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  • 26. Februar 2007, noch kein Kommentar

Eine schwungvolle Dokumentation über die Geschichte des schwul-lesbischen Kinos

Von Carsten Weidemann

Die bildliche Darstellung von Schwulen und Lesben in der amerikanischen Kultur ist eine Errungenschaft der Moderne - ein Ergebnis der schwul-lesbischen Bewegungen im letzten Drittel des vergangenen Jahrhunderts. Bis dahin waren Abbildungen schwul-lesbischen Lebens tabuisiert; wenn es sie gab, waren es in der Regel Stereotypen. Heutzutage hingegen sind "queere" Bilder überall zu finden.

Die Dokumentation von Lisa Ades und Lesli Klainberg erklärt, wie es dazu gekommen ist. Mit zahlreichen Beispielen aus der jüngeren Filmgeschichte und in vielen Interviews lassen die beiden Filmemacherinnen die Geschichte des schwul-lesbischen Kinos Revue passieren.

Dabei reicht die Darstellung von den experimentellen und avantgardistischen Produktionen der 40er und 50er Jahre über die engagierten Dokumentarfilme, die in den 80er Jahren im Rahmen der Aids-Aufklärungskampagnen entstanden, bis zum "New Queer Cinema" der Neunziger (wie z.B.: "Chutney Popcorn", "Party Monster", "All over me", Parting Glances", "Desert Hearts", "The Living End", "Two Girls in Love", "Hedwig & The Angry Inch", "L-World", "Queer As Folk") und den Filmemachern der Gegenwart.

Zu Wort kommen bekannte Regisseure wie Ang Lee (Brokeback Mountain), John Waters (Hairspray), Todd Haynes (Poison), Gus Van Sant (My Private Idaho) und Jennifer Livingstone (Paris Is Burning), Produzenten wie James Schamus und Christine Vachon (Swoon), sowie eine ganze Reihe von Schauspielern und Schauspielerinnen. Mit Jenni Olson und Ruby B. Rich sind außerdem eine Filmhistorikerin und eine Kritikerin vertreten. Aus ihren Aussagen und Erinnerungen entsteht ein vielstimmiger Dialog zu einer Vielzahl von Themen: Sex, Gender, Coming-Outs der Hollywood -Stars und die Rechte der Homosexuellen kommen ebenso zur Sprache wie die explosionsartige Vermehrung von Darstellungen schwul-lesbischen Lebens im Mainstream-Kino der USA (wie z.B.: Trick, Velvet Goldmine, In & Out).

Wie schon die Dokumentation "The Celluloid Closet" beeindruckend die Geschichte des Queer-Cinema beleuchtete, knüpft Fabulous! an diese Dokumentation an.

Fabulous, USA 2006, ca. 82 Min., Farbe, PAL / Sprachen/Ton: engl. OF in Dolby Digital 2.0, Untertitel: deutsch (optional), Bild: Vollbild (1,33:1) / Extras: "THE CELLULOID CLOSET" Teaser, Trailershow, web link, Disc-Typ: DVD 5, codefree

26. Februar 2007