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Promi-Statements von Georgette Dee und anderen zu Treue und Fremdgehen unter Schwulen

Von Jan Gebauer

Georgette Dee, Sängerin:
Fremdgehen ist Nährboden für die Kreativität. Man kommt sonst in Teufels Küche, erstarrt in Routine. Dann steht man auf der Bühne und hat am Schluss das Gefühl: Jetzt habe ich zwei Stunden lang gelogen. Ein Albtraum, der größte, viel schlimmer noch, als wenn man den Text vergisst, falsch singt, hinter der Bühne fällt oder der Wodka alle ist.

Stephan Runge, Sänger:
"Fremdgehen" ist ein seltsamer Begriff. Bezeichnet er nur, dass ich, obwohl ich einen Partner habe, mit einem "Fremden" ins Bett gehe? Oder unterstellt er nicht auch, dass ich mich damit von meinen eigenen Bedürfnissen und denen meines Partners "entfremde" und "untreu" werde? Ich persönlich jedenfalls mache den Begriff "Treue" nicht ausschließlich an Sexualität fest. Im Endeffekt gehören zu diesem Thema aber immer zwei Menschen, die sich mit ihren Gefühlen, Wünschen und Vorstellungen gemeinsam finden sollten. Und wenn die Kommunikation in der Beziehung stimmt, dann besteht die Chance, dass sich der negativ besetzte Begriff "Fremdgehen" zum positiven Begriff des "Vertrautgehens" wandelt.

Patrick Lindner, Volksmusiker:
Man kann immer jemanden treffen, der einem mal den Kopf verdreht. Man macht diese Erfahrung – und kann dadurch einiges lernen. Aber man darf wegen solcher relativer Kleinigkeiten nicht gleich alles hinschmeißen.

Christoph Marti (Ursli Pfister), Sänger:
Fremdgehen macht glücklich, aber eigentlich noch glücklicher macht mich das Nach- Hause-Kommen zu meinem Mann

Tobias Bonn (Toni Pfister), Sänger und Lebenspartner von Christoph Marti:
Ich find’s auch immer wieder schön, wenn mein Mann nach dem Fremdgehen wieder nach Hause kommt…

Désirée Nick, Kabarettistin:
Wie sich Schwule am besten fit halten? Mit dem Alter lügen, wenig essen und die Partner wechseln. Der einzige Jungbrunnen, den es gibt, ist unser Hormonhaushalt, das heißt, man sollte die körpereigenen Sekrete auf Trab halten.

Claus Vincon, Schauspieler (Lindenstraße):
Fremdgehen macht Spaß. Glücklich macht es nicht. Nach vielen Beziehungsjahren, in denen ich nicht monogam war, glaube ich, dass eine treue Beziehung doch mal eine neue schwule Lebens- und Liebesform wäre. Aber hätten wir Männer auch den Mut dazu?

Harvey Fierstein, Schauspieler und Bühnenautor:
Was mich betrifft, glaube ich nicht an Monogamie. Nur weil ich eine dauerhafte Beziehung will, heißt das nicht, dass ich nie wieder mit jemanden essen gehen kann. Es ist, wie ich in "Kuckucksei" gesagt habe: Ich will kein Abklatsch der Heterosexualität sein.

Michael Sollorz, Schriftsteller:
Meine Freund und ich haben von Anfang an versucht, unsere Beziehung auf Werte wie Geborgenheit, Kreativität, Zuverlässigkeit und Achtung zu bauen, nicht auf das Siegel sexueller Treue. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die sexuellen Interessen sich kaum für längere Zeit ausschließlich auf ein und denselben Menschen fixieren lassen. Diese Erfahrung kennen auch andere, zum Beispiel sind wir befreundet mit einem alten Paar, das seit 40 Jahren zusammenlebt, die beiden Männer halten es ebenso wie wir. Ich hasse Lüge und Heuchelei. Jeder ist frei, mit anderen zu schlafen, vorausgesetzt, er belügt den Partner nicht und achtet beim Sex mit anderen auf die Ansteckungsgefahr mit sexuell übertragbaren Krankheiten.

26. Februar 2007



35 Kommentare

#1 FloAnonym
  • 26.02.2007, 11:00h
  • Das ist etwas was jeder für sich beantworten muss. Für mich ist Treue (sowohl sexuell als auch emotional) sehr wichtig!

    Wenn andere das anders sehen und lieber eine offene Beziehung führen: bittesehr! Aber dann sollte der Partner auch davon wissen. Nicht nur wegen dem höheren Geschlechtskrankheit-Risiko, sondern auch weil es dem Partner zusteht, das zu wissen. Wenn jemand gerne fremdgeht, sollte er wenigstens den Mumm haben, das zuzugeben und sollte dann auch akzeptieren, wenn der Partner das anders sieht.

    Eine Partnerschaft heißt nun mal, nicht nur den eigenen Willen auszuleben, sondern auch an den Partner zu denken. Also: wer eine offene Beziehung will, muss auch dazu stehen und evtl. die Konsequenzen tragen.
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#2 seb1983
  • 26.02.2007, 12:36h
  • nicht schon wieder....

    Von dem Buch scheinen ja noch tausende Exemplare auf Halde zu verrotten wenn das Thema mit schöner Regelmäßigkeit wieder kommt....

