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Brüssel (queer.de) - Ein wallonisches Schulbuch, in dem Kemal Atatürk als schwul bezeichnet wird, hat zu Verstimmungen zwischen Belgien und der Türkei geführt. Marie Arena, die Bildungsministerin für den französischsprachigen Teil des Landes, hat den Einbeziehung des Gründers der modernen Türkei in das 144-seitige Buch "Kampf gegen Homophobie" bereits als "Fehler" bezeichnet. Darin ist eine Liste von historischen Schwulen abgedruckt, unter ihnen auch mehrere Päpste, Leonardo da Vinci und Johann Wolfgang von Goethe. "Quelle für diese Liste war eine Website aus Kalifornien. Leider haben die Macher des Buches die Informationen nicht gegengecheckt. Es war ein 'Copy and Paste'-Unfall", so die Ministerin zur Zeitung "Zaman". Ein Sprecher der türkischen Botschaft in Brüssel erklärte die Sache damit als erledigt: "Diese Angelegenheit ist sehr heikel, aber die belgischen Behörden haben ihren Fehler schließlich eingestanden." Das Buch war noch nicht an die Schulen ausgeliefert worden. Erst Anfang des Monats sorgten griechische Internet-Videos für Unruhe, in denen Atatürk als schwul bezeichnet wurde. Im Land wurde sogar für kurze Zeit "YouTube" gesperrt, auf denen diese Videos zu finden waren (queer.de berichtete). Die Verunglimpfung Atatürks oder des Türkentums ist in dem EU-Anwärterland illegal und kann mit langjährigen Haftstrafen geahndet werden. (dk)



20 Kommentare

#1 rudolfAnonym
  • 30.03.2007, 15:08h
  • Nicht jeder große Denker oder Staatsmann, der tolerant und fortschrittlich über Homosexualität denkt, muß selbst schwul sein. In Atatürks Geheimdienstakten aus seiner Offizierszeit steht , daß er sich eher zuviel als zuwenig für Frauen interessierte. Aber dennoch (oder gerade deswegen) hat er als erster Staatsmann der islam. Welt 1935 die Strafbarkeit der Homosexualität abgeschafft. Goethe, der sich in einem Aufsatz über den Kunstgelehrten Winckelmann sehr tolerant über dessen schwule Veranlagung äußerte, war erwiesenermaßen selbst den Frauen zuneigt.
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#2 SaschaAnonym
  • 30.03.2007, 15:49h
  • In keinem Falle ist aber die versehentliche "Unterstellung" von Homosexualität eine "Verunglimpfung" - zumindest nicht nach den Maßstäben, die in einer freiheitlich-demokratischen und auf Menschrechten fußenden Gesellschaftsordnung zu gelten haben.

    Und an eben solche Maßstäbe sollte sich (auch!) die Türkei dringend halten, wenn sie in die EU Aufnahme finden möchte.

    Allerdings geht es - wie man am Beispiel Polens und der Duldung der dortigen neofaschistischen Regierung und Politik ganz klar sieht - den EU-Staaten ganz bestimmt zuletzt um die Diskriminierung der armen Homosexuellen oder anderer so genannter Minderheiten, wenn sie mehrheitlich den EU-Beitritt der Türkei sabotieren, sondern um pure Islamophobie und jeweilige innenpolitische Stimmungsmache gegen Menschen türkischer Herkunft (siehe hierzulande: CDU/CSU).
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#3 goateeAnonym
  • 31.03.2007, 10:51h
  • Atatürks sexuelle Kontakte zu Männern sind in diversen Biografien über ihn zumindest angedeutet und erwähnt. Er war vielleicht ncht klassisch schwul /homosexuell, aber dem männlichen Geschlecht keineswegs abgeneigt.
    Zitat aus "Out! 800 berühmte Lesben, Schwule und Bisexuelle" (Querverlag):

    "Atatürk hat zeitlebens keine Beziehungen zu Frauen, besucht aber hin und wieder Prostituierte. Gleichzeitig aber hat er auch intime Beziehungen vor allem zu jungen Männern, die weit über die beim Militär übliche Kameraderie hinausgeht. "
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#4 ÜwchenAnonym
  • 31.03.2007, 19:32h
  • Atatürk war sogar verheiratet scheint ja sehr gut informiert zu sein dein Schundblatt was du da zitierst. Nicht jeder Mensch auf der Welt der was weltbewegendes geleistet hat und nicht dafür bekannt war das er alles flachlegte was nen Rock trug muss schwul gewesen sein oder? Meine güte man sollte auch mal aufhören jeden post mortem zum schwulen zu erklären es gibt auch genügend lebendige schwule berühmtheiten die es offen zugeben. was interessiert uns jmnd der vor 70 jahren gestorben ist. scheint aber irgendwie ein schwuler volkssport zu sein dieses, der ist schwul und der auch und der erst recht. *kotz*
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#5 hwAnonym
  • 31.03.2007, 20:29h
  • @ üwchen

    ...ach so wichtig ist das wirklich nicht,
    aber vielleicht gibt´s ja durchgeknallte
    atatürk-muschahödiens oder wie die heisen, die auf grund der überschrift
    die redaktion bedrohen..danach noch´n termin bei maischi...."wie beim ruf des wolfes unser blut gefror"...na wie wär´s ???
    pressi nicht vergessen...
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#6 SebiAnonym
  • 31.03.2007, 23:07h
  • @üwchen
    Ich dachte Atatürk wäre dafür bekannt gewesen, dass er alles flachlegte, was einen Rock trug.
    Über das zitierte Schundblatt, den queeren Volkssport Massenouting und die Qualität des Schulbuchs, das Webseiten blind abschreibt, kann man nur schulterzuckend den Kopf schütteln. Aber das gelangweilte Schulterzucken bitte nicht vergessen!
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#7 rudolfAnonym
  • 01.04.2007, 02:06h
  • @hw

    Der mit dem Wolf war Aparslan Türkes. Als der seinen Faschistenverein gründete, war Atatürk schon 5 Jahre tot. Zu seinen Lebzeiten wäre das auch eher schwer gewesen.
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#8 hwAnonym
#9 gerdAnonym
  • 02.04.2007, 05:29h
  • @rudolf
    Deine Ausführungen zu Attatürk und Goethe sind richtig.

    Bei der Überprüfung von bekannten Personen der Vergangenheit sollte immer genau geschaut werden, ob entsprechende Quellen und Belege voranden sind. Alles andere macht wenig Sinn und ist eher kontraproduktiv.
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#10 KaganAnonym
  • 05.04.2007, 22:16h
  • Das sind reine provokationen...vorher haben sich die Griechen über Atatürk in youtube lustig gemacht...nun macht belgien in bücher sich lustig...reine provokationen sonst gar nichts...man sollte sich schämen gegen einen solchen Friedensstifter der Menschheit so etwas zu sagen..wie gesagt..da fehlt mancher aber die Bildung...dann gehts offensichtlich nicht...

    Atatürk ruhe in Frieden...schlaf in Frieden wir sind hinter dir!

    Atatürk: Frieden im Lande..Frieden auf der Welt.
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