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Wie wird man homosexuell? Kommt man als Homo auf die Welt oder wird man es? Ein TV-Themenabend gibt Antworten.

Von Carsten Weidemann

Die Frage, ob die Homosexualität angeboren oder erworben ist, unterliegt in Deutschland und Frankreich, vor allem seit den grausamen Verbrechen der Nationalsozialisten, einem Tabu. Dennoch wagt sich der Fernsehsender ARTE an das Thema, denn die Debatte ist wieder hochaktuell: In den USA forschen Wissenschaftler nach dem Homosexualitätsgen - mit Unterstützung von Schwulen- und Lesbenvereinigungen. Ihnen gegenüber steht die "Ex-Gay"-Bewegung, jene Therapeuten, die die Homosexualität für erworben und infolgedessen für "heilbar" halten. Ihre therapeutischen Methoden sorgen in den USA für Aufregung. Der Themenabend berichtet über die jüngsten wissenschaftlichen Untersuchungen dazu und geht dem komplexen Gefüge von biologischer Disposition und Umwelteinflüssen auf den Grund.

Ins Thema steigt die Dokumentation "Homosexualität – genetisch bedingt?" ein. Der Film lässt Schwule und Lesben zu Wort kommen und beleuchtet die jüngere Geschichte der Debatten um Homosexualität. Die Frage, ob sexuelle Neigungen angeboren oder erworben seien, gab den Gegnern der gleichgeschlechtlichen Liebe ebenso viel Nahrung wie den Befürwortern. Viele Fragen stellt die zweite Doku "Bestimmen Gene unser Schicksal?": Ist Magersucht erblich bedingt? Ist Alkoholabhängigkeit im genetischen Erbgut angelegt? Ist Talent angeboren? Die Filmemacher sind auf der Suche nach einer Antwort auf diese Fragen durch die USA gereist und kamen mit beeindruckenden Porträts und Geschichten wieder zurück. Zum Abschluss gibt es eine Expertenrunde. An dem Gespräch werden Prof. Dr. Florian Holsboer, Direktor am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München und Pierre Tabourin teilnehmen.

Dienstag, 13. Februar um 20.40 Uhr, Wiederholung am 14.02. um 14:40 Uhr

12.02.2007



10 Kommentare

#1 SaschaAnonym
  • 12.02.2007, 14:41h
  • Diese Frage unterliegt aus gutem Grund einem Tabu, denn sie könnte suggerieren, dass sich aus ihrer Beantwortung irgend etwas an dem unveräußerlichen Menschenrecht auf freie Selbstbestimmung und uneingeschränkte Gleichheit ändert.

    Das darf aber in einer freiheitlich-demokratischen, auf fundamentalen Menschenrechten begründeten Gesellschaft nicht der Fall sein. Daher bin ich ganz sicher nicht gegen Forschung in diesem Bereich, halte es aber für äußerst fragwürdig, diese Frage in einem Atemzug mit der Frage nach einer genetischen Prädisposition für Magersucht oder ähnliches zu stellen.

    Bei der sexuellen Identität eines Menschen handelt es sich um etwas unvergleichlich Wichtiges, Intimes und vor allem Unantastbares (und eben diese Tatsache wird in unserer Gesellschaft mit einer nach wie vor manipulativen, nur auf Hetersexualität zentrierten und Homosexualität bewusst diskriminierenden Sexualerziehung ohnehin mit Füßen getreten), und die Frage nach dem "Woher?" oder "Warum?" sollte sich auf gesellschaftlicher Ebene in einer Kultur des Respekts vor der Vielfalt überhaupt nicht stellen.

    Ich denke, dass Arte besser die Frage stellen sollte, warum auch in Europa Homosexuellen immer noch eine freie Entdeckung und Entfaltung ihrer Sexualität während der Jungendzeit (und darüber hinaus) sowie generell uneingeschränkt gleiche Rechte verwehrt werden!
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#2 cole12Anonym
  • 12.02.2007, 17:01h
  • Im Prinzip ist die Frage doch müsig. Erworben oder angeboren? Was soll das ganze denn beweisen? Für mich ist die Sache klar, ich bin nicht morgens aufgestanden und habe mir gesagt, tja womit habe ich denn wohl weniger Probleme im Leben, als Homo oder dann lieber doch als Hetero.

    Ich bin wie ich bin! Reicht es denn nicht, dass sich viele von uns auf die ein oder andere Weise fragen, ob das alles richtig ist, wie man fühlt oder denkt. Hetero tun das doch auch nicht. Ich kenne jedenfalls keinen Hetero, der mit 16 vorm Spiegel gestanden ist und sich seiner Sexualität wegen martete, weil er oder sie nicht wusste, wie er oder sie es den Eltern beibringt.

    Für mich ist diese Frage reine Augenwischerei, bei der eine Erklärung für etwas gesucht wird, das keiner Erklärung bedarf. Nur so als Info: Homosexualität ist schon lange von der Liste der Geisteskrankheiten gestrichen. Vielleicht soll es ja die Fundis - welcher Religion auch immer - beruhigen. Aber wie man es auch dreht und wendet, ist es angeboren, findet vielleicht irgendein Irrer einen obskuren Weg homosexuelle Föten zu erkennen und dann abzutreiben, oder es ist erworben und dann gibt es bald eine erfolgversprechende Therapie und damit wären wir wieder Kranke!

