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Die Insel mit dem Hippie-Image sollte von Schwulen besser gemieden werden.

Von Dennis Klein

Das renommierte "Time Magazine" nannte Jamaika unlängst "das homophobster Land der westlichen Hemisphäre". Schwule müssen um ihr Leben fürchten: In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Lynchmorden. So wurde 2005 Steve Harvey, der bekannteste Homo-Aktivist des Landes, von mehreren Männern aus seinem Haus entführt, erschossen und in einen Graben geworfen. Die UN kritisierte daraufhin das Land, da die Homophobie auch die Ausbreitung von Aids begünstige.

Trotzdem gibt es regelmäßig Berichte über neue Gräueltaten. Die Polizei drückt dabei bei den Tätern meist beide Augen zu – oder beteiligt sich sogar daran. Dennoch hat das Land besonders in der Jugendkultur ein harmloses Image. "Wie gefährlich können schon bekiffte Rastamänner sein?", so der allgemeine Tenor. Im Gegensatz zu den Legenden herrscht im relativ armen Jamaika aber eine Wut auf die "dekadenten" Gesellschaften des Westens, die zudem noch von einer kruden christlichen Auslegung von Religion befeuert wird. Resultat ist eine Macho-Kultur, die ihresgleichen sucht.

Auch vor Touristen schreckt der Mob nicht zurück, wie das Pärchen Jeffrey Wahl und Michael Drescher aus dem hessischen Dreieich berichtet. Sie landeten bei ihrer Kreuzfahrt im Dezember 2006 auch in Ocho Rios, einem beliebten Reiseziel auf Jamaika. Sie erzählen, dass sie dort von Einheimischen bedrängt worden seien. Nachdem sie keine Drogen oder Prostituierte kaufen wollten, wurden sie sogleich als "fucking faggots" beschimpft. Als sich die Atmosphäre aufheizte, flohen sie zurück auf das Schiff. "Egal ob Tourist oder Einheimischer: Jamaika ist lebensgefährlich für Schwule", resümiert Drescher.

Mehrere Organisationen haben in den letzten Jahren zu Protesten aufgerufen. Zuletzt hat die christliche Freikirche Metropolitan Community Church (MCC) appelliert, Premierministerin Portia Simpson-Miller unter HPM@opm.gov.jm eine Protest-Mail zu schicken. Man soll sie darin in eigenen Worten auffordern, für Toleranz und die Einhaltung der Menschenrechte für Schwule und Lesben in Jamaika einzutreten.

2. März 2007



#1 BurkhardAnonym
  • 02.03.2007, 19:01h
  • Wer bei einer Kreuzfahrt in Ocho Rios landet, verbringt dort ein paar Stunden, vielleicht einen ganzen Tag und kann wohl kaum eine Aussage darüber treffen, dass ganz Jamaika lebensgefährlich für schwule Touristen ist. Das Zitat klingt zwar herrlich dramatisch, ist aber nicht weniger dämlich. Das hätte auch dem Autor des Artikels klar sein können.
    Ich war mit meinem Freund im September 2006 für zwei Wochen auf Jamaika (auch in Ocho Rio) und habe keine einzige Anfeindung erlebt, nicht mal schräge Blicke - und das, obwohl wir uns zu 99 Prozent nicht in den üblichen Touri-Orten bewegt haben, sondern in der ungeschützten "freien Wildbahn". Daraus abzuleiten, Jamaika ist schwulen-freundlich ist genau so falsch, wie die "lebensgefährliche" Verallgemeinerung. Denn in der grundsätzlichen Bewertung hat der Autor Recht: die jamaikanische Gesellschaft ist homophob und man sollte sich vor einem Urlaub auf Jamaika damit auseinandersetzen.
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#2 MarekAnonym
  • 04.03.2007, 13:51h
  • Homohasser verstehen nie Argumente, deshalb hilft nur die Sprache des Geldes. Dort keinen Urlaub machen, keine jamaikanischen Produkte und Dienstleistungen erwerben, etc.

    Dort hat es schon mehrmals massive Gewalt gegen Schwule gegeben, auch von staatlicher Seite toleriert. Reggaesänger singen, man solle Schwule vergasen und verbrennen, etc.

    @Burkhard:
    du forderst, man solle nicht verallgemeinern - dann verallgemeinere Du auch nicht: Du hast Riesen-Glück gehabt - mehr nicht! Sei froh darüber, aber verallgemeinere auch Dein Glück nicht. Es gibt genug andere, die GANZ andere Erfahrungen gemacht haben.
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#3 BurkhardAnonym
#4 tuxAnonym
  • 04.03.2007, 21:28h
  • Da nun von Politikern in unserem Land das Fernreisen verpönt oder bald verteuert wird und ein hier Urlaubmachen erwünscht wird(was einigen Regionen gut tuhen wird) sollte uns das ziemlich wurscht sein.

    Im Endeffekt kann ich Burkhard nur Recht geben, denn Touristen sehen das Elend eh nicht bzw. werden dran vorbei geschleust...
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#5 rastanixAnonym
  • 07.03.2007, 01:04h
  • die diskriminierung von weissen u. schwulen ist auf jamaica extrem, sowie die alltäglichen gewaltexzesse. anderseits weiss ich von vielen schwulen, dass sie besonders gerne in solchen ländern urlaub bzw. sexurlaub machen - sehr beliebt sind auch die arabischen länder, wo regelmässig schwule ermordet werden! ich habs aufgegeben nach den beweggründen dieser kaputten,schwulen touristen zu fragen!
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