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Brasilia (queer.de) - Die katholische Kirche hat den Plan der brasilianischen Regierung scharf kritisiert, während des Karnevals Kondome zu verteilen. Das Gesundheitsministerium hatte zuvor angekündigt, insgesamt 25 Millionen Präservative kostenlos an Besucher auszugeben. "Wird das helfen? Ich glaube kaum", kommentierte Kardinal Geraldo Majella die Aktion gegenüber Journalisten in Brasilia. Laut Reuters soll das Motto des Karnevals in diesem Jahr sein: "Mit Kondomen bleibt das gute Gefühl, selbst wenn die Party vorbei ist".
Kondomautomaten in Schulen
Das Gesundheitsministerium hat außerdem angekündigt, Kondomautomaten in Schulen aufstellen zu wollen. Es zitiert eine UNESCO-Umfrage, nachdem die Mehrheit der Eltern es gut hießen, wenn Teenager Zugang zu kostenlosen Kondomen und Aufklärungsunterricht haben. Auf die Kritik seitens der Kirche angesprochen, sagte Gesundheitsminister Agenor Álvares: "Das Ministerium hat keine Angst davor, in eine öffentliche Debatte einzutreten." Er hat außerdem einen Wettkampf zwischen technischen Schulen ins Leben gerufen: Wer den besten Kondomautomaten baut, erhält ein Preisgeld in Höhe von knapp 20.000 Euro. In Brasilien sind Schätzungen zufolge 700.000 Menschen HIV-positiv. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

14 Kommentare

#1 tomtomAnonym
  • 12.02.2007, 12:19h
  • Die kath. Kirche sollte sich endlich mal daran gewöhnen sich nicht überall einmischen zu müssen. DIe Kirche scheint ein Authoritätsproblem zu haben, weil sich die Politik zunehmend auf Ihre eigenen Entscheidungen verlässt und sich weniger rein reden lässt, von der Kirche die sich lieber um die Religion als um die Politik kümmern sollte.
    Die kath. Kirche hat sich das mit Ihren Konservativen engstirnigen Ansichten selber verbaut, zu unserem Glück eigendlich. Weil die Kirche hätte sicher mehr Einfluss wenn sie nicht auf absurde Verbote (hier z.b. die Kondome) beharren würde, die jedem mit ein bisschen Menschenverstand einfach nur absurt erscheinen.
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#2 SaschaAnonym
  • 12.02.2007, 14:52h
  • Brasilien ist ein sehr erfreuliches Beispiel dafür, dass sich unabhängige, demokratisch gewählte Regierungen in Lateinamerika nicht mehr vom kirchlichen Macht- und Angstapparat in ihre Politik hineinreden lassen.

    Auch die vorherige brasilianische Regierung unter F.H. Cardoso (1994-2002) war bei all ihren teils gravierenden Fehlern einer eher neoliberalen Politik in diesem Punkt konsequent und hat damit wesentlich zu den beachtlichen Erfolgen Brasiliens bei der HIV-Prävention beigetragen, dessen Neuinfektionsraten inzwischen nicht mehr wesentlich über dem Niveau West- und Mitteleuropas liegen.

    Die amtierende Regierung der Arbeiterpartei (PT) von Präsident Lula hat in zahlreichen großen Städten und allgemein auf kommunaler Ebene teils vorbildliche Projekte der Sexualerziehung implementiert, die insbesondere auch das Thema der sexuellen Vielfalt umfassend behandeln. Insbesondere mit Blick auf junge Menschen in den bevölkerungsreichen Armutsvierteln großer Städte wie Rio de Janeiro und Sao Paulo ist die vom derzeitigen Gesundheitsministerium geförderte, uneingeschränkte Offenheit im Umgang mit Sexualität und sexuell übertragbaren Krankheiten ein absolutes Muss und fällt zudem bei der generell sehr offenen brasilianischen Bevölkerung auf fruchtbaren Boden.

    Brasilien ist eines der Länder, von dem in Sachen Sexualerziehung und sexuelle Vielfalt in den kommenden Jahren sicher einige äußerst positive Veränderungen und "best practices" zu erwarten sind, von denen man durchaus auch in Europa noch etwas lernen kann.
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#3 DavidProfil
  • 12.02.2007, 17:13hWashington DC
  • "Brasilien baut Kondomautomaten in Schulen"

    Also ich bin entschieden gegen Kinderarbeit!!!

