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Dublin (queer.de) - Das irische Parlament hat sich gegen einen Gesetzentwurf der oppositionellen Labour-Partei zur Einführung von Eingetragenen Partnerschaften ausgesprochen. Die Regierung unter Ministerpräsident Bertie Ahern gab an, der vorliegende Entwurf verstieße gegen die Verfassung. Sie beruft sich auf Artikel 41, in der es heißt, die Ehe sie besonders geschützt, ohne diese aber genauer zu definieren. Man wolle aber noch in diesem Jahr einen eigenen, abgespeckten Entwurf einbringen. Die Labour-Partei wollte erreichen, dass "Civil Unions" wie in Großbritannien und Nordirland die selben Rechte und Pflichten beinhalten wie die Ehe. Justizminister Michael McDowell von der konservativen Partei Fianna Fáil lehnte ein Referendum zur Verfassungsänderung, wie es in Irland nötig ist, jedoch ab. Das sei eine Schlammschlacht und daher "kontroproduktiv, weil wir einen sozialen Konsens in dieser Frage herstellen müssen." Scharfe Kritik an der Ablehnung kommt vom Labour-Chef Pat Rabbitte. "Das ist eine beschämende, oberflächliche, rohe, zusammenhangslose, arrogante, unglaubliche Farce", so der 57-Jährige zum "Evening Echo". In Richtung des Justizministers sagte Rabbitte: "Wenn man bedenkt, dass er eigentlich kein dummer Mann ist, kommt man nur zu dem Ergebnis, dass er uns einfach hinters Licht führen wollte." (dk)



#1 FloAnonym
  • 23.02.2007, 13:34h
  • Jaja, das erzkatholische Irland...

    Dass man kein Referendum will, zeugt von einem sonderbaren Demokratieverstädnis - Ich dachte immer, das Volk sei der Souverän in einer Demokratie und alle Macht ginge vom Volke aus. Falsch gedacht!

    Und wieder dieser besondere Schutz der Ehe: die Ehe soll ja auch besonders geschützt werden, aber eben nicht auf gegengeschlechtliche Paare beschränkt werden, was ja auch das Gesetz nicht macht..

    Eigentlich sollte man meinen in jeder aufgeklärten Demokratie sollten alle Menschen vor dem Gesetz gleich sein, aber bis auf wenige Staaten (wie z.B. die Niederlande) sind in allen Staaten Schwule und Lesben die einzigen Menschen, die ganz offiziell diskriminiert werden und rechtlich Menschen 2. Klasse sind. Moderner Faschismus...
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#2 cole12Anonym
  • 23.02.2007, 19:19h
  • Ja, so kenne ich meine Landsleute.

    Letzte Woche hat mir noch jemand erklären wollen, dass die Iren im Vergleich zu den Nordiren viel toleranter seien und ich habe das verneint mit dem Hinweis, dass es in Irland genau so ist, wie in vielen anderen Ländern auch. In den Grossstädten Galway und Dublin sind homosexuelle Paare nix außergewöhnliches, aber das ländliche Irland und hier sprechen wir von der Mehrheit des Landes, sieht das alles etwas anders aus. Die Regierung spiegelt diese Haltung wider. Auf dem Land offen schwul oder lesbisch zu sein, heißt Mobbing, offene Feindseeligkeit bis hin zu Gewaltausbrüchen. Ich weiß leider, wovon ich rede.

    Ich liebe Irland und seine Menschen sind was ganz Besonderes und zu jedem freundlich, so lange man straight oder Tourist ist, jedenfalls auf dem Land.

    Liebe Grüsse an meine Granny Reagan
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#3 tuxAnonym
  • 23.02.2007, 20:20h
  • @cole12: Ich weiss nicht, ob es anders ist, wenn man da aufwächst oder länger lebt, aber ich hatte damals als ich in irland war ansich garkeine probleme gehabt. und das war bereits vor 14 Jahren...
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#4 cole12Anonym
  • 23.02.2007, 21:14h
  • @ tux

    Glaub mir, als Tourist bist du jederzeit herzlich Willkommen, vollkommen egal, welche sexuelle Orientierung du hast. Aber als Einheimischer ist das ein wenig anders. Eine kleine Kostprobe habe ich schon mal abgegeben, wiederhole sie aber gern. Die Familie meiner Mutter lebt in der Nähe von Cork. Ein kleines typisch südirisches Dorf. Als Kind bin ich dort längere Zeit zur Schule gegangen. Der Pfarrer der Gemeinde pflegte Homosexuelle als Aussätzige, Abfall der Schöpfung und ähnliches zu bezeichnen. Der Mann gab Religionsunterricht in Schulen. Und er war nicht der einzige, der solche Sprüche drauf hatte..

