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Daressalam (queer.de) - Bei einer sechstägigen Versammlung in Tansania hat die Anglikanische Gemeinschaft beschlossen, dass es keine kirchlichen Segnungen für Homo-Paare geben solle und keine homosexuellen Bischöfe mehr geweiht werden dürften. Den liberalen US-Amerikanern wurde ein Ultimatum gestellt, bis zum 30. September ihre Positionen zu ändern oder mit Konsequenzen bis hin zur Abspaltung rechnen zu müssen. Der Konflikt brach 2003 aus, nachdem die amerikanische Kirche den offen schwulen Geistlichen Gene Robinson zum Bischof von New Hampshire gewählt hatte (queer.de berichtete). Vor allem Bischöfe aus ärmeren Ländern Afrikas und Asiens wandten sich gegen die liberalere Haltung der Kirchen Nordamerikas, Australiens und Großbritanniens. Anführer dieser Gruppe ist der nigerianische Erzbischof Peter Akinola, der sich während des Treffens geweigert hatte, das Abendmahl mit der Vorsitzenden der US-Anglikaner, Bischöfin Katharine Jefferts Schori, einzunehmen. Sie wird von dieser Gruppe auch wegen ihres Geschlechtes als ungeeignete Vorsitzende angesehen und gilt zudem als homofreundlich. Die Anglikaner sind mit rund 80 Millionen Gläubigen nach der katholichen Kirche die zweitgrößte christliche Kirchengemeinschaft der Welt.
Wiedervereinigung mit katholischer Kirche?
Die britische Tageszeitung "The Times" meldete, dass anglikanische und katholische Kirche über eine Wiedervereinigung verhandelten. Dazu sei von Bischöfen beider Konfessionen ein 42-seitiger Bericht erarbeitet worden, der die Divergenzen auslotet. Anführer der vereinigten Kirche soll demnach Papst Benedikt XVI sein. Der Plan soll im Laufe des Jahres bekannt gegeben werden, so der Bericht. Die Anglikaner haben sich 1534 von Rom abgespalten. Grund waren damals Streitigkeiten über die Gültigkeit der Ehe von König Heinrich VIII. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
Schwuler Bischof: Gebet bei Obamas Amtseinführung

Der offen schwule anglikanische Bischof Gene Robinson wird beim Auftakt der Feierlichkeiten für Barack Obamas Amtseinführung als 44. US-Präsident am Sonntag das Gebet am Lincoln-Denkmal sprechen.

11 Kommentare

#1 rudolfAnonym
  • 20.02.2007, 15:26h
  • Das sind die kath. Positionen, die manchen Anglikanern wichtiger sind, als ihre eigene Abendmahlslehre:

    "2357 Homosexuell sind Beziehungen von Männern oder Frauen, die sich in geschlechtlicher Hinsicht ausschließlich oder vorwiegend zu Menschen gleichen Geschlechtes hingezogen fühlen. Homosexualität tritt in verschiedenen Zeiten und Kulturen in sehr wechselhaften Formen auf. Ihre psychische Entstehung ist noch weitgehend ungeklärt. Gestützt auf die Heilige Schrift, die sie als schlimme Abirrung bezeichnet [Vgl. Gen 19, 1-29; Röm 1,24-27; 1 Kor 6,10; 1 Tim 1,10], hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, "daß die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind" (CDF, Erkl. "Persona humana" 8). Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen (Vgl. dazu auch 2333).

    2358 Eine nicht geringe Anzahl von Männern und Frauen haben tiefsitzende homosexuelle Tendenzen. Diese Neigung, die objektiv ungeordnet ist, stellt für die meisten von ihnen eine Prüfung dar. Ihnen ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen. Auch diese Menschen sind berufen, in ihrem Leben den Willen Gottes zu erfüllen und, wenn sie Christen sind, die Schwierigkeiten, die ihnen aus ihrer Verfaßtheit erwachsen können, mit dem Kreuzesopfer des Herrn zu vereinen.

    2359 Homosexuelle Menschen sind zur Keuschheit gerufen. Durch die Tugenden der Selbstbeherrschung, die zur inneren Freiheit erziehen, können und sollen sie sich - vielleicht auch mit Hilfe einer selbstlosen Freundschaft -, durch das Gebet und die sakramentale Gnade Schritt um Schritt, aber entschieden der christlichen Vollkommenheit annähern (Vgl. dazu auch 2347)."

    P. S. Vorsicht bei römischen Texten: da aus kath. Sicht jede Herabsetzung homosexueller Menschen gerechtfertigt ist, gibt es quasi keine 'ungerechtfertige Herabsetzung'!
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#2 gerdAnonym
  • 20.02.2007, 15:30h
  • Wenn denn diese Nachricht inhaltlich so stimmt, ist dies eine sehr negative Meldung aus der Anglikanischen Kirchenwelt und würde eine Rückschlag in der Liberalisierung der Kirchen bedeuten.

    Einer der Hauptantriebsfedern hierbei ist unserer bayrischer Lokalheld Benedikta samt Sekretär Gänsewein.

    Das Thema "Homosexualität" tobt nirgendwo so stark wie in den Kirchen; wen wundert´s denn dort waren (zumindest) früher viele Priester schwul. Ob es ehtue so ist, glaube ich nicht mehr so ganz, da homosexuelle Studenten (zumindest in westlichen Staaten) doch eher einen anderen Lebensweg einschlagen und sich einen Freund im Leben suchen. Dies erklärt auch meines Erachtens, warum die Katholische Kirche unter anderem an einem mittlerweile akuten Priestermangel leidet und Seelsorgeeinheiten bei den Katholiken überall aufrgund Priestermangels entstehen. Ist jedenfalls meine eigene Einschätzung...

