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Los Angeles (queer.de) - In den USA hat eine von drei Lesben ein leibliches Kind zur Welt gebracht und einer von sechs Schwulen ist leiblicher oder Adoptivvater eines Sohnes oder einer Tochter. Das ist das Ergebnis der Studie "Adoption and Foster Care by Lesbian and Gay Parents in the United States", die von der University of California in Los Angeles und dem Urban Institute erstellt wurde. Es beruht auf Daten der Volkszählung sowie mehreren anderen Studien. Schwule oder lesbische Eltern erziehen demnach vier Prozent aller adoptierten Kinder in den USA. Der Bericht enthält auch eine Umfrage, nach der sich mehr als die Hälfte der Schwulen und 41 Prozent der Lesben ein Kind wünschten. "Schwule und Lesben sind den Zahlen zufolge eine Resource für Kindererziehung, die noch nicht genügend genutzt wird", erklärte der Wissenschaftler Gary Gates die Ergebnisse der Untersuchung. "Adoptionsagenturen suchen schließlich händeringend nach Pflege- oder Adoptionseltern für Kinder, die einen rauhen Start ins Leben hatten." Weitere Ergebnisse: Homo-Eltern sind im Durchschnitt älter, gebildeter und reicher als heterosexuelle Paare, die adoptiert haben. Sie nehmen auch eher Kinder auf, die im Ausland geboren worden sind. Ein bundesweites Verbot der Homo-Adoption würde bis zu 130 Millionen US-Dollar Mehrkosten verursachen, errechneten die Wissenschaftler. Kalifornien und andere Bundesstaaten erlauben ausdrücklich die Adoption durch schwul-lesbische Paare, andere haben allerdings schärfere Regeln. In Deutschland ist die Adoption eines fremden Kindes durch Homo-Paare nicht vorgesehen. (dk)



#1 FloAnonym
  • 28.03.2007, 14:54h
  • "In Deutschland ist die Adoption eines fremden Kindes durch Homo-Paare nicht vorgesehen."

    Da die CDU / CSU und die Kirche das blocken, wird das auch noch lange nicht der Fall sein.

    Dabei geht es da nicht nur um Gleichberechtigung für Schwule und Lesben, sondern vor allem ums Kindeswohl: dass Kinder in gleichgeschlechtlichen Familien aufwachsen ist Fakt. Angenommen, der Erziehungsberechtigte stirbt, hat der Partner keine Rechte! Das Kind verliert also nicht nur ein Elternteil, sondern gleich beide und die vertraute Umgebung!

    Die Union und die Kirche geben immer vor, ihre Ablehnung diene dem Wohl der Kinder, dabei schadet es gerade dem Wohl der Kinder. Und genug Wähler durchschauen das noch nicht mal...

    Den konservativen Blendern wäre es wohl noch lieber, ein Kind lebt im Heim oder auf der Straße, eh es bei einem gleichgeschlechtlichen Paar aufwächst....
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#2 gerdAnonym
  • 28.03.2007, 15:48h
  • Sehr interessante Studie...jede dritte Lesbe hat Kinder.

    In Deutschland gibt es die Stiefkindadoption, wodurch lesbische Paare ihre eigenen leiblichen Kinder adoptieren können. Das ist bereits gesellschaftliche Realität in Deutschland.

    de.wikipedia.org/wiki/Regenbogenfamilie

    Aber eine Adoption nichtleiblicher Kinder ist nicht möglich in Deutschland, was insbesondere schwule Paare trifft, die ein Kind aus dem Ausland adoptieren möchten.

    Beim Thema "Künstliche Befruchtung" wurde zwar im vergangenen Jahr die Berufsordnung der Ärzte zur "Assistierten Reproduktion" verändert und jetzt dürfen nicht nur verheiratete Paare sondern auch unverheiratete, heterosexuelle Paare in einer stabilen Partnerschaft Samenbanken in Deutschland in Anspruch nehmen. Aber diese Verbesserung beim Zugang zu Samenbanken erfasst nicht lesbische Frauen mit Partnerin. Hinzukommt das die Kosten der künstlichen Befruchtung bisher nur verheirateten Paaren zur Hälfte von den Krankenkassen getragen wird, während unverheiratete Paare die Kosten selbst ganz tragen müssen.

    Reformforderungen:
    - Zugang lesbischer Paare zu Samenbanken
    - Kostenübernahme auch für unverheiratete Paare und Lebenspartnerschaften
    - Adoptionen nicht nur im Rahmen der Stiefkindadoption eigener leiblicher Kinder sondern auch von fremden Kindern aus Heimen in Drittweltstaaten
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#3 seb1983
  • 28.03.2007, 17:40h
  • Der hohe Anteil der Lesben verwundert nicht. Werden Kinder doch bei einer Scheidung in der Regel der Mutter zugesprochen, der Vater kann bei einer Trennung im Streit oft nur auf ein Besuchsrecht hoffen und zahlen. Immerhin "darf" er nun wohl bald prüfen ob er da für sein eigenes oder ein Kuckuckskind zahlt...