    Also Mädels: Schön Gefühle von Sex trennen, denn: Was hat es schon mit Gefühl zu tun wenn ich meinen Schwanz irgendworeinstecke... Bei den meisten wohl nicht viel, ist ja "nur" Sex...
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#3 AngelpowerAnonym
  • 26.02.2007, 16:28h
  • Am dümmsten finde ich die Aussage von Sollorz. Wer also treu ist , ist nicht geborgen, kreativ , hat keine Achtung , keinen Respekt wäre der Umkehrschluß und sicherlich saublöd! Darüber ein Buch zu schrieben ist noch dümmer , besonders wenn man es kauft!
    @Seb: das muß wohl jeder für sich entscheiden und vor allem die Partner zusammen. Auf jeden Fall sind die längsten Beziehungen die ich in meinem Homofreundeskreis kenne monogam ( jaja sicherlich gab es selbst dort Fehlltritte) ; denn die polygamen waren plötzlich dann doch ein bischen mehr als nur Schwanz reinstecken und deshalb ist es jeden anheim gestellt was er macht, solange er zu seinem Partner offen und ehrlich ist!
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#4 MichaelAnonym
  • 26.02.2007, 19:15h
  • Sowas kann ja nur von in der Szene verhafteten oder der
    Szene nahestehenden Leuten verzapft werden...

    Szene macht Beziehungen kaputt...
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#5 seb1983
#6 tuxAnonym
  • 26.02.2007, 20:59h
  • Also, das Leute, die immer
    noch an der Szene kleben
    wie ein Strafzettel an der Frontscheibe
    so denken, kann ich nachvollziehen.

    Sie offenbaren damit aber auch,
    das sie wohl (noch) nicht Bezie-
    hungsfähig sind. Denn zu einer
    sowohl Sexuellen als auch emotionalen
    Beziehung gehört auch,
    das man bereit ist, treu zu sein.
    Denn ohne Treue funktioniert das nicht.

    Auch Fremdgehen schadet nur. Denn der
    einzige, dem das was nützt, ist
    der Kneipenwirt, bei dem das anschliessende
    Frustsaufen abgeht. Übrigens auch eine
    Möglichkeit des Beginns einer Alkoholiker-
    Karriere.
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#7 SaschaAnonym
  • 27.02.2007, 11:40h
  • Liebe Leute,

    allein der Begriff "Fremdgehen" entspringt einem Denkmuster und einer "Logik", die wir letztlich der Erfindung der "Monogamie" seitens klerikaler und kirchlicher Unterdrückungslehren zu verdanken haben.

    Noch dazu basiert dieses Konzept auf der meiner Meinung nach fast schon perversen Vorstellung, seinen Partner wie ein Objekt zu "besitzen" und über ihn total zu verfügen. Diese Vorstellung - wenn sie auch leider noch so verbreitet ist und wunderbar in unsere immer mehr von materialistischem Denken geprägte Welt passt - hat für mich mit wahrer und reiner Liebe NICHTS, aber auch rein gar nichts zu tun, sondern lediglich mit dem eigenen Ego.

    Sex ist ein menschliches Grundbedürfnis wie Essen und Trinken, und ebenso wenig, wie man sein Leben lang nur ein Gericht zu sich nimmt, wird man von einem Menschen, den man wirklich liebt (d.h. im besten Falle weder von seinem Partner noch von sich selbst!), verlangen können und wollen, ein Leben lang nur mit EINEM einzigen anderen Menschen Sex zu haben.

    Erfahrungsgemäß sind gerade Männer auch sehr gut in der Lage, Sex und Gefühle voneinander zu trennen, was nicht heißt, dass beides zusammen mit dem Partner nicht etwas unverwechselbar Schönes sein kann. Aber wenn ich fünf, zehn oder auch mehr Minuten etwas rein Körperliches mit einem "geilen Typen" erlebe, dann ändert das doch nichts an den Gefühlen für meinen Partner (sofern sie echt sind).

    Dass Offenheit und Ehrlichkeit auch und gerade bei diesem Thema sehr wichtig sind und man immer einen Weg gehen sollte, auf dem sich beide gut fühlen, bedarf hier ja hoffentlich keiner besonderen Erwähnung!
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#8 xxbengelAnonym
  • 27.02.2007, 12:36h
  • zu Patrick Lindner:

    wenn ich herausfinde, dass er heimlich fremdgeht. mich also für dumm verkauft, obwohl wir uns auf monogamie geeinigt haben: geh ich ihm für einige zeit (mind. 30 Jahre) aus dem weg.

    und mit hinschmeißen hat das verlassen nichts zu tun, wenn nie eine beidseitige ehrliche beziehung da war.

    xxbengel
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#9 Wir sind Deutschland:-)Anonym
  • 27.02.2007, 16:14h
  • @sascha: erfahrungsgemäß sind Männer zu allem in der Lage , aber auch zu Gefühlen?
    Die wenigen die das können, werden doch auch von dir auf ein Gleis absterbender Speziers geschoben! In diesem Sinne ist deine Tirade gegen Kirche etc etc ganz sicher an der Sache vorbei und wie zu oft, leider nicht hilfreich!
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#10 seb1983
  • 27.02.2007, 16:22h
  • @Sascha

    Sex und Gefühle trennen aha...

    Bei dir hat Sex also nichts mit Gefühlen zu tun???
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