    Aber zurück zur Anglikanischen Kirchenwelt: sehr bedauerlich für die Anglikaner und dies düfte den Anglikansichen Kirchen über kurz oder lang in westlichen Industriestaaten schwer zu schaffen machen, da die Glaubwürdigkeit der Anglikanischen Kirchenoberen sinkt, wenn sie homosexuelle Menschen aus den Kirchen auszugrenzen versucht.
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#3 splattergayAnonym
  • 20.02.2007, 15:52h
  • Vielleicht wird Päpstin Benedikta bald geoutet, dann steht einer Wiedervereinigung beider Kirchen nichts mehr im Wege.
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#4 danielAnonym
  • 20.02.2007, 17:51h
  • Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Anglikanische Kirche und die katholische sich wieder zusammenschließen.

    Das würde bedeuten, das der Papst wieder den König/ die Königin von England krönt, was ebendiese nicht zulassen wird.

    Bei den ärmeren anglikanischen Kirchen in Afrika und Asien kann ich es mir vorstellen, aber die Differenzen zwischen r-k und den Anglis in England, Kanada, Commonwealth und Amerika sind mittlerweile meilenweit (Homo-Ehe, Frauenordination und und und)....
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#5 FloAnonym
  • 20.02.2007, 18:09h
  • Kirche ist deshalb gegen Homosexualität, weil glückliche Menschen, die ein selbstbestimmtes Leben führen sich nicht so leicht manipulieren lassen...
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#6 joshAnonym
  • 20.02.2007, 19:38h
  • ich stimme floh zu, es geht um macht wie immer. das will man(n) so nicht sagen, also wird was geschwafelt. heteros sind halt leichter zu lenken durch ihr familienmenschenbild.
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#7 rudolfAnonym
  • 20.02.2007, 20:06h
  • @Flo

    Da ist im tiefen Sinne was dran. Siehe das alte Athen: wer stand am Anfang der politischen Freiheit? Die Tyrannenmörder Harmodios und Aristogeiton. Wer stand am Anfang der geistigen Freiheit? Der Philosoph Sokrates und sein Schüler Phädros. Klerikale Kreise bekämpfen Homosexualität, weil sie Selbstdenkerei und Selbstbestimmung symbolisiert.
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#8 gerdAnonym
  • 21.02.2007, 01:06h
  • www.oecumene.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=119082++

    Hatte mir doch gedacht, dass der Inhalt so "nicht ganz stimmt". Irgendwelche Anhaltspunkte von einer Wiedervereinigung der Anglikaner mir den Katholiken sind völlig aus der "Luft gegriffen" und werden vom Vatikan vehement abgestritten und auch nicht gewollt.

    Eher vereinigen sich meiner Einschätzung nach die Katholiken und das orthodoxe Ehrenprimat in Istanbul als dass da irgendwo eine Annäherung zwischen Anglikanern und Katholiken "in naher Zukunft" erfolgt.

    Der Rest des Artikels aber bleibt weiterhin brisant, was die Tagung in Tansania angeht.
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#9 ThomasAnonym
  • 21.02.2007, 09:18h
  • Jesus Christus sprach laut Matthäusevangelium 19-Vers 11 bis12 von solchen Menschen die zur "Ehe unfähig" seien. Das war vor 2000 Jahren. Und damit meinte der Sohn Gottes bestimmt nicht nur solche die zeugungsunfähig sind, denn Zeugungsunfähigkeit ist ja kein Hindernis eine Ehe einzugehen. Eigentlich müssten die religiösen Schriftgelehrten diese Textzeile kennen. Aber vieles wird eben aus irgendwelchen Gründen "unterschlagen" und damit vielen Menschen der Weg Gott wirklich kennenzulernen unnötig erschwert.
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#10 SebiAnonym
  • 21.02.2007, 17:53h
  • @ Thomas

    Die Bibelstelle ist den Kirchenleuten bekannt. Die römisch-katholische Kirche (RKK) begründet damit ihre Sexualitätsverachtung und ihr Zöllibat. Das griechische Wort "enuchoi", das oft mit "zur Ehe unfähig" übersetzt wird, betrachtet man frei als eheunwillig oder eunuch (das deutsche Wort ist vom griechischen abgeleitet). Auf gerade diese Bibelstelle stützt sich also der Sexualpessimismus, der wohl stärker zur Homophobie der Christen beiträgt als die konkreten biblichen Hetzen gegen Homosexuelle (Moses forderte ja die Steinigung).
    Man legt halt alles so aus, wie man es braucht. Deshalb sollte man nicht den Fehler machen und es den Kirchen gleichtun, indem man vorgibt zu wissen "was Jesus wirklich wollte" oder was "Gott eigentlich will". Ich hatte schon öfter hier Bibelstellen gepostet, um klar zu machen, dass die allgemeine Meinung über Jesus, Gott und die Bibel eigentlich mit der Überlieferung nichts zu tun hat. Laut Überlieferung war Jesus nicht lieb. Er bringt das Schwert nicht den Frieden (hatte neulich erst entsprechende Bibelstelle gepostet; Matthäus 10 Vers 34ff). Seine Gleichnisse erzählte er nur, um seine Feinde zu verwirren und gerade um nicht verstanden zu werden (Matthäus 13, Vers 10ff) (seine Nachfolger machen es noch genauso). Selbstverständlich gibt es auch Stellen in der Überlieferung, die genau das Gegenteil sagen oder zu mindest implizieren. Alles ist widersinnig und unsinnig. Es hat keinen Sinn jetzt zu sagen, Jesu war lieb und wird von den "unchristlichen" Kirchen nur missverstanden. Wir wissen nicht, wie er war. Die Überlieferung ist halt schlecht (im doppelten Sinne)...
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