    Hab selbst in meinem Bekanntenkreis Schwule die Väter sind aus früheren Beziehungen oder Ehen. Die Kinder wachsen alle bei den Müttern auf, bei allen aber zum Glück mit einem guten Verhältnis zu den Vätern bei denen die Kinder dann auch gerne mal geparkt werden wenn Mami und ihr neuer Freund mal Ruhe brauchen :-))

    Zwei Lesben haben es theoretisch auch nicht schwer wenn sie leibliche Kinder wollen, in jeder Disco laufen ja genug "Samenbänke" rum. Zugegeben kein eleganter aber doch sehr zielführender Weg, wir erinnern uns an prominente "Samenräuber" *g*

    2 Schwule stoßen hier trotz AGG an biologische Grenzen, insbesondere wenn es leiblicher Nachwuchs sein soll...
    Es bleibt die ethisch fragwürdige Methode der Leihmutter, Gebähren gegen Bargeld, mit dem Risiko wie sehr die Mutter dann 9 Monate später Anspruch auf "ihr" Kind erhebt.

    Es bleibt für alle der Ausweg der Adoption. Ein im Bestfall zwar fremdes aber stubenreines muttermilchentwöhntes Kind im Milupa-Alter, ohne dass Lesbe sich mit dem Pullerman oder Schwuler sich mit einer Mumu des anderen Geschlechts befassen muss.
    Hier ist es allerdings wie mit allem anderen auch: Was der Staat einmal in den Fingern hat, dass gibt er so einfach nicht wieder her. Jedes hirnamputierte Gelegenheitsfick-Paar dass die Rammelleistung eines Kanickels erbringt darf kleinbusweise Kinder in die Welt setzen, doch selbst Akademmikern etc wird bei einer Adoption quasi unterstellt sie würden nachts über Säuglinge herfallen.

    Eine genaue Prüfung der neuen Familie sehe ich aber als unbedingt notwendig an. Es sollen eben "stabile" Verhältnisse für das Kind vorhanden sein. Wie das Sozialamt diese bewertet liegt bei ihm, persönlich stelle ich mir das schwer vor. Nicht jede Familie ist dem Heim vorzuziehen, wo in den meisten Fällen aus eigener Erfahrung versucht wird den Kindern einen möglichst guten Start zu geben...
    Schwule oder Lesben sind dafür definitiv nicht schlechter geeignet. Leider ist dies schwer zu vermitteln, in der Öffentlichekti zeigen sich grade Schwule zwar im schrillen engen Lederstring auf dem CSD, danach wirds aber wieder still. Liebevolle Kindererziehung traut man den Ehemännern ja eh nicht zu, dafür sind die Mütter zuständig. Bei gleich 2 Männern sehen viele die Katastrophe ja schon kommen (ein Kind braucht seine Mutter etc)... Selbst alleinerziehende Väter müssen hier gegen vorurteile kämpfen.
    Wenn ich mal in meinem Bekanntenkreis rumfrage gibt es bei Lesben da massiv weniger Vorbehalte.

    @gerd
    - Zugang zu Samenbanken sollte jeder erhalten der will ja.
    - Kostenübernahme sehe ich etwas anders: Für mein Verständnis ist das eine Privatsache die jeder selbst zahlen sollte. Ansonsten natürlich gleiches Recht für alle.
    - Adoptionsrecht solle ebenfalls jeder der dem Kind eine stabile bessere Umwelt bieten kann erhalten. Man sollte allerdings nicht so tun als ob dadurch jedes Jahr zehntausende deutsche Heimkinder (insbesondere Problemkinder, die "süßen kleinen" sind ja eh schnell weg) ein neues Zuhause finden würden, aber immerhin einige davon...
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#4 cole12Anonym
  • 28.03.2007, 18:59h
  • Wen wundert das Ergebnis dieser Studie? Dass Frauen Kinder grossgezogen haben und das auch ohne Männer ist doch nun wirklich keine Neuigkeit. Schon in den langjährigen Kriege der letzten Jahrhunderte, als der Begriff für schwule oder lesbische Partnerschaften noch nicht definiert war bzw. unter Strafe standen, haben sich Frauen zusammen getan, um ihre Kinder gemeinsam gross zu ziehen. Nach Ende des 30jährigen Krieges hat es in Europa Landstriche gegeben, in denen es kaum Männer zwischen 14 und 50 Jahren gab. Logisch, nicht jede Frauengemeinschaft bestand da aus Lesben, aber lesbische Beziehungen waren keine Seltenheit, ebenso übrigens wie schwule unter den Soldaten, auch wenn dafür drakonische Strafen drohten. Gerade in Kriegszeiten, wenn junge Männer rar und die Gefahr vor ungewollten Schwangerschaften gross war, wurde so manche Frauen sexuell kreativ.

    Ich glaube zudem, dass es für ein lesbisches Paar einfacher ist, an ein leibliches Kind zu kommen, als für ein schwules Paar. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass willige schwule Paare in Zukunft öfter die Gelegenheit bekommen, Eltern zu werden.
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#5 SebiAnonym
  • 29.03.2007, 10:21h
  • Belustigend ist, dass prozentual mehr Schwule als Lesben ein Kind WOLLEN, aber in der Realität weniger Schwule ein Kind HABEN.
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#6 hwAnonym