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Rom (queer.de) - Zehntausende Menschen haben am Wochenende in Rom für das Gesetz zu Eingetragenen Partnerschaften (DICO) demonstriert. Nach Angaben der Veranstalter, der Homo-Gruppe Arcigay, nahmen 50.000 Menschen an der Veranstaltung teil, darunter auch drei Minister der Mitte-Links-Regierung. Viele der Demonstranten waren als Bischöfe verkleidet, um gegen die Lobbyarbeit der katholischen Kirche zu protestieren, die das Gesetz verhindern will.

Massive Kritik der Kirche

Die katholische Kirche kritisierte die Demonstration als direkten Angriff auf den Glauben: "Es ist wahr, dass der Protest gegen die Kirche zunimmt. Aber lieber angegriffen werden, als irrelevant sein", sagte Camillo Ruini, der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, der Tageszeitung "Corriere della Sera". Der linksdemokratische Abgeordnete und Arcigay-Chef Franco Grillini beschuldigte daraufhin die Kirche, eine "klerikale Diktatur" errichten zu wollen. Dabei würden auch Mitglieder der Regierungskoalition helfen, so Grilini.

Gesetz wird beraten

Derzeit berät der Justizausschuss des Senats über das DICO-Gesetz. Es war Anfang Februar vom Kabinett beschlossen worden (queer.de berichtete). Allerdings ist die Verabschiedung nach einer Regierungskrise wenige Tage später fraglich (queer.de berichtete). Ministerpräsident Romano Prodi hat in seinem Zwölfpunkteplan zur Fortsetzung der Neunparteienkoalition die Verabschiedung von DICO nicht zum Bedingung gemacht (queer.de berichtete). Kritik an den Eingetragenen Partnerschaften hatte vor allem Justizminister Clemente Mastella von der vatikantreuen kleinen Regierungspartei Unione Democratici per l'Europa (UDEUR) geäußert (queer.de berichtete). (dk)



10 Kommentare

#1 SebastianAnonym
#2 TimAnonym
  • 12.03.2007, 15:30h
  • 50 000 Menschen - Bravo!

    "Die katholische Kirche kritisierte die Demonstration als direkten Angriff auf den Glauben"

    Diese Heuchler von der katholischen Kirche; die sprechen uns unsere Grundrechte ab und wenn man das dann kritisiert und einfach nur sein demokratisches Recht auf Meinungs- und Redefreiheit nutzt, poltern sie gleich was vonwegen Angriff....

    Das zeigt wieder mal, dass die Kirche nicht nur undemokratisch ist, sondern auch Probleme mit demokratischer Staatsordnung hat. Die wollen tatsächlich zurück ins Mittelalter und eine "klerikale Diktatur" errichten, so dass sie wieder die Macht haben und alle schröpfen können.
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#3 hwAnonym
  • 12.03.2007, 15:58h
  • @sebastian

    so was geht nur in ländern, in denen kommunisten minister waren oder
    sind. das ist wahrer als du denkst.
    so oder so. rudolf würde sagen, das ist dialektik.

    an der demo nahmen teil: prodi, sozialminister ferrero(kommunist rifundazione), frauenministerin barbara pollastrini(pds), umweltminister alfonso pecoraro (parteichef der grünen)
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#4 tuxAnonym
  • 12.03.2007, 17:16h
  • Ja, @HW, dank den Jahrzentelangen Bemühungen, alles was LINKS ist, als Verbrecher zu brandmarken und der immernoch vorhandenen Politischen Justiz hierzulande gibt es so etwas bei uns leider nicht.

    Aber hast Du dich nicht, bezüglich der pds, verschrieben?? wusste noch garnicht, das wir auch im italienischen Parlament vertreten sind....
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#5 gerdAnonym
  • 12.03.2007, 18:08h
  • Schon sehr tragisch, wie der Vatikan da sich im Thema "Anerkennung von homosexuellen Paaren" menschenverachtend gebärdet.

