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Die Kombination aus Darunavir mit FUZEON erhöht die Wahrscheinlichkeit, eine nicht nachweisbare Viruslast zu erreichen

Von Carsten Weidemann

Die kürzlich erfolgte Zulassung zur Vermarktung des neuen Proteaseinhibitors (PI) Darunavir – geboostert (d.h. verstärkt) durch Ritonavir – in der Europäischen Union bietet Ärzten die Möglichkeit, eine wirksame neue Behandlungskombination mit dem Fusionsinhibitor FUZEON aufzubauen.

Die Kombination aus FUZEON und dem geboosterten Darunavir hat gezeigt, dass vorbehandelte Patienten eine bessere Chance haben, eine nicht nachweisbare Viruslast zu erreichen als mit geboostertem Darunavir ohne FUZEON. Dieses äußerst wichtige Therapieziel ist mit besseren Perspektiven verbunden, wurde jedoch für lange Zeit als ein unrealistisches Ziel für Patienten mit einer Resistenz gegen zahlreiche medikamentöse HIV-Behandlungen gehalten.

"Es ist klar, dass wir im Jahr 2007 in eine völlig neue Ära eintreten, in der eine nicht nachweisbare Viruslust das primäre Ziel für alle vorbehandelten Patienten ist", sagte Dr. Anton Pozniak, Facharzt am Chelsea and Westminster Hospital, London. "Die Verfügbarkeit neuer wirksamer Therapien wie Darunavir/r in Verbindung mit FUZEON bietet den Patienten eine bessere Chance, dieses Ziel zu erreichen."

FUZEON ist der erste und einzige Fusionsinhibitor für die Behandlung von HIV; FUZEON wirkt auf eine Weise, die sich von anderen Arten der Anti-HIV-Medikamente unterscheidet. Darunavir, auch als TMC 114 und unter dem Handelsnamen Prezista bekannt, ist ein Produkt von Tibotec Pharmaceuticals Ltd., einem Unternehmensbereich von Janssen-Cilag. Darunavir gehört zur Klasse der PI und ist bekanntermaßen wirksam gegen ein Virus, das eine Resistenz gegen andere PIs entwickelt hat.

Die Boosterung von PIs ist eine therapeutische Strategie, wobei eine geringe Dosis Ritonavir gleichzeitig mit einem anderen PI verabreicht wird, um die Wirkung des letzteren PI durch die Hemmung des Enzymzytochroms P450 pharmakologisch zu verbessern. Die Boosterung durch Ritonavir führt zu erhöhten Medikamentspiegeln, welche die Wirksamkeit steigern, die Tablettenbelastung senken, den Dosierungsplan flexibler gestalten lassen und Diätbeschränkungen aufheben können. Um anzuzeigen, dass ein PI durch Ritonavir geboostert wurde, wird das Zeichen "/r" dem Namen des Pis nachgestellt.

21. Februar 2007



#1 DragonWarriorAnonym
  • 21.02.2007, 09:10h
  • WOW.
    ich staune immer wieder wie es die Pharmafirmen schaffen, ihre Werbung redaktionell zu platzieren.

    @ Herr Weidemann, wie wärs denn mit ein paar Hinweisen zu Risiken und Nebenwirkungen??

    In den Anzeigen kommt wenigstens noch der Satz "Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker".

    Von einem guten Redakteur erwarte ich da dann, dass er eigenständig die Verantwortung auch diese Seite eines Medikamentes zu recherchiert.

    Schade, dass hier nur Hochglanzprospekte abgeschrieben worden zu sein scheinen.
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#2 JanAnonym
  • 21.02.2007, 09:25h
  • Da hier ja bestimmt wieder direkt alle meckern
    werden, dass kein Hinweis dabei steht, nehme ich
    das mal vorweg für die ganz doofen lernresistenten
    Menschen die es immer noch nicht gecheckt
    haben:

    (Standard-Hinweis:)
    1) Nein, das bedeutet nicht, dass man jetzt
    gefahrlos ohne Kondom Sex haben kann
    2) Auch diese Medikamente haben
    Nebenwirkungen
    (Ende Standard-Hinweis)

    Ob denen allerdings der Hinweis hilft? Naja, für
    alle anderen freue mich allerdings, dass ein neues
    Kombipräparat zur Verfügung steht, das einen
    echten Therapiefortschritt für bereits vorbehandelte
    bringt.
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#3 tuxAnonym
  • 21.02.2007, 10:32h
  • muss mich ganz gezielt meinen vorrednern anschließen! wo bleiben die gefahrenhinweise??
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#4 PeerAnonym
  • 21.02.2007, 15:53h
  • Nach wie vor gilt:

    AIDS ist nicht heilbar und man stirbt daran. Man kann nur den Ausbruch hinauszögern, muss dann aber für den Rest des Lebens jeden Tag pünktlich mehrere Medikamente mit teils schweren Nebenwirkungen nehmen und darf sie nicht vergessen.
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#5 JanAnonym
  • 21.02.2007, 20:48h
  • @tux: Ich meinte das als Ironie. Du offenbar
    wirklich ernst. LOL. Gefahrenhinweise überall.
    Vielleicht doch mal nach Amerika ziehen: Da steht
    sogar auf der Unterseite von Glasflaschen: Do not
    open this side! Hahaha.
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#6 tuxAnonym
  • 21.02.2007, 21:55h
  • @jan: Selbstverständlich meine ich das Ernst! Denn auch durch die Werbung für derlei Medikamente werden immer wieder Leute in den Glauben der "Heilbarkeit" versetzt. Man sollte nicht damit rechnen, das die Leute so intelligent sind und das begreifen würden, das dies nur ein medikament gegen die folgen einer hiv-infektion ist.

    gerade bei jüngeren kommen werbebotschaften gut an. diese hier könnte heissen, das man nun ja unbesorgt ohne gummi poppen kann.

    das hab ich mir auch nicht aus den fingern gesogen, sondern das ist realität.

    Zuguterletzt haben einige dieser Medikamente den Nachteil, das sie in Kombination mit anderen Medikationen oder in der falschen dosierung das gegenteil bewirken...
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#7 ThomasAnonym
  • 22.02.2007, 11:17h
  • Ich hab gedacht daß Fusionsinhibitoren nur subkutan gespritzt werden können. Hat sich da jetzt was getan?
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