    Das Resultat einer solchen Forschung, wird garantiert gegen uns verwendet, wetten!
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#3 tuxAnonym
  • 12.02.2007, 19:28h
  • Hm, wäre Homosexualität genetisch bedingt, so könnte man dies doch ändern?? Zumindest, würde ich meinen, Theoretisch.

    denn die Genforschung schreitet immer weiter vorran.
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#4 JoernAnonym
  • 12.02.2007, 21:20h
  • @ Tux: Eben. Und darum sollten Forschungen hierzu verboten werden. Obwohl, das Gen für das Down-Syndrom lässt sich ja auch vor der geburt bestimmen und viele der Kinder sind trotzdem gewollt und werden ausgetragen. Ok, der Vergleich hinkt vielleicht etwas, geb ich zu!
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#5 seb1983
  • 12.02.2007, 21:31h
  • Zu wissen warum man schwul ist würde mich trotzdem interessieren. Wobei ich auch eher auf die genetische Karte setzen würde.
    Viel Informationen wird man wohl nicht bekommen, aber angucken werd ich es mir trotzdem mal.

    @tux
    Ändern könnte man so einiges, genetisch optimierte Menschen ohne Erbkrankheiten oder Herzinfarktrisiko, intelliegent und gutaussehend, die Jungs von Natur aus groß und sportlich, die Frauen ohne Zellulitis und mit dicken Titten.
    Nur noch Augen und Haarfarbe auswählen und fertig.
    Zu vermuten ist dann natürlich dass Homos auf der Strecke bleiben und Homosexualität nur noch in den Entwicklungsländern vorkommt wo nicht "optimiert" wird...

    Vermutlich wird der LSVD dann Seite an Seite mit dem Vatikan gegen diesen "Eingriff in die Schöpfung" protestieren.

    Aber warten wir es mal ab :-))))))))
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#6 antosAnonym
  • 12.02.2007, 22:18h
  • @ Joern

    "Ok, der Vergleich hinkt vielleicht etwas, geb ich zu!"

    Ja, er hinkt (angeboren oder erworbenermaßen?). Es ist schon bezeichnend, dass bei diesem Thema Vergleiche zu Krankheiten/Behinderungen nach wie vor so nahe zu liegen scheinen. Warum fallen uns nicht gleichermaßen 'spontan' andere, unschuldigere Vergleiche ein? Warum denken wir bei solchen Unterschieden nicht an genetische Kinkerlitzchen wie den bekannten 'Spargelurin' oder unsere Freunde, die 'Zungenroller':

    www.wdr.de/themen/forschung/1/kleine_anfrage/antworten/zunge
    .jhtml?rubrikenstyle=kleine_anfrage
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#7 cole12Anonym
  • 12.02.2007, 22:46h
  • @seb1983
    Dass mit den Entwicklungsländern ist ein bißchen anders, als du denkst. In Indien werden - trotz Verbot - weibliche Föten proportional häufiger abgetrieben als männliche. Auch in China soll eine solche Praxis durchaus üblich sein. Wenn das Geschlecht des Kindes nicht in den ersten Monaten festgestellt werden kann, treibt man auch schon mal bis kurz vor der Geburt ab. Die genetische Auslese ist in sogenannten Entwicklungsländern längst keine Zukunftsmusik. Familien verschulden sich sogar, um solche Eingriffe vornehmen zu lassen.

    Was glaubst wird passieren, wenn Homosexualität per Gentest festgestellt werden kann? Da maschieren die katholischen Popen angeführt von uns Ratzi zusammen mit den höchsten Geistlichen aller anderen Weltreligionen (außer den Buddhisten vielleicht) Hand in Hand zur Eröffnung der ersten kirchlich geförderten Abtreibungsklinik.

    Die Erforschung der Ursache für Homosexualität kommt meiner Meinung nach einem Rückfall in dunkle Zeiten gleich, als Homosexualität von als Geisteskrankheit von Ärzten und Psychiatern eingestuft wurde.
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#8 SaschaAnonym
  • 13.02.2007, 00:32h
  • @cole12:

    So ist es! Diese Forschungsgelder sollte man lieber zur Finanzierung einer umfassend auf sexuelle Vielfalt ausgerichteten Sexualerziehung bzw. allgemein zur Förderung einer Kultur der Respekt vor der sexuellen Vielfalt verwenden!
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#9 tuxAnonym
  • 13.02.2007, 06:40h
  • wenns denn möglich wäre: leuten wie bush würde ichs zutrauen...

    aber warten wirts mal ab, vielleicht werden die usa bald von einem schwarzen regiert. barack obama
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#10 erichAnonym
  • 13.02.2007, 10:21h
  • hi,
    es ist doch voellig belanglos ob man es ist oder ob man es wird.
    haben die leute nichts anderes zu tun als solchen schwachsinnigen fragen zu deuten? wie sagt schon der berliner buergermeister. ich bin schwul und das ist gut so. uebrigens, lieber tux , nicht die usa wird vielleicht von einem schwarzen regiert sondern die ganze welt von den usa. darueber sollte wir uns gedanken machen. es lebe europa
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