeden Sommer nach Rom zum dortigen Gaypride.
    Seitdem hat sich in Italien doch ein bißchen was bewegt. Wie wir letztes Jahr in Warschau gesehen haben, ist es wichtig, daß Lesben und Schwule aus anderen Ländern die Community vor Ort unterstützen. Ihr könnt dies auch tun, wenn Ihr zu den großen CSDs/Pride-Veranstaltungen z.B. nach Milano oder Rom kommt.
    Bilder vom Romapride auf unserer Homepage www.marstoph.de.
    Wir haben mittlerweile einige Kontakte in Rom und gesprächsweise immer wieder erfahren, daß die (moralische) Unterstützung sehr positiv aufgenommen wird, gerade aus Ländern, die schon etwas mehr erreicht haben.

    Unseren Freunden in Italien wünschen wir gutes Durchhaltevermögen (und ebenso Herrn Prodi!!).
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#4 www0815Anonym
  • 01.02.2007, 14:45h
  • Gut, natürlich wünschen wir Glück.
    Doch ehrlich gesagt, sieht das stark nach dem Scheitern aus, es muss ja nur 3 "Abweichler" geben und da gibt es ja bereits 3, die nicht dafür stimmen wollen, damit ist die Sache doch eigentlich schon gelaufen...
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#5 MarkusAnonym
  • 01.02.2007, 16:38h
  • @ www0815:
    Wenn alle Lesben und Schwulen in den entsprechenden Ländern so kurzfristig denken würden und wenn auch wir in Deutschland gleich die Flinte ins Korn geworfen hätten, wären wir heute noch nicht weiter. Steter Tropfen höhlt den Stein und von nix kommt nix. Gerade in Ländern wie Italien braucht man hier einen langen Atem.

    Immerhin war an eine Gesetzesinitiative vor wenigen Jahren noch gar nicht zu denken. Der Worldpride 2000 mit über 200.000 ausländischen (europäischen) Gästen hat der Community dort gezeigt, daß wir viele sind und daß es sich lohnt für seine Rechte aufzustehen. - Also weiter so...!! ;-))
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#6 MoritzAnonym
  • 01.02.2007, 17:22h
  • kleine korrektur...

    die zustimmung der kammer betraf nur den zwang, ein gesetz zu verabschieden... sie haben also entschieden, dass sie ein gesetz entscheiden müssen :)

    wie das gesetz aber aussehen wird, das wissen sie leider selber noch nicht :)
    die linke genau so wenig wie die rechte... nur der kleine weisse mann in rom weiss natürlich wie immer alles :))

    wir italiener haben's halt schwer :))

    ciaociao
    Moritz
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#7 madridEUAnonym
  • 01.02.2007, 17:53h
  • @markus: Tja, in Italien wird´s mit dem Vatikan um die Ecke wohl schwieriger. Bislang haben wir Schwulen noch nicht ganz vollzogen, was da im Dauerlauf im sozialistisch-katholischen Spanien so atemberaubend über die Bühne ging, dass die Konservativen und Bischöfe heute kaum noch die Homo-Ehe angreifen.
    Vielleicht muss man sie einfach überrumpeln, anstatt lange zu fackeln ?
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#8 SebiAnonym
  • 01.02.2007, 18:36h
  • Tja Italien wird ein harter Kampf. Das Land steckt fest im eisernen Griff von Berlusconi (Medienmogul), Mafia, Cosa Nostra, Camorra und dem Vatikan.
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#9 TodHackettAnonym
  • 01.02.2007, 20:45h
  • Mit Berlusconi hat das überhaupt nichts zu tun, da sich ja - wie berichtet - katholizistische Parteien in beiden parlamentarischen Lagern befinden. Andererseits umfaßt die Opposition im Senat (Ex-Berlusconi-Koalition) auch laizistische Parteien, die der Tendenz nach eher für den Gesetzentwurf der Regierung Prodi stimmen dürften. Alles eben nicht so schwarz-weiß, wie man sich das auf den ersten Blick vorstellt ...
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#10 MarkusAnonym
  • 01.02.2007, 23:12h
  • Tja madridEU.... - manchmal gibt es ja auch glückliche Fügungen. Spanien ist in der Rasanz seiner demokratischen Entwicklung (trotz katholischer Kirche) seit dem Tode Francos ja sowieso ziemlich einmalig.
    Überrumpeln ist sicher gut und trotz aller Schwierigkeiten in Italien sollte man den Betroffenen einfach auch weiterhin Mut machen.
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