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Der Körper setzt beim Orgasmus Stoffe ein, die normalerweise als Drogen verboten sind.

Von Dennis Klein

Kaum etwas - außer starken Medikamenten oder Drogen - ist euphorisierender als der Orgasmus. "Ich sehe Lichter, fühle mich, als ob ich explodiere", erinnert sich der 17-jährige Jan an seinen ersten "Abgang". "Mein Gehör ist so fein wie nie, Hitze strömt durch mich, von meinen Füßen in meine Schenkel, meinen Körper hinauf. Ich fühle mich euphorisch, in dem Moment, in dem ich - wie ich es gern umschreibe, 'vom Berg falle'. Ich kann kaum glauben, welche Ekstase ich gerade erlebt habe." Solche Gefühle haben es also in sich - denn der Körper setzt beim Orgasmus Stoffe ein, die normalerweise unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.

Bei diesen handelt es sich vor allem um "magische" Sex-Hormone wie Oxytocin, Dopamin, Norepinephrin, Endorphine und Testosteron. Jedes von ihnen trägt zum ekstatischen Empfinden während des Orgasmus bei.

Oxytocin ist bei Frauen ein Hormon, das Wehen auslösen kann - bei Männern wirkt es allerdings mehr als legale Droge beim Sex. Es reduziert nachweislich Stress, der Blutdruck geht runter, die Schmerztoleranz geht nach oben und Angstzustände lassen sich so einfacher durchstehen. Bei Experimenten mit Tieren gab es auch interessante Ergebnisse: So löste Oxytocin bei männlichen Ratten eine Erektion aus. Wird es Feldmäusen während des Geschlechtsaktes gespritzt, fördert das ihr monogames Verhalten und die Konzentration auf einen Partner. Bei Menschen soll das Horman Studien zufolge vermehrt vorkommen, wenn man glaubt, sich in jemanden verliebt zu haben.

Die Hormone Norepinephrin und Dopamin stehen derzeit auch in der Medizin hoch im Kurs. Die Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS), die in den vergangenen Jahren vermehrt vor allem bei Kindern diagnostiziert wurde, soll damit bekämpft werden. Ist das Kind zu aufmüpfig oder will es dem Lehrer nicht zuhören, gibt man ihm diese beiden Hormone - dann wird es ruhig und relaxt. Erwachsene brauchen für diesen Zustand nur einen Orgasmus. Die Stoffe wirken sich auch positiv auf Schocks aus, senken den Blutdruck und werden gegen Nierenversagen und die Parkinsonkrankheit eingesetzt.

Dopamin ist ohnehin einer der stärksten körpereigenen Stoffe. Der Gebrauch von stark Dopamin-haltigen Substanzen ist in vielen Ländern inzwischen illegal; das bekannteste Mitglied dieser Gruppe ist LSD, die Psychodroge der Sixties. Aber auch beim Geschlechtsakt und besonders beim Orgasmus gelangt es in den Körper, ohne das man dabei ein halbes Monatsgehalt an einen Dealer abtreten und dabei den Staatsanwalt fürchten muss.

Auch Endorphine sind starker Tobak - der Name setzt sich zusammen aus "endogenes Morphin". "Endogen" bedeutet, dass es vom Körper selbst produziert wird. Und Morphin ist ein potentes Schmerzmittel, gegen das Aspirin wie kalter Kaffee herkommt. Es ist das natürliche Schmerzmittel des Körpers. Dadurch können wir beispielsweise noch von einem Bären wegrennen, nachdem er uns angegriffen und verletzt hat. Erst nachdem wir außerhalb der Gefahrenzone sind, wird die Endorphinausschüttung verringert - und die Schmerzen beginnen. Bei gesunden Menschen dagegen tragen Endorphine zum Wohlbefinden erheblich bei - so auch beim Orgasmus.

8. März 2007



#1 hwAnonym
#2 YuiAnonym
  • 08.03.2007, 14:40h
  • Also der Artikel ist ja wohl eindeutig übertrieben!!!

    Dopamin ist kein Bestandteil von LSD (Lysergsäurediethylamid), welches mit der Reizleitung im Gehrin interferiert und somit zu halluzinogenen Zuständen führt.

    Dopamin selbst hat viele physiologische Funktionen und wird vor allem in der Behandlung von Parkinson angewendet. Stoffe, welche Dopamin ausschalten finden Anwendung bei der Behandlung von Schizophrenien! Als Sexhormon ist es mir bisher unbekannt!
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