    Zwar sieht der Vatikan Homosexualität nicht mehr als Krankheit an, sondern wendet sich vielmehr gegen die sexuelle Handlung, die der Vatikan als gegen die Naturgesetze bewertet.

    Dem Vatikan kann es nicht recht sein, dass das gesellschaftliche Tabu der Homosexualität mittlerweile in Europa/Australien/Amerika gefallen ist, denn gerade der schuldbewusste, intelligente homosexuelle Mensch war in der Vergangenheit ein klassischer Kandidat für den Weg ins Kloster und in das Priesteramt. Mit dem Wegfall dieser Gruppe in Zusammenhang mit Pflichtzölibat und Verbot der Frauenordination rutscht die katholische Kirche mittlerweile in einer akuten Priestermangel und in der Entstehung von Seelsorgeeinheiten.

    Da die Reformen an der Spitze des Vatikans nicht kommen, die "Kirche von unten" schon seit Jahrzehnten fordert, gefährdet die katholische Kirchenleitung das Gemeindeleben in westlichen Industriestaaten.

    Und gerade in Italien versucht die alte Machtelite des Vatikans ihren Einfluss geltend zu machen, um dringende innerkirchliche Reformen nicht umzusetzen.

    Aber warum sollten auch alte Männer mit 70 Jahren Frauen zum Priesteramt zulassen, das Eheverbot für Priester aufheben und homosexuelle Paare anerkennen ? Sie würden dann genau das erlauben, worauf sie selbst ihr Leben lang verzichtet haben.

    Eine Reform des Vatikans scheint daher aufgrund der patriarchalen, obrigkeitshörigen Struktur kaum absehbar und ich sehe diese Reform noch lange nicht kommen.

    Daher empfehle ich weiterhin, übertreten zu den landeskirchlichen Gemeinden der EKD, wo Frauen Bischöfinnen sein dürfen, Pastoren heiraten dürfen und homosexuelle, standesamtlich verpartnerte Paare in den Kirchen einen Segnungsgottesdienst erhalten können. Als Chirst muss man nicht Mitglied der katholischen oder einer rechtsevangelikalen Freikirche sein, sondern es gibt auch die Landeskirchengemeinden der EKD.
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#6 hwAnonym
  • 12.03.2007, 19:23h
  • @ tux

    ..als buddhist sehe ich nach einer atemübung klar, dass die pds hier,
    dort landet, wo die italienische heute schon ist. rückenmarxverletzungen machen ministrabel, ich mein jetzt nicht schäuble.
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#7 HampiAnonym
  • 12.03.2007, 20:22h
  • @gerd: Sind das aber nicht blosse Vermutungen von Dir, dass Homosexuelle früher gerne ins katholische Priesterleben gewechselt haben? Es gibt ja kaum statistische Untersuchungen in diesem Bereich. Es bleibt für mich auch fraglich, ob es nicht tatsächlich Menschen geben könnte, die asexuell leben können ohne dass sie deswegen gleich psychisch geschädigt sein müssen. Ist es nicht heikel, vom eigenen Sexualtrieb (den ich ja auch habe!) darauf zu schliessen dass es absolut unmöglich sei, dass auch nur ein einziger Mensch auf der Welt zölibatär leben kann? Zugegeben, ich glaube auch nicht, dass jeder katholische Priester impotent ist, das wäre wohl auch ziemlich leichtgläubig von mir....und ein einziger Punkt lässt sich ja nicht leugnen, wenn man die Sexualität lediglich über die Fortpflanzung definiert und zulässt, dann bleiben bei dieser Auslegung oder Ideologie natürlich alle Menschen, die auch sonst "Spass am Hobby Sex" haben, aussen liegen....eine letzte Anmerkung: Falls mir jemand tatsächlich beweisen könnte, dass er oder sie rein zölibatär leben kann, dann finde ich das bewundernswert, denn Sex haben und machen ist ja relativ einfach heute, dazu braucht es keine grosse Anstrengung geschweige denn eine Ausbildung....und auch keine Intelligenz.
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#8 tuxAnonym
  • 12.03.2007, 20:51h
  • @hw: Hm, hoffen wir`s! Nicht das dann vorher wieder so ein "Heilsbringer" daher kommtr und meint, das er Doitschland retten könne.