    Wer ist hier eigentlich für die richtige oder zumindest sinngemäße Verwendung der deutschen Sprache zuständig? Niemand? Schade.
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#4 MariusAnonym
  • 12.02.2007, 17:20h
  • Jaja, die Menschen, die sich nicht an die Dogmen der Kirche halten und Sex nicht nur zum Kinderzeugen in der Ehe haben, sollen ruhig krank werden und sterben. So bekommt die Kirche schneller das Mittelalter und ihre alte Macht zurück...

    Wie kann man es durchgehen lassen, dass ein Vereien Glauben missbraucht und pervertiert um Krankheiten zu verbreiten und ihre Ideologie durchzusetzen?
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#5 DavidProfil
  • 12.02.2007, 17:24hWashington DC
  • "Brasilien baut Kondomautomaten in Schulen"

    Also ich bin entschieden gegen Kinderarbeit!!!

    Wer ist hier eigentlich für die richtige oder zumindest sinngemäße Verwendung der deutschen Sprache zuständig? Niemand? Schade.
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#6 tuxAnonym
  • 12.02.2007, 19:34h
  • Also, das Teenagern der Zugang zu kostenlosen Kondomen ermöglicht wird, finde ich gut.

    Vielleicht sollte man das mal hier ausprobieren. Mal sehen, ob dann nicht die HIV-Infektionszahlen wieder runter gehen oder zumindest Stagnieren.

    Dann, wenns funzt, könnte man ja auch die Pille wieder gegen Rezept KOSTENLOS abgeben...
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#7 seb1983
  • 13.02.2007, 00:17h
  • Mit Sicherheit ein generell lobenswerter Schritt, in Brasilien vielleicht sogar auch um effektiv die HIV Zahlen zu senken falls diese bei jungen Heteros hoch liegt, in Deutschland mit seiner immens hohen Ansteckungsrate bei bewusst unsafe poppenden Schwulen bringt es vielleicht immerhin einen Sinneswandel wenn man genügend Leuten so bereits in Jugendzeiten so einen Automaten vor die Nase setzt...

    Falls nun wieder jemand mit "aba aba die Heten" ankommt: 62% Ansteckungen bei "Männern die sex mit Männern haben" und schlappe 17% bei Heteros... nachzulesen beim (homophoben, neoliberalen??) Robert Koch Institut.
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#8 DavidAnonym
  • 13.02.2007, 09:02h
  • @Seb.

    "aba die Heten..."
    Hmmm, zahlreicher Teenie-Schwangerschaften und Abtreibungen, wählen zwischen Pille und Gummi zeigen etwas HETEROsexuelles safes Verhalten auf? Hmmm...
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#9 SaschaAnonym
  • 13.02.2007, 13:38h
  • Wie immer denkt unser so krampfhaft nach gesellschaftlicher Anerkennung heischender und die armen Heten verteidigender @seb1983 etwas zu kurz, denn die von ihm zitierten Untersuchungen zeigen auch, dass das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Präventionsmaßnahmen bei jungen Menschen im Allgemeinen und ganz besonders auch bei jungen Heterosexuellen wieder deutlich abgenommen hat. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich dies in allgemein (und nicht nur bei Homosexuellen) erhöhten HIV-Neuinfektionsraten niederschlagen wird.

    Der in Brasilien verfolgte Ansatz überzeugt dadurch, dass er Ausdruck einer insgesamt offenen und vor allem auch die sexuelle Vielfalt umfassend thematisierenden Sexualerziehung an den öffentlichen Schulen ist. Wenn dies in einem Land kontinentalen Ausmaßes mit extremer sozialer Ungleichheit, verbreiteter Armut und wesentlich geringeren finanziellen Spielräumen möglich ist, dann muss man sich schon fragen, warum wir hierzulande nicht mindestens dasselbe Maß an Bildungsqualität in diesem Bereich erlangen.

    Ich hatte die Gelegenheit, mir zwei Jahre lang vor Ort in Brasilien ein Bild von der Entwicklung in diesem Bereich zu machen und kann nur sagen, dass sich die größtenteils verklemmten und insbesondere homophoben Klassenzimmer Deutschlands davon eine dicke Scheibe abschneiden könnten!
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#10 seb1983
  • 13.02.2007, 16:39h
  • @Sascha

    Sagen wir mal großzügig dass wir 20% Schwule hätten in Deutschland (ca 80 mio einw. 50% Männer = 8mio)

    Erkennst du an, dass 10% (8mio von 80mio) der Gesamtbevölkerung für 67% aller HIV Ansteckungen verantortlich sind??????
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