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Im Staat Washington will ein Homo-Aktivist die Institution Ehe ans Kinderkriegen koppeln. Wir finden das toll!

Von Dennis Klein

Da stellen sich schwule Aktivisten auf die Straße und fordern, dass nur Paare mit Kindern das Recht auf Ehe haben dürfen. Das ist weder der 1. April noch der Kölsche Karneval: Das ist amerikanische Lokal-Politik. Da es konservative Politiker in den letzten Jahren bestens verstanden, mit Volksabstimmungen über das Verbot von Homo-Ehen fundamentalistische Wähler an die Urnen zu locken, äußert nun der Homo-Aktivist Gregory Gadow aus Seattle eine revolutionäre Idee: Warum nicht die Konservativen beim Wort nehmen?

"Der Staat muss die Ehe bewahren, die traditionelle Ehe, weil Kinder aus dieser Verbindung entstehen", so beschreibt es beispielsweise der republikanische Senator Jeff Sessions bei einer Debatte, in der er unter Parteifreunden nur Zustimmung erhielt. Das ist das derzeit einzige Totschlagargument der Ehe-Gegner. Ansonsten weichen sie lediglich auf religiöse Folklore aus oder motzen am Stammtisch darüber, wie eklig sie doch zwei sich küssende Männer finden.

Die Initiative fordert, dass nur das Paar heiraten darf, das binnen drei Jahren Nachwuchs produziert. Sollte sie erfolgreich sein, müssen die Bewahrer der "traditionellen Ehe" Farbe bekennen: Wenn sie die Ehe nun als Gemeinschaft von Menschen, die füreinander sorgen, uminterpretieren, müssten natürlich auch gleichgeschlechtliche Paare eingeschlossen werden. Denn eine homosexuelle Ehe läuft genauso langweilig oder spannend ab wie die Hetero-Ehe, wie Paare in Massachusetts und Kanada bereits bewiesen haben – einzige Ausnahme: Sie können nicht ohne fremde Hilfe Kinder zeugen.

Gadow hat bereits zu Spenden aufgerufen, um diesen neuen Ehe-Kampf zu gewinnen. 300.000 Dollar hat er als Zielrichtung vorgegeben. Rund 225.000 Unterschriften von eingetragenen Wählern müssen die Aktivisten in einem halben Jahr im Sechs-Millionen-Einwohner-Staat gesammelt haben. Sollte sie das schaffen, wäre die Initiative auf den Wahlzetteln im November – und eine Debatte würde ausbrechen, warum Kinderlose eigentlich heiraten dürfen, gleichgeschlechtliche Paare aber nicht.

Doch nicht nur in Amerika, auch in Deutschland stellt sich die Frage, warum das kinderlose schwule Paar sich nur schmucklos in irgend einem Amt verpartnern darf und dann dem Staat dank Steuerklasse I für diese Diskriminierung noch einen kräftigen Extra-Obulus zahlen muss. Dem heterosexuellen Nachbarspaar, das dank Anti-Baby-Pille das schöne kinderlose Leben genießt, zahlt das Finanzamt dagegen fröhlich das Geld für den nächsten Mallorca-Trip zurück. Ein bisschen mehr Basisdemokratie würde auch hierzulande zeigen, wie absurd die gegenwärtige Regelung ist.

2. Februar 2007



11 Kommentare

#1 PeerAnonym
  • 06.02.2007, 14:48h
  • Er zeigt auf entlarvende Weise, wie dumm und unlogisch die Pseudoargumentation der Ewiggestrigen ist.

    Die haben keine echten Argumente und müssen deshalb immer mit abstrusen und hanebüchenen Argumenten aufwarten. Gut, dass das jemand satirisch auf die Schippe nimmt und damit deren Dummheit entlarvt.
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#2 hwAnonym
  • 06.02.2007, 15:12h
  • du und mich gibt´s nur noch, weil es geld dafür gibt.....entschleierung letzter teil.
    deckt sich mit dem manifest.

