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Die neue Werbekampagne des Londoner Modeunternehmens "Gieves & Hawkes" schlägt sehr homoerotische Töne an.

Von Christian Scheuß

Wer durch Deutschlands Städte läuft, der darf sich derzeit Madonna als lesbisch angehauchten SM-Vamp auf den Plakatwänden anschauen. Das Modehaus H&M wirbt mit dem Popstar für deren neue Modekollektion. Das ist immerhin ein kleines Häppchen für das schwule Auge. Doch in London prangen Motive an den Wänden, die wesentlich interessanter und auch irritierender sind.

Ein junger androgyner Mann mit langem Haar in schickem Anzug ist dort zu sehen, Anfang 20 mag er sein. Hinter ihm, ebenfalls im Business-Dress steht ein reiferer Mann in den Vierzigern. Ebenfalls schlank, gutaussehend und perfekt gekleidet. Der ältere schaut den jüngeren an. Ist da etwas Begehren in seinen Augen zu sehen?

Auf weiteren Motiven werden diese homoerotischen Untertöne lauter. So sitzen beide an einem Tisch und messen ihre Kräfte beim Armdrücken. Dabei lächeln sie sich verschmitzt an. Oder sie stehen an einer Balkontüre, zwischen ihnen die Glasscheibe. Beide mustern sich mit verträumten Blick. Zu intim will es der langhaarige Bursche allerdings auch nicht. So wehrt er die Hand der Vaterfigur auf einem weiteren Bild ab, die ihm ins Gesicht greifen will.

Die Klamotten des traditionsreichen und konservativen Unternehmens für die Sommersaison 2007, die mit den Szenen vorgestellt werden sollen, geraten fast aus dem Blickfeld, weil sich jeder Fußgänger unwillkürlich fragt, in welcher Beziehung die beiden zueinander stehen. Auf der Website sind die Motive mit "Vater" und "Sohn" gekennzeichnet. Für Heterosexuelle Betrachter scheint klar: Da ist eine offenbar gut funktionierende Familie zu sehen. Schwule dagegen nehmen die erotischen Vibrationen wahr. Das sieht alles viel zu sehr nach "Tod in Venedig" aus, einer Geschichte von Thomas Mann, in der ein älterer Mann einen Jugendlichen heimlich verehrt und verzehrt.

Übrigens funktionieren die Motive der Herbst-Winterkollektion 2006 nach dem gleichen Muster. Dort hält zum Beispiel ein etwa 60-Jähriger die Hand eines ca. 20-Jährigen.

26.03.2007



#1 Enne 2000Anonym
  • 02.04.2007, 11:21h
  • "Das sieht alles viel zu sehr nach "Tod in Venedig" aus, einer Geschichte von Thomas Mann, in der ein älterer Mann einen Jugendlichen heimlich verehrt und verzehrt."

    Verzehrt? Oha!
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#2 ChrisAnonym
  • 03.04.2007, 10:47h
  • Ich denke in den Fotos spiegelt sich schon eine große Zuneigung wieder, das, wo beide sich durch die Glasscheibe ansehen, ist doch eindeutig romantisch ... auch das angesprochene Armdrück.-Foto ist für mich eindeutig. Tja, das, wo der Sohn sich nicht anfassen lassen möchte, passt dann wieder nicht so ganz - da würde ich dann doch eher in eine andere Richtung deuten. Oder was meint Ihr? :-)
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