    Wenn man Kinder und Teenager mit solchen Ansichten konfrontiert, bleibt irgendetwas hängen.
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#5 gerdAnonym
  • 24.02.2007, 09:50h
  • Da sind wir in Deutschland doch ein gewaltiges Stück weiter: auch was das Land angeht, denn ich komme aus einem kleinen Dorf gebürtig und lebe auch heute mit meinem Mann seit Jahren auf dem Land.

    Mein Resumee ist in Deutschland: in Grosstädten und Mittelstädten ab 20.000 Einwohnern ist das Leben als homosexuelles Paar heute echt vollkommen problemlos. In Kleinstädten und auf dem Dorf ist das Thema auch mittlerweile seit Jahren "durch" und es kommt nur drauf an, dass man dort es auch selbstverständlich lebt und offen zeigt und kein Geheimnis daraus macht. Zwar gibt es auf dem Land logo immer "einige" die mit dem Thema Berührungsängste haben, aber die Mehrheit der Leute hat da echt kein Problem mehr mit. Eher ist es andersherum, dass diejenigen auf dem Land, die noch ein Problem damit haben, von der Mehrheit für unaufgeklärt und "bisserl dämlich" gehalten werden. Ansonsten bekommt man sich eher wegen den ganz anderen Alltäglichkeiten des Lebens, wie Grundstücksgrenze, zu laute Musik, Motorradlärm, Sozialneid aufgrund unterschiedlicher Einkommen, Hausgrößen oder "wer hat den schöneren Garten" in die Wolle. Aber das Thema "Homosexuelles Paar" spielt eigentlich keine Rolle. Es ist wie bei jedem Paar...es ist der ganz normale Alltagswahnsinn der Streit unter Nachbarn aufkommen läßt.

    Vielleicht ist Deutschland da doch ein Stück mittlerweile weiter als Irland. Aber auch Irland wird dahingelangen, da es wie Spanien gewaltig "gesellschaftlich" und "wirtschaftlich" imZuge der EU aufholt. Mehr Sorgen bereitet da eher ein Land wie Polen.
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#6 HampiAnonym
  • 26.02.2007, 00:14h
  • @Gerd: Mag sein, dass es in Deutschland auf dem Land toleranter ist als in Irland, aber in engen Bertälern der Schweiz ist es doch immer noch eher schwierig, wenn Du zum Beispiel an Appenzell denkst,die haben dort die Homo-Ehe mit 58% Nein-Stimmen abgelehnt, natürlich wurde sie dann trotzdem eingeführt da eine Mehrheit der Schweizer dafür waren, Konservative Menschen gibt es überall, und auf dem Land wo die soziale Kontrolle gross ist, insbesondere. Du hast sicher Recht, wenn Du selbstbewusst auftrittst wirst Du kaum Probleme haben als Homo, blöd die Nase gerümpft oder geschnödet wird da nur noch hinter Deinem Rücken. Die meisten Hetero-Eltern von kleinen Kindern wollen nach wie vor nicht, dass das Homo-Paar von Nebenan eine Vorbildfunktion für die eigenen leiblichen Kinderchen darstellt, da sie wohl Angst haben, wenn die eigenen Kinder schwul "würden" oder es bereits sind, dass sie dann um ihre "natürliche" Grosselternschaft betrogen werden, da Schwiegertochter und genetisch verwandte Enkelkinder fehlen würden....
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#7 HampiAnonym
  • 26.02.2007, 00:18h
  • @gerd: noch eine Frage an Dich: Nicht alle Homosexuelle können sich wohl so wie Du ein grosses Haus auf dem Land leisten, viele, vor allem jüngere Schwule, denke ich, leben doch eher in bescheidenen sozialen Verhältnissen.Ich nehme mal an, Du bist daher schon im gesetzteren Alter, oder dann hast Du ein grosses Erbe gemacht oder an der Börse "gewonnen"...glaubst Du nicht auch, dass in Deinem Fall der Sozialneid noch grösser sein könnte als sonst schon nach dem Motto "mein Gott, schwul und dann auch noch so vermögend, und natürlich keine Kinder um die sie sich kümmern und die sie ernähren können...nur Spass und Sex mit Lustknaben die ganzen Nächte, so schön möchten wir es auch mal haben...?"
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