    "Die Bourgeoisie hat dem Familienverhältnis seinen rührend-sentimentalen Schleier abgerissen und es auf ein reines Geldverhältnis zurückgeführt..." (karl marx, manifest)

    www.mlwerke.de/me/me04/me04_459.htm
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#3 stephan
  • 06.02.2007, 20:57h
  • Sehr gute Idee! Das ist wie im Zoo - wenn es bei einer Spezies mit der Begattung innerhalb einer bestimmten Zeit nicht klappt, wir das ausgeliehene Männchen an den Heimatzoo zurückgegeben. Wenn die Zeugung der wesentliche Teil menschlicher Beziehung ist und diese allein ein Zusammensein und viele Vorteile rechtfertigt, ist dies die logische Konsequenz!
    Falls aber jemand jetzt doch prostieren möchte gegen derartiges Ansinnen, ja dann müßte man über den Sinn menschlicher Gemeinschaft und Partnerschaft wohl noch einmal nachdenken!
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#4 tux2006Anonym
#5 gerdAnonym
  • 08.02.2007, 13:38h
  • Ich halte von dieser Initiative nicht viel; denn vernünftige sachorientierte Projekte und parlamentarische Arbeit sind gefragt.

    Genauso wie in Europa muss in den USA von den Aktivisten das Thema "Eingetragene Lebenspartnerschaft (=Civil Union)" mit aller Kraft gestützt werden. Dieses Aufgabe ist in den USA schon schwer genug, da bedarf es nich provokativer Initiativen in den Parlamenten, die in der Sache uns nicht voranbringen. Es geht hier um den Kampf von Rechten im Alltag und darauf muss gezielt hingearbeitet werden.

    Mir ist die Initiative zuviel Effekthascherei, ohne dass Sie in der Alltagsrealität von homosexuellen Paaren zu Verbesserungen führt.Immer noch lobe ich mir den ganzen Einsatz für die Eingetragene Lebenspartnerschaft in den letzten Jahren. Und gegenwärtig heisst das Hauptthema in Deutschland: "Gleiche Rechte und gleich Pflichten".
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#6 ThomasAnonym
  • 08.02.2007, 15:26h
  • Also ich find die Idee BRILLIANT!!! ;-)
    Lasst uns die Religiösen, Konservativen beim Wort nehmen und fordern sie heraus.
    Da müssten die Scheidungsrichter aber viele Überstunden schieben ......
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#7 tobi85Anonym
  • 09.02.2007, 12:40h
  • die entkräftung eines oppositionellen hauptargumentes ist mehr als pure effekthascherei....ich finde man sollte den gedanken fortsetzen indem man unfruchtbaren frauen (und männern) als logische konsequenz die eheschließung verbietet - jetzt wird es zu effekthascherei
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#8 tommobdfAnonym
  • 10.02.2007, 00:19h
  • es ist mir schon immer schleierhaft gewesen warum allein der status "verheiratet" steuervergünstigungen bringt.
    darum der initiative von ganzem herzen !!!viel erfolg!!!!
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#9 kkkkAnonym
  • 27.02.2007, 13:53h
  • etweder bin ich doof oder... finde die Idee überhaupt nicht so tool. Es wird doch den schwulen auch nicht vorgeschrieben, wen sie zu lieben haben. dann sollen sie auch sich nicht in hetero-ehen nicht eimischen.
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#10 SantosAnonym
  • 01.03.2007, 04:01h
  • Da kann man man wirklich nichts dagegen sagen,
    das sind stichhaltige Argumente.
    Ich sehe aber nur eine Chance, wenn die Ehe mit Kindern gegenüber der Ehe ohne Kinder mehrere Privilegien besitzt. Nur dann würde die notwendige Mehrheit erreicht werden.
    Ob das dann ein Gesetz wird, ist aber trotzdem nicht sicher. Es gibt so unendlich viele Verordnungen und Gesetze die auch gegen 90% der Meinung der Bevölkerung auf den Weg gebracht werden.
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