    So einen hatten wir ja schon einmal.

    Und haben sie im Prinzip schon wieder. Die meint ja auch, das wir nen Aufschwung hätten. Ich sag jetzt mal nicht Ihren Namen...

    Ansonsten ist Die Linke Europaweit auf dem Vormarsch. Ähnlich wie in Südamerika:)
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#9 TobiAnonym
  • 13.03.2007, 10:39h
  • @Hampi

    Du hast da Gerd aber auch nicht ganz richtig verstanden. Viele wurden und werden heutzutage Priester, weil sie schwule Neigungen haben und sich nicht trauen, diese auszuleben. Wenn sie als Priester nun im Zöllibat leben und niemals Sex mit einem Mann, sehen sie sich selber natürlich auch nicht als schwul an.
    Und wenn sie keinen Sex mit Männern haben können. soll es auch kein anderer haben.
    Sowas statistisch genau auszuwerten, wer nun schwul ist und wer nicht, ist natürlich unmöglich. Wenn man allerdings die bekannt gewordenen Fälle hochrechnet, in denen homophobe Priester selber schwul sind, kann man auch davon ausgehen, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt.
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#10 gerdAnonym
  • 13.03.2007, 11:34h
  • @hampi
    Die Ausfphrungen von tobi sind genau richtig und zeigen, was ich meine.
    Der Rückgang an katholischen Priestern und die Schliessung von katholischen Klöstern in den vergangenen drei Jahrzehnten hat natürlich mehrere Ursachen. Aber mit Sicherheit ist das Wegbrechen der Gruppe von homosexuellen Menschen ein wichtiger Grund.
    Dies läßt sich nicht statistisch belegen; aber alle meine Erfahrungen mit Blickrichtung auf meinen grossen schwulen Freundeskreis und der Vergleich heute und vor 40 Jahren zeigen mir, viele meiner heute in Beziehungen lebenden schwulen Freunde wären auch gut als Priester beziehungsweise in einem Kloster gut aufgehoben gewesen. Heute sind meine studierten homosexuellen Freunde Lehrer, Juristen, Ärzte und Sozialpädagogen und die nichtstudierten Freunde sind Gärtner, Büromenschen und Verkäufer der verschiedensten Branchen. Noch vor 40 Jahren wären diese Paarbindungen unter homosexuellen Menschen nicht möglich gewesen.

    Und diese Entwicklung in den westlichen Industriestaaten "passt" natürlich dem Vatikan nicht; denn der Vatikan -ohne Reformen - lebt davon, dass ihm junge Männer aus der Gesellschaft zugeführt werden. Sollte dieser Zustrom versiegen, schwächt dies auch den Vatikan.

    Die Lösung des Problems für den Vatikan wären Reformen: Aufhebung des Pflichtzölibates, Zulassung von Frauen als Priesterinnen und Anerkennung der homosexuellen Paare.
    Das "aber wird im Vatikan" nicht kommen; denn die Macht liegt bei einer Gruppe von knapp 150 älteren Herren über 70. Da könnte ganz Deutschland aufstehen und Reformen fordern; das "wäre nicht für diese Machtgruppe an der Spitze des Vatikans" wichtig. Denn diese Gruppe im Vatikan hat die Entscheidungsgewalt und nicht die katholischen Kirchengemeinden in Deutschland, denen die katholischen Priester ausgehen und wo überall Seelsorgeeinheiten entstehen. Katholische Dorfkirchengemeinden haben in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, ... in der Regel keinen Priester mehr. Sie werden von einem einzigen katholischen Priester betreut, der aus der Stadt angefahren kommt.

    Mein Ratschlag an die katholische Kirchenleitung: verändert die Ansprüche an das Priesteramt und es werden auch wieder mehr junge Menschen dieses Amt ergreifen.
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