Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?6584

Koninginnedag: Ganz Amsterdam verwandelt sich am 30. April in eine orangenfarbene Partyzone.

Von Dennis Klein

Wer den Koninginnedag für einen Besuch in die Partyhauptstadt Amsterdam nutzt, dem stockt sicher nach wenigen Minuten der Atem: Die Stadt, die auch an jedem normalen Tag schon pulsiert, bricht aus allen Nähten: Überall sind fröhliche Menschen, meist mit Bier oder Cocktail in der Hand. An jeder Ecke sind Stände, an denen alles angeboten wird, was in Holland erhältlich und legal ist. Richtung Nachmittag wird es dann schwerer, kleinere Strassen zu passieren. Am Boden liegen bergeweise orangefarbene Plastikbecher. Auch am Abend nimmt die Feierstimmung kein Ende – nie ist der Flirtfaktor höher als jetzt!

Der Königinnentag ist das, was für die Rheinländer Karneval ist: Die größte Sause des Jahres. Gefeiert wird dankenswerterweise am 30. April – einen Tag vor dem Maifeiertag. Damit ist sichergestellt, dass auch erhöhter Alkoholkonsum nicht zum Verlust des Jobs führen muss. Natürlich nur, sofern man in einem Tag seinen Rausch ausschlafen kann.

Anlass ist übrigens nicht der Geburtstag der amtierenden Königin Beatrix - Sie erblickte am 31. Januar das Licht der Welt – sondern der ihrer Mutter Juliana. Die machte zwar 1980 den Platz frei für das Töchterchen, allerdings wollte Beatrix nicht das Open-Air-Fest in den späten Winter verlagern. Die Holländer haben es ihr gedankt.

Wer am Königinnentag Amsterdam besucht, sollte nicht versuchen, ein festes Programm abzuarbeiten. Es ist das Beste, sich einfach treiben zu lassen. Das schöne an dieser liberalen Stadt ist ohnehin, dass man praktisch überall flirten kann, ohne dass es irgendjemanden stört. Da an diesem Tag jeder ohne Genehmigung auf der Straße verkaufen darf, was er will, kommen sich Besucher stets vor wie im Garten Eden. Vor dem Edelrestaurant werden Austern für einen Euro pro Stück dargeboten, während man sich vor dem Marihuana-Museum Tipps für die heimische Pflanzenkultur holen kann.

Es gibt mehrere schwule Zentren in der Stadt. Das Verruchteste, und vielleicht Interessanteste befindet sich in der Warmoestraat direkt beim Rotlichtviertel. Hier pulsiert abends das Leben im Cockring, das am Königinnentag traditionell aus allen Nähten platzt.

Tagsüber ist die Reguliersdwarsstraat im Zentrum die wichtigste Adresse. In freundlichen Cafés kann man schnell den Einheimischen näher kommen – so manche Etablissements öffnen hier auch ihre Darkrooms, falls man einen Tagesabschnittspartner sucht. Und falls nicht, ist der Königinnentag bestens geeignet, Freunde zu finden. Zickiges Verhalten wird hier nämlich sehr ungern gesehen.

Wer es vorzieht, durch Amsterdam zu fliegen, sollte im "Other Side" einkehren. Dieser urige Coffeeshop bietet zwar keine alkoholischen Getränke an, dafür gilt er als eines der besten Quellen für Gras und Haschisch. Manchmal bedient eine Drag Queen, manchmal ein unglaublich heißer Typ. Das führt dazu, dass nicht selten ein Gast völlig entgeistert stundenlang an der Theke sitzt und dem Personal auf den Hintern schielt. Die Jungs verstehen das aber!

Da der Königinnentag, der dieses Jahr auf einen Montag fällt, in Holland ohnehin arbeitsfrei ist, feiern die Einheimischen schon am Abend davor die Koninginnenach. Feierbegeisterte sollten sich also schon am Wochenende nach Amsterdam aufmachen. Ohnehin ist es am gleichen Tag schwer, in die Stadt zu kommen, da auch der Zugverkehr weitgehend eingestellt wird. Beim wilden Feiern weiß man schon bald nicht mehr, ob man sein Gegenüber mit "goedemorgen" oder "goedeavond" ansprechen soll. Macht nichts: Die meisten Holländer verstehen sowieso Englisch oder Deutsch.

4. April 2007