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Der Aids-Aktivist Larry Kramer erinnerte in einer bewegenden Rede an die Gründung einer der radikalsten Schwulengruppen, die gegen Aids kämpft.

Von Christian Scheuß

Am Mittwochabend kamen in New York mehr als 250 Gäste im "Gay and Lesbian Center" zusammen, um einer Bewegung zu Gedenken, die sich vor 20 Jahren als radikale Antwort auf die Bedrohung durch HIV und Aids gegründet hatte. ACT UP protestierte mit Wut im Bauch und Kreativität im Kopf gegen ignorante Politiker und rein wirtschaftlich denkende Pharmakonzerne. ACT UP fand schnell Nachahmer in vielen europäischen Ländern, auch in Deutschland. Wirklich aktiv sind heute aber nur noch die Sektionen in den USA und in Frankreich.

Einer der Mitbegründer von ACT UP, Larry Kramer, erinnerte in einer einstündigen Rede an die damalige Zeit und forderte eine Reaktivierung des alten Kampfgeistes. Eine "ACT UP-Armee" müsse her, um die Feinde besiegen zu können.

"Ich glaube, dass Ronald Reagan für mehr Tote verantwortlich ist als Adolf Hitler!"

Kramer, der bekannt dafür ist, scharfzüngig zu sein, scheute sich nicht, ungeheuerliche Vorwürfe zu formulieren. "Ich glaube, dass Ronald Reagan für mehr Tote verantwortlich ist als Adolf Hitler!" erinnerte er an das Schweigen der damaligen US-Regierung während der Aids-Krise.

ACT UP gab sich immer kämpferisch: "Schweigen = Tod" lautete eine der Parolen. Das Logo der Gruppe war der – allerdings um 180 Grad gedrehte - Rosa Winkel, ursprünglich das Zeichen, mit dem Homosexuelle in den Konzentrationslagern gekennzeichnet wurden. Die Anhänger der Gruppe waren neben Schwulen auch Lesben, Feministinnen und Liberale aus verschiedenen sozialen Gruppen. Die Bewegung entstand aus Mitgliedern der Gruppe "Gay Men's Health Crisis", die hauptsächlich in den Bereichen Prävention und Pflege engagiert war. Sie wollten offensiver in der Öffentlichkeit für mehr Mittel für Forschung und für kostengünstigere und effektivere Medikamente gegen den HI-Virus werben.

Dafür stürmten sie Veranstaltungen von Pharmakonzernen, organisierten sogenannte "Die-Ins" vor Regierungsgebäuden, platzten in Messen, die von homophoben Geistlichen durchgeführt wurden, oder verstreuten die Asche ihrer verstorbenen Freunde vor Rathäusern. In Deutschland promotete ACT UP den Boykott gegen Produkte des Phillip-Morris-Konzerns (Marlboro), weil das Unternehmen den konservativen Politiker Jesse Helms während Wahlen mit Geldspenden unterstützt hatte. Helms war ein erklärter Gegner der schwul-lesbischen Community und der sich selbst organisierenden Aids-Bewegung. Auch der CSU-Politiker Peter Gauweiler geriet hierzulande unter Beschuss durch ACT UP, weil er nach Zwangstestungen und Isolierung von Aids-Erkrankten verlangte.

Für Larry Kramer kaum vorstellbar, dass dies alles schon 20 Jahre her ist: "Es ist schwer zu feiern, wenn man solch mächtig schmerzvolle Erinnerungen in sich trägt. Wir haben so viele von uns in den Armen gehalten. Niemand wird solche Liebe vergessen. Aids war und ist eine schreckliche Tragödie, die nicht in einer weltweiten Plage hätte enden müssen. Es gab 41 Fälle, als wir anfingen zu arbeiten. Jetzt sind es mehr als 75 Millionen. Es brauchte eine Menge Hilfe von einer Menge unserer Feinde, um es auf eine solche Zahl zu bringen."

15.03.2007



10 Kommentare

#1 HampiAnonym
  • 15.03.2007, 15:26h
  • was aber ist falsch daran, auch die Möglichkeit der sexuellen Enthaltsamkeit als wirksamen Schutz vor einer HIV-Infektion aufzuzeigen? Bitte, ich bin sicher kein Prophet in dieser Sache, Tatsache bleibt aber auch, dass sich Aids hauptsächlich durch Geschlechtsverkehr ausgebreitet hat, und nicht durch reine Selbstbefriedigung oder Enthaltsamkeit. Steht hinter dieser radikalen Gruppe etwa die Forderung auf Eliminierung von Aids, damit ungeschützter promiskuitiver Geschlechtsverkehr wieder ohne Bedenken möglich ist? Bitte, ich frage nur, ich will nichts unterstellen. Sexualität gehört im Gegensatz zu Sauerstoff, Wasser, Nahrung und gemässigte Temperaturen doch nicht zu den überlebensnotwendigen Dingen des Menschen, ok, doch, zur "Arterhaltung" des Menschen natürlich schon, aber sonst?
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#2 redforceAnonym
  • 15.03.2007, 15:50h
  • @Hampi: Gegenfrage: Was ist so schlecht daran, das Bedürfnis nach Sex einfach zu akzeptieren und auszuleben (unter Minimierung gesundheitlicher Risken und Bewusstmachung der Verantwortung, die man dabei hat) anstatt Komplexe aufzubauen, die sich dann irgendwann in Selbstmord, Amoklauf, Bareback-HIV-Verbreitungs-Partys oder im Abreagieren auf anderen entladen?
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#3 hwAnonym
  • 15.03.2007, 15:52h
  • @ hampi

    ja, ich glaub irgenwie schon, sex wäre möglich wie vor aids, dann vielleicht so wie
    nach penecillin, also wegen sterben wegen kleinigkeiten und so,
    wenn du verstehst was ich meine. wer viel will, soll auch viel können. klar für dich können die nix tun, du bist aber so wie ich kein maßstab. aber vielleicht mail ich denen mal, ob die mal was machen können, so für pillen gegen ekel und so. stell dir vor, du könntest sex haben, keinen ekel, dein kopf wäre frei und du könntest auch ansonsten vielleicht mal schreiben, was du noch so denkst. wär doch was ?
    wobei, vielleicht ist es auch besser so, wenn alles bleibt wie´s ist, also ich meine jetzt für dich, aber ich bin halt kein prophet.
    innerrhoden fand ich lustig, ist das schwyzerdütsch, oder so..? bei uns heißt das glaube ich schlupfhoden, klingt aber auch lustig.....
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#4 madridEUAnonym
  • 15.03.2007, 16:26h
  • @hw + @hampi: Kleine Anekdote:Mit dem Innerhoden bin ich unfreiwillig im August 2006 in Konflikt geraten, da ich beim Autoverleih am Zürcher Flughafen das Kennzeichen A I
    (Appenzell-Innerhoden) vor und hinter mir herschleppen musste. Erst nach einigen Tagen wurde ich aufgeklärt, für welchen Hinterwäldler ich in der Schweiz auf Autobahnen, Landstrassen und Hotels ich eigentlich gehalten wurde, denn in meiner augenscheinlichen "Heimat" Innerhoden werden Schwule grösstenteils abgelehnt.
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#5 hampelmannAnonym
#6 josefAnonym
  • 15.03.2007, 16:55h
  • nicht nur innerhoden auch ausserhoden ist grad so schlimm.ich habe in der psych.klinik in herisau gearbeitet,da hatte es etliche schwule pat.die die lieben mitmenschen fast zerstört haben.sogar die eigene fam.appenzell ist der iran der schweiz.
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#7 JoernAnonym
  • 15.03.2007, 17:12h
  • @ Hampi: Bitte, bitte verschone uns doch endlich einmal mit deinen verklemmten Sprüchen. Wenn Du keine Lust auf Sex hast, ist das Dein Ding. Aber mit der Ansicht bist Du der Freak und nicht die Schwulen per se. Also lass Dich enteiern (falls Du überhaupt welche hast) und gib ENDLICH Ruhe! Tu Dir doch selber den Gefallen!
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#8 tuxAnonym
  • 15.03.2007, 19:43h
  • @hampi: Hm, wenn Du lieber als Mönch leben willst, bitte sehr. Mach das. Aber hör doch einfach mal daMIT auf, ständig über alles Schwule negativ zu labern und alles durch den Dreck zu ziehen! Das nervt!!

    Was glaubst Du eigentlich, wozu dir Mutter Natur (oder Gott) das Ding da unten gegeben hat? Nicht nur zum Pissen! Und die Klöten sind auch kein Schmuck...

    SEX ist etwas NATÜRLICHES! Auch SCHWULER SEX!!
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#9 DavidAnonym
  • 15.03.2007, 22:17h
  • @Hampi:
    Würdest du auch OHNE Gurt Auto fahren?
    Am sichersten wäre es erst gar nicht ins Auto zu steigen.
    ABER:
    Wäre es dann RICHTIGER, totzdem auf den Gurt zu verzichten, falls man doch Auto fährt???
    Es heisst ja safeR also SICHERER als ohne....
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#10 hwAnonym
  • 17.03.2007, 11:55h
  • ...gefunden:
    Acht Monate nach Bernards Tod gründete Sawyer gemeinsam mit dem Dramatiker Larry Kramer und ein paar Freunden die militante Aids-Aktivistengruppe Act Up, die mit spektakulären Aktionen gegen die Diskriminierung von HIV-Infizierten und hohe Medikamentenpreise kämpfte. Jetzt feiern sie ihr 20-jähriges Bestehen. Sawyer ist einer der wenigen Überlebenden von damals.

    Doch er selbst sieht wenig Anlass zum Feiern. Schwulenhass, klagt Sawyer, schwele in den USA weiter, und in der jüngeren, unerfahrenen Generation explodierten die HIV-Infektionsraten wieder. "Die Kämpfer von früher aber hocken in ihren Sommerhäusern auf Fire Island, finanziert mit fetten Darlehen", schimpft er. "Und ihre Enkel feiern, als sei es 1979, und ficken in Sexclubs herum."

    www.spiegel.de/panorama/0,1518,druck-471895,00.